Audi TT Roadster 1.8 T Quattro im Test

Wieviel Genuss bereitet der Roadster?

Audi TT Roadster Quattro

Puren Genuss soll er bereiten, der Audi TT Roadster 1.8 T Quattro. Ein vollmundiges Werbeversprechen oder steckt mehr dahinter? auto motor und sport hat im 100.000-Kilometer-Langstreckentest genau nachgeschaut.

Schon bevor der erste Serien- TT ausgeliefert war, hatte er den Ruf eines Kult-Autos. Kein Wunder: Das Design ließ auch eingeschworenen Audi-Gegnern das Wasser im Mund zusammenlaufen, und zu erheblich günstigeren Preisen gab es die Fahrleistungen eines Porsche Boxster . Der große Baukasten des VW-Konzerns machte den TT möglich.

Unter dem Blech steckt jene Plattform, die auch Familien- Mobilen wie dem Skoda Octavia , VW Golf und natürlich Audi A3 als Chassis dient. Achsen, Getriebe und Motor stammen ebenfalls aus dem Baukasten, wurden für den Einsatz im Sportler aber mit einer gehörigen Portion Pfeffer neu angerichtet.

Wohl etwas zu scharf, denn die ersten ausgelieferten Quattro-Modelle, die am häufigsten georderte Variante, zeigten eine beängstigende Tendenz zum unerwarteten Heckschwenk in einigen Fällen mit tragischem Ausgang. Das Auto hatte ein aerodynamisches Problem, verschlimmert durch das auf extreme Handlichkeit ausgelegte Fahrwerk, wie auto motor und sport nachweisen konnte.

Audi musste im November 1999 nachbessern. So kamen nur wenige der ab 1999 angebotenen Roadster mit der ursprünglichen Abstimmung auf den Markt. Der Jahrgang 2000 wurde schon mit geänderter Fahrwerksabstimmung, elektronischer Fahrstabilitätskontrolle und kleinem Heckbürzel ausgeliefert. Zuvor produzierte Modelle wurden auf den neuen Standard umgerüstet. Fortan war der Audi zwar eine Spur weniger agil, aber  vor allem dank ESP  frei von bösen fahrdynamischen Überraschungen. Ein Spaßmobil ist der TT zweifellos geblieben. Aber es galt noch zu klären, ob der Beau auch für eine langjährige Beziehung taugt.

Um diese Frage zu beantworten, wurde im Juli 2000 ein Roadster in den Dauertest- Fuhrpark von auto motor und sport aufgenommen. Es handelte sich dabei um die Topversion mit Allradantrieb, die rund 30 Prozent im Modellmix ausmacht mit 225 PS aus 1,8 Liter Hubraum. Audi- Fünfventiltechnik und ein Turbolader machen die beeindruckende Literleistung von 125 PS möglich aber auch auf Dauer haltbar? Offensichtlich, denn bis zum Ende des Tests zeigte der Vierzylinder keine Mucken. Dennoch finden sich immer wieder Bemerkungen über den Antrieb in den als Fahrtenbuch fungierenden gelben Karten des TT.

Testchef Otto Hofmayer bemängelt bei Kilometerstand 15 610 das laute Abblasgeräusch des Lader-Bypass-Ventils. Laut Audi sind fertigungsbedingt tatsächlich einige Autos lauter als andere zur Freude mancher TT-Fans. Leser Jürgen Schwarz- Boeck unterstellt dem Pfeifen gar ein gewisses Suchtpotenzial, kennt aber auch andere Geräusche des Turboladers. Bei seinem TT deutete ein Schaben auf einen Defekt am Regelventil des Turboladers hin. Ein, der auch im Forum des Audi-TT-Clubs im Internet www.tt-ownersclub.de immer wieder thematisiert wird.

Den nächsten Eintrag zum Motor machte Redakteur Marcus Peters bei 21 800 Kilometern, und viele ähnliche sollten noch folgen. Peters störte sich an der Leistungscharakteristik, die zwar zum sportlichen Fahren gut geeignet ist, aber gemütliches Gleiten oder das Anfahren am Berg sind sehr gewöhnungsbedürftig. Drehzahlen unterhalb von 2900 Touren liegen dem kleinen Vierzylinder nicht. Hier fehlt Drehmoment, der Motor wirkt kraftlos, und der Vortrieb will so gar nicht zu den im Hinterkopf behaltenen 225 PS passen. Mit dieser Leistungs- Charakteristik entpuppt sich der 1.8 T als Turbo vom alten Schlag.

Dies gilt aber nur für die Leistungsentfaltung, nicht für den Kraftstoffkonsum. Er will zwar teures Super Plus, geht damit aber im Vergleich zur oft genutzten Leistung maß- voll um. Im Mittel flossen 11,2 Liter auf 100 Kilometer durch die Einspritzdüsen. Zurückhaltung übte der Antrieb auch beim Ölverbrauch. Der war mit insgesamt 3,25 Liter angesichts der langen Wartungsintervalle je nach Intervallanzeige bis zu 30 000 km verschwindend gering. Erfreulich niedrig fielen außerdem die Gesamtkosten für das Öl aus.

Sie liegen nur bei rund der Hälfte dessen, was das Schmieröl für Mercedes SLK 230 Kompressor und Porsche Boxster S im Dauertest gekostet hat. Beim Reifenverschleiß hat der Allradler ebenfalls die Nase vor der heckgetriebenen Konkurrenz. Ein Satz Reifen genügt dem TT für rund 45 000 Kilometer. Erfreulich, aber knapp fiel der abschließende Abgastest aus. Offensichtlich haben die Katalysatoren im Testverlauf nur wenig nachgelassen.

Anders als der Rest des Zweisitzers. Am deutlichsten haben die vielen Kilometer ihre Spuren noch am Lederlenkrad hinterlassen. Es wirkt patiniert, aber nicht speckig. Sein Glanz ist weit von jenem Zustand entfernt, den beispielsweise das Ledervolant des Grand Cherokee erreicht hatte, das sich am Testende anfühlte wie mit Kaugummi überzogen.

Selbst die mit einer Kombination aus gelochtem Alcantara und Leder bezogenen Sitze zeigten sich über den gesamten Testverlauf von ihrer besten Seite und ohne sichtbaren Verschleiß. Ihr Seitenhalt ist, auch wegen des griffigen Bezugs, sehr gut, ihre Form sowohl für große wie für kleine Personen langstreckentauglich. Als störend werden jedoch die nicht in der Höhe verstellbaren Kopfstützen und der klappernde Beifahrersitz empfunden. Auf den letzten 20 000 Kilometern war auch vom Fahrersitz gelegentliches Ächzen zu vernehmen. Selbst die Karosserie war zum Testende auf schlechten Straßen nicht mehr so ruhig wie zuvor, wenngleich sie nur geringfügig an Steifigkeit einbüßte. Zu ihren Schwachpunkten gehören allerdings die schlechten Sichtverhältnisse bei geschlossenem Verdeck und die schmutzempfindlichen Schweller. Beim Ein- und Ausstieg beschmutzt man sich leicht die Hosenbeine.

Überdies machten Defekte an den Fensterhebern drei au- ßerplanmäßige Werkstattbesuche erforderlich, weil sich die Seitenscheiben nicht mehr schließen ließen ein Mangel, über den auch sehr viele Leser in ihren Zuschriften klagen. Ansonsten war der TT im Alltagsbetrieb weitgehend problemlos, sieht man einmal vom Fehlen jeglicher Ablagefläche im Innenraum ab.

Für Verdruss sorgte außerdem immer wieder die fummelige Verdeckpersenning und ihr großer Platzbedarf im Kofferraum. Das flache Abteil bietet nämlich erstaunlich viel Raum (220 Liter), wenn man die Persenning zu Hause lässt. Noch eine weitere Abdeckung lässt sich optimieren: das aufpreispflichtige Hardtop. Es verbessert mit seiner größeren Heckscheibe zwar die Sicht nach schräg hinten erheblich, produziert aber derart laute Windgeräusche, dass auf der Autobahn Gehörschutz empfehlenswert ist. Das elektrisch versenkbare Stoffdach erwies sich als erheblich leiser, obwohl ein Innenhimmel fehlt. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten sind Gespräche möglich, ohne dass die Stimme stark gehoben werden müsste. Das Verdeck zeigt sich übrigens selbst am Testende von einer Fahrt durch die Waschstraße völlig unbeeindruckt. Es ist dicht wie eh und je. Hingegen ist die Funktion des optionalen elektrischen Windschotts nicht zufriedenstellend. Je nach Passagiergröße ist seine Wirkung gering bis nicht vorhanden, meistens wird die Haarpracht der Insassen kräftig verwirbelt. Hier hat die Form offenbar über die Funktion gesiegt, was im Prinzip für das ganze Auto gilt.

So fühlen sich Kritiker durch die hohe Gürtellinie und die kleinen Seitenscheiben eingemauert, was dem TT schon den Spitznamen Panzerspähwagen einbrachte. Aber als Kultauto hat der TT ja wohl die Verpflichtung, es nicht allen recht zu machen, denn Kult ist nichts für die breite Masse. Die Zuverlässigkeit des Audi-Zweisitzers dagegen schon.

Ich besitze den TT Roadster seit zwölf Monaten und habe meine Kaufentscheidung noch keine Sekunde bereut. Der Qualitätseindruck und die Verarbeitung sind hervorragend. Lediglich das immer wieder auftretende Knacken der Türen auf Grund der Karosserieverwindung konnte bisher noch nicht abgestellt werden.
Stefan Eickert 71737 Kirchberg
 
Wir haben unseren TT nach vier Monaten dem Händler wieder auf den Hof gestellt. Auch nach viermaligem Austausch des rechten Fensterhebers war die Werkstatt nicht in der Lage, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Das Fenster öffnete sich, selbst wenn das Auto gerade abgeschlossen stand. Das Schlimmste an der Sache ist jedoch, wie arrogant sich die ganze Mannschaft des AudiZentrums verhalten hat.
Stefan Schatz, 75196 Remchingen

Gegen den Trend bei Audi habe ich wohl ein zuverlässiges Funmobil erworben. Auf den letzten 20 300 km lag der Verbrauch bei elf U100 km. Abgesehen von einem vorsorglichen Austausch des Schubabschaltventils im Turbolader und des rechten elektrischen Fensterhebers durch meinen Händler wegen zunehmender mechanischer Störgeräusche glänzt der Roadster durch gute Verarbeitung und bietet viel Fahrspaß.
Thomas Greiffenhagen, 82194 Gröbenzell
 
Von meinem Mercedes SLK restlos bedient, fahre ich seit März 2001 mit einem TT Roads
ter durch die Gegend, überwiegend mit einem Lächeln im Gesicht. Zu meckern gibt es Folgendes: Die manuelle Entriegelung des ansonsten elektrischen Verdecks ist nicht mehr zeitgemäß, und das PlexiglasWindschott macht alle fröhlich, hilft aber niemandem.
Dietrich von Hardenberg, 26506 Norden
 
Seit Mai 2000 besitze ich einen Roadster, der leider einige Mängel hatte. Klimaanlage defekt, Fensterheber defekt, Diebstahlwarnanlage mehrfach neu eingestellt, ungenaue Tankanzeige, beide Türen verursachen starke Geräusche.
Stephan Ruhe, 38108Sraunschweig

Seit gut 14 Jahren fahre ich nun offen, davon eineinhalb den TT Roadster. Der Wagen macht immer aufs Neue hungrig. Nach 22 000 km gibt es die Note sehr gut. Lediglich ein defektes Türschloss, das im Rahmen der Garantie gewechselt wurde, lässt sich als Makel feststellen.
RobertSchwarzer 49076 Osnabrück

Die Verarbeitungsqualität des Wagens entspricht nicht dem Preis: Im Innenraum knarzt und klappert es. Diverse Abdämmungen und Dichtungen mussten schon ausgetauscht werden, ein konstruktiver Fehler ist die unmögliche Gurtzungen-Ruheposition, die kaum zugänglich ist. Dass der Motor bei dem zur Verfügung stehenden Hubraum kläglich klingen muss, leuchtet mir ein.
Matthias Reissig, 35390 Gießen
 
Nach nunmehr knapp 20 000 Kilometern kann ich kaum etwas Negatives berichten. Der Beifahrersitz klappert manchmal, und das Mokassinleder zeigt sich sehr empfindlich gegenüber Kratzern. Der Verbrauch geht von etwa neun U100 km bei sehr schonender Fahrweise bis zu 17 U100 km.
Markus Grasse, 72793 Pfullingen
 
Seit Januar 2000 fahre ich den TT. Das Fahrzeug hatte abgesehen von der professionell abgewickelten ESP-Umrüstung keine außerplanmäßigen Werkstattaufenthalte. Zu bemängeln sind die umständliche Persenning und das nutzlose Windschott.
Stephan S. Dohmen, 61462 KönigsteinITs.

 

17.060 km
Beständig Ärger machten die Fensterheber. Weil sich die linke Seitenscheibe nicht mehr zuverlässig schließen ließ, erfolgte ein Austausch der Mechanik
 
52.532 km

Weil die Schalter der Sitzheizung nicht bei jeder Außentemperatur in ihrer Ruheposition einrasten wollten, mussten sie ersetzt werden

80.114 km
Auf Grund großer Fertigungstoleranzen mit anschließenden Korrosionsproblemen wurden die hinteren Querlenker ausgetauscht


Vor- und Nachteile

  • Leises Softtop
  • Heckfenster aus Glas
  • Sehr gute Sitzposition, bequeme Sitze
  • Lenkrad-Verstellung
  • Hochwertig verarbeiteter Innenraum
  • Gute Langzeitqualität
  • Guter Komfort
  • Durchzugsstarker Motor
  • Sehr gute Traktion
  • Wirksame Heizung
  • Ausreichende Kopffreiheit auch bei großen Fahrern
  • Großer Spaßfaktor
  • Hohe Gürtellinie mit schlechter Übersichtlichkeit
  • Wenig Ablagen
  • Karosserie-Verwindungen
  • Windschott fast ohne Wirkung
  • Sperrige Persenning
  • Klappernder Beifahrersitz
Zur Startseite
Technische Daten
Audi TT Roadster 1.8 T Quattro
Grundpreis 38.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4041 x 1764 x 1348 mm
KofferraumvolumenVDA 180 l
Hubraum / Motor 1781 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 165 kW / 225 PS bei 5900 U/min
Höchstgeschwindigkeit 237 km/h
Verbrauch 9,4 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Die neue Ausgabe als PDF
SUV Suzuki Vitara 1.0 Facelift 2019 Suzuki Vitara Facelift (2019) Fahrbericht Neuer Dreizylinder für die Basis Volvo XC90 Modelljahr 2020 Volvo XC90 Modellpflege Jetzt auch mit Mild-Hybrid-Antrieben
Motorsport Williams FW42 - Barcelona-Tests - 2019 Pirelli mit Testfahrten zufrieden Abstände der Reifen-Sorten passen Carlos Sainz - McLaren - Testfahrten 2019 - Barcelona Überholproblem nicht gelöst Situation eher schlimmer als besser
Oberklasse Alpina B7 Biturbo 2019 Alpina B7 (2019) Untenherum mit viel mehr Druck Care by Volvo Auto-Flatrate Auto-Flatrate statt Kauf Alle Auto-Abos im Überblick
Anzeige
SUV Hyundai Tucson N-Line Teaser Hyundai Tucson SUV kommt auch als N-Line-Version Ssangyong Korando leaked Ssangyong Korando Neuauflage debütiert in Genf
promobil
Citroen The Citroenist Concept Spacetourer (2019) Citroën Campingbus-Studie (2019) The Citroënist Concept auf Spacetourer Challenger Mageo 170 außen Challenger Modelle 2019 Mageo 170 unter sechs Meter
CARAVANING
Camping Village Isolino Campingplatz-Tipp Lago Maggiore Urlaub zwischen Wasser und dem Val Grande Wohnwagenhostel Basecamp Bonn Innen Basecamp Young Hostel in Bonn Indoor-Campingplatz im Vintage-Stil
Alle Automarken von A-Z
Markenbaum Sideteaser Erlkönige, Neuvorstellungen und Tests von allen Marken
Gebrauchtwagen Angebote