Werkstättentest

Neue Runde brachte nur leichte Verbesserung

Werkstättentest Peugeot 2009 Foto: Peugeot

Besser als 2009, aber immer noch unerfreulich schlecht ist das Ergebnis des bundesweiten Werkstättentests von auto motor und sport. Im Vergleich zum Vorjahr stieg zwar die Erfolgsquote bei der Fehlerbehebung von 61,5 auf 74,7 Prozent.

Aber damit wurden immer noch ein Viertel der von der Redaktion versteckten Mängel nicht entdeckt. Einige der 48 bundesweit getesteten Markenwerkstätten erledigten nicht einmal 60 Prozent ihrer Aufgaben.

Kunden können die Werkstattleistung nicht überprüfen

"Einzelne Werkstätten fanden bei der Inspektion keinen einzigen der eingebauten Fehler", kritisiert Chefredakteur Bernd Ostmann. Besonders unerfreulich ist zudem, dass Kunden im Normalfall die Leistung der Werkstatt gar nicht überprüfen können. Während die Redaktion die eingebauten Fehler kontrollieren konnte, wissen die Autofahrer in der Regel nicht, welcher Defekt von der Werkstatt übersehen wird.

Schon beim Abgeben des Fahrzeuges stellte auto motor und sport regelmäßig Versäumnisse der Werkstätten fest. So gehört zur Inspektion, dass das Kundenfahrzeug vor der Inspektion von einem Meister untersucht wird. Idealerweise wird nach der Inspektion auch die Rechnung von jenem Meister erklärt, der das Auto in Empfang genommen hat. In Wirklichkeit wird sie aber oft nur an der Kasse ausgehändigt, eine Erläuterung folgt nicht, stellte das Magazin fest.

Oft werden unnötige Zusatzkosten berechnet

Umgekehrt müssen die Autofahrer aufpassen, dass die Werkstätten nicht zusätzliche und unnötige Kosten produzieren. So stellte auto motor und sport fest, dass offenbar regelmäßig von Werkstätten Dienstleistungen in Rechnung gesellt werden, die unnötig sind oder gar nicht erbracht wurden. So treiben Kleinposten den ohnehin schon hohen Inspektionspreis nach oben: Kosten für Gummipflege (2,90 Euro), Brennraumreiniger (3,62 Euro), Scheibenklar (2,88 Euro), Einspritzschutz (7,62 Euro), Scheibenreiniger (5,30 Euro) oder Waschzusatz (9,71 Euro Euro) fanden sich auf den Inspektionsrechnungen wieder, auch wenn beispielsweise der Waschwasserbehälter bei Abgabe des Wagens randvoll war.

Beim üblichen Ölwechsel füllen die Werkstätten regelmäßig das teuerste Synthetiköl nach – ohne zu fragen, welches Öl der Kunde überhaupt nutzt und kaufen will. Am Öl verdienen die Werkstätten besonders gut: Ein Liter einfaches Mehrbereichsöl wird mit zehn Euro berechnet, der Liter Synthetiköl kann dagegen bis zu 29 Euro kosten. Bei drei bis vier Liter Ölvolumen belaufen sich die zusätzlichen Ölkosten leicht auf 80 Euro.

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