Babyschalen (Gruppe 0/0+) im Test

Kindersitze für unsere Kleinsten

Kindersitztest 2018 Foto: Dino Eisele 18 Bilder

Babyschalen haben Stärken und Schwächen. Damit auch unsere jüngsten Mitfahrer sicher ankommen, haben wir Babyschalen unter realen Bedingungen geprüft. Im Test haben wir vier Produkte für Kinder bis 13 kg untersucht.

Die Anspannung ist greifbar. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen – Kindersitz und Test-Dummy sind laut Anleitung eingebaut und angeschnallt, die Hochgeschwindigkeitskameras ausgerichtet. Während das Schwungrad der Anlage langsam Tempo aufbaut, um den Schlitten im Crashtest gleich auf rund 50 km/h zu beschleunigen, wächst in der Kommandozentrale die Nervosität. Tests mit Kindersitzen sind auch für die erfahrenen Crash-Experten vom „TÜV Süd“ ein heikles Thema. Versagt der Sitz komplett, leidet auch die Messtechnik – vor allem der Dummy.

Zweimal erhöhte Messwerte

Kindersitztest 2018 - Babyschalen Foto: Dino Eisele

Dann das Signal zum Start. Die Crash-Karosserie saust durch die Halle, knallt am Ende der Bahn lautstark in den Bremsbock und wird durch die Wucht des Aufpralls wieder einige Meter zurückkatapultiert. Wie bei einem realen Frontalaufprall bei einem Autounfall. Dann Stille. Erstes Aufatmen. Die Gurte haben gehalten, der Test-Dummy liegt noch in der Babyschale. Das Prozedere wiederholt sich noch 3x an diesem Tag.

Am Ende sieht der Dummy gut aus. Bei einem Menschen wäre die Sache anders ausgegangen. Denn nicht jeder Sitz hätte das Kind gut geschützt, wie die Messwerte zeigen: Die liegen bei zwei der vier Testkandidaten – allesamt rückwärtsgerichtet eingebaute Sitze – teilweise im kritischen Bereich. Beim Kiddy Evoluna i-Size und beim Joie i-Gemm ohne Isofix ist im Brustbereich ein erhöhtes beziehungsweise sehr hohes Verletzungsrisiko festzustellen. Beide Modelle haben zwar die gesetzlich vorgegebene Zulassungsnorm bestanden, bei höheren, in der Realität oft auftretenden Belastungen geraten sie aber schnell an ihre Grenzen. Hier können Sie zu den Ergebnissen des Joie i-Gemm im Nachtest springen.

Beim Kiddy Evoluna i-Size ist eine Erklärung denkbar: Als Einziger bietet er während der Fahrt eine besonders flache und rückenschonende Liegeposition. Beim Crash werden die Kräfte so jedoch kaum über die Rückenlehne abgefangen, sondern wirken stark auf den integrierten Gurt, der das Kind an den Schultern zurückhält. Im Test zerren so hohe Scherkräfte am Gurt, dass sogar eine Niete nachgibt und die Gurthalterung nur lose im Sitzgehäuse baumelt. So lautet das Urteil „bedingt empfehlenswert“. In der aufrechteren Sitzposition fällt das Ergebnis wahrscheinlich besser aus.

Schnell montiert mit Isofix

Auch beim Handling hinterlässt die Sitzschale einen zwiespältigen Eindruck. Zwar klickt man sie schnell und einfach in die mitgelieferte Isofix-Basis ein, insgesamt wirkt die Kombination aber recht kippelig und wenig vertrauenerweckend – trotz Stützfuß. Der schränkt den Einsatz in manchen Autos ein. Befinden sich im Fahrzeugboden Staufächer, dürfen Sitze mit Stützfuß nur montiert werden, wenn der Fahrzeughersteller spezielle Füllelemente anbietet.

Mehr noch: Angesichts des Preises von knapp 480 Euro überzeugt die teils lieblose Verarbeitung nicht. Zudem sind die Farbpunkte, die den korrekten Einbau der Basis des Kiddy-Sitzes anzeigen sollen, im dunklen Fahrzeug kaum sichtbar.

Kindersitztest 2018 - Joie i-Gemm Foto: Dino Eisele

Besser löst das der Vaya i-Size aus der Platinum-Reihe von gb mit den Farbindikatoren oben auf dem Stützfuß. Insgesamt hinterlässt der Sitz einen guten Eindruck. Zwar liegt er mit knapp 15 Kilogramm Eigengewicht schwer in der Hand, ist aber trotzdem mit wenigen Handgriffen schnell eingebaut. Zudem bleibt er lange im Einsatz, denn er ist auch für ältere Kinder geeignet, die unter bestimmten Voraussetzungen vorwärtsgerichtet mitfahren dürfen. So verzichten junge Eltern zwar auf eine herausnehmbare Sitzschale, durch den Drehmechanismus gelingt das Babyanschnallen dennoch einfach.

Der Crashtest mit einem Dummy in Größe und Gewicht eines etwa anderthalbjährigen Kindes stellt für den Sitz kein Problem dar: Der Vaya i-Size schützt die kleinen Mitfahrer zuverlässig und ist „empfehlenswert“. Die guten Ergebnisse, die solide Verarbeitung und die lange Einsatzdauer relativieren somit den Preis von rund 450 Euro wieder.

Noch teurer geht es bei Recaro. Rund 700 Euro kostet der Zero.1 Elite i-Size. Ganz schön happig. Dafür überzeugt die Leistung. Obwohl die seitlichen, für die Sicherheit nicht relevanten Kunststoffblenden am Sockel beim Crash reißen, besteht der Sitz den Test locker. Zudem ist er ebenfalls für Kinder bis 105 Zentimeter Größe geeignet – also bis sie etwa viereinhalb Jahre alt sind.

Eltern bekommen auf der einen Seite einen hochwertigen Sitz mit vielen cleveren Details wie der herausnehmbaren Schale für kleinere Babys. Auf der anderen Seite ist das Handling wenig erfreulich, denn der Recaro-Sitz ist sehr schwer, voluminös und verlangt beim Einbau teilweise mehr als zwei Hände. Zudem gelingen einige Handgriffe dabei kaum intuitiv – das dicke und unübersichtliche Büchlein mit der Bedienungsanleitung ist nur wenig hilfreich. Wer einen Kindersitz sucht, den er ab und zu in verschiedene Autos einbauen möchte, wird mit diesem Modell wohl kaum glücklich – obwohl es empfehlenswert ist.

Auch für ältere Autos geeignet

An dieser Stelle punktet die Babyschale i-Gemm von Joie ohne Isofix-Befestigungssystem. Sie ist nicht nur leicht, sondern auch äußerst flexibel. Als einziges Modell in dieser Testgruppe darf sie mit dem fahrzeugeigenen Dreipunktgurt angeschnallt werden – ist also auch für ältere Fahrzeuge ohne Isofix-Haken geeignet.

Und die macht ihre Sache gar nicht schlecht: Die übersichtliche und gut verständliche Anleitung sowie die Skizzen direkt auf dem Sitz helfen beim ersten Einbau, mit etwas Übung geht das Angurten schnell von der Hand. Zudem wirken die verwendeten Materialien hochwertig und ordentlich verarbeitet.

Kindersitz-Test 2015, Gruppe 0/0+, Babyschalen Kindersitz-Test 2015 (Gruppe 0/0+) Totalausfall beim Babyschalen-Crashtest

Für knapp 150 Euro scheint die i-Gemm ein Geheimtipp zu sein – auf den ersten Blick zumindest. Der Crashtest offenbart aber Schwächen: Die Messwerte im Brustbereich liegen knapp im roten Bereich und zeigen somit ein sehr hohes Verletzungsrisiko – vor allem für rückwärtsgerichtete Sitze ist diese Kräfteverteilung ein untypisches Bild. Äußerliche Beschädigungen, die Hinweise auf die Ursache geben könnten, sind jedoch nicht erkennbar. So erhält die Babyschale am Ende das Urteil „bedingt empfehlenswert“. Bei der Variante mit Isofix sieht das Ergebnis deutlich besser aus.

Joie i-Gemm mit Isofix im Nachtest

Mit hohen Belastungswerten im Brustbereich konnte die Babyschale i-Gemm von Joie beim ersten Crash-Versuch nicht überzeugen. Getestet wurde dabei die Variante, bei der die Schale nur mit dem fahrzeugeigenen Dreipunktgurt befestigt wird. Sicherer ist es jedoch, den Sitz auf der passenden Isofix-Basis zu montieren, wie die Auswertung des Nachtests zeigt. Beim zweiten Versuch bleiben alle Messwerte im grünen Bereich (HIC15 frontal: 482, Kopfbeschleunigung: 67,5 g, Brustbeschleunigung: 46,2 g). Somit erhält das Joie-Modell in Kombination mit der i-Base das Urteil „empfehlenswert“. Zwar kostet die Basis knapp 100 Euro extra, doch die Investition lohnt sich – nicht nur für die Sicherheit. Auch beim Handling ist sie ein Zugewinn, denn das umständliche Angurten der Schale entfällt. Die Montage beschränkt sich darauf, die beiden Isofix-Haken zu arretieren und den Stützfuß einzustellen. Im täglichen Gebrauch wird die Schale mit einem Handgriff auf die Basis gesetzt. Farbmarkierungen zeigen, ob sie korrekt eingehakt ist.

Kindersitztest 2018-Babyschalen

Getestete Kindersitze*

Preis

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Babyschalen

gb Platinum Vaya i-Size

 

479,95 €

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Joie i-Gemm**

 

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Joie Isofix-Basis

99,00 €

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Kiddy Evoluna i-Size

 

398,80 €

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479,99 €

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Recaro Zero.1 Elite i-Size

 

679,95 €

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699,95 €

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*  = empfehlenswert,  = bedingt empfehlenswert,  = nicht empfehlenswert** Empfehlenswert in Verbindung mit der Isofix-Basis

Kindersitztest 2018 - Ergebnis Babyschalen Foto: AMS

So haben wir getestet

Seit 25 Jahren testet auto motor und sport zusammen mit dem TÜV Süd Kindersitze. Um einen möglichst realitätsnahen Frontalaufprall zu simulieren, liegen die Anforderungen dabei bewusst höher als in der Zulassungsnorm. So wird im Test die Crash-Karosserie eines VW Golf V aus rund 50 km/h innerhalb von etwa 50 Zentimetern abgebremst, wobei Kräfte von rund dem 30- Fachen der Erdbeschleunigung wirken. Zum Vergleich: Die Norm verlangt nur Werte bis 28 g. Um auch das Handling im Alltag, den Komfort für das Kind sowie die Bedienungsanleitung bewerten zu können, wurden alle Sitze im Praxistest in verschiedene Fahrzeugmodelle eingebaut.

Welcher Sitz passt zu meinem Kind?

Bis zum zwölften Lebensjahr oder bis sie 1,50 Meter groß sind, dürfen Kinder nur in einem Sitz mitfahren, der nach Norm zugelassen ist. Hier sind zum einen Sitze der alten Regelung ECE R44/03 sowie ECE R44/04 erlaubt. Die Rückhaltesysteme sind je nach Gewicht des Kindes in fünf Gruppen unterteilt: Gruppe 0 für Babys bis zehn Kilogramm (rund neun Monate), Gruppe 0+ für Babys bis 13 kg (rund 18 Monate), Gruppe I für Kinder zwischen 9 und 18 kg (neun Monate bis vier Jahre), Gruppe II für Kinder zwischen 15 und 25 kg (drei bis sieben Jahre) und Gruppe III für Kinder zwischen 22 und 36 kg (sechs bis zwölf Jahre).

Parallel gilt seit 2013 die UNECE R 129, die zunächst Sitze für Babys und Kleinkinder umfasst. Sie teilt die Sitze nach der Größe des Kindes ein und stellt höhere Anforderungen an den Seitenaufprallschutz. Außerdem dürfen Kinder bis 15 Monate nur rückwärtsgerichtet mitfahren.

Tipps für den Sitzkauf

Kindersitze werden beim Autohändler, im Baumarkt, im Fachhandel und natürlich auch im Internet angeboten. Aktuell sind rund 10.000 Produkte von über 100 Herstellern verfügbar. Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengefasst:

Wo kann ich mich informieren?

Die unabhängigen Tests von auto motor und sport geben Auskunft über die Güte von Kindersitzen. Auch die Verbraucherzentrale erläutert gerne, worauf Sie beim Kauf achten sollten. Auf den Internetseiten der Kindersitzhersteller finden Sie meist Übersichten kompatibler Fahrzeuge sowie Bedienungsvideos.

Was sollte ich beachten?

Vor dem Kauf sollten Sie den Sitz im eigenen Fahrzeug ausprobieren, denn nicht jedes Produkt passt optimal in jedes Auto. Um Einbaufehler zu vermeiden, muss die Bedienungsanleitung genau befolgt werden. Der Kindersitz muss sich sicher fixieren lassen, vor allem den richtigen Gurtverlauf sollten Sie beachten. Bei jeder Fahrt müssen die Kinder sorgfältig im Sitz gesichert sein.

Woran erkenne ich gute Beratung?

Ein guter Berater, beispielsweise in einem Fachgeschäft, stellt Ihnen mehrere Sitzarten vor und erklärt deren Vor- und Nachteile. Bringen Sie, wenn möglich, Ihr Kind zur Beratung mit – denn nur wenn sich die Kleinen im Sitz wohlfühlen, werden sie auch über einen längeren Zeitraum darin sitzen bleiben. Weiterhin sollte Ihnen die Möglichkeit gegeben werden, den Sitz unter Anleitung richtig in Ihr Fahrzeug einzubauen.

Wo kann ich Kindersitze kaufen?

Am besten im Fachhandel vor Ort. Denn beim Kauf im Internet entfällt die Möglichkeit, den Kindersitz vorher auszuprobieren. Die Rückgabe ist hier oft nicht möglich, da Kindersitze als sicherheitsrelevante Ausstattung häufig vom Umtausch ausgeschlossen sind. Zudem bewegt sich die Ersparnis gegenüber dem Fachhandelspreis im einstelligen Prozentbereich.

Isofix einfach nachrüsten

In Zukunft wird beim Thema Kindersitze niemand an der Befestigung via Isofix vorbeikommen, denn in der neuen Zulassungsnorm R129 ist dieses System als Voraussetzung für die meisten Sitzkonzepte vorgesehen. Bei diesem Konzept verfügen die Kindersitze und Babyschalen über spezielle Arme, welche in die dazu passenden Haltebügel in den Fahrzeugsitzen eingehakt werden. Dadurch wird nicht nur die Montage im Auto erleichert, sonder auch das Risiko eines falschen Einbaus verringert.

Isofix wurde bereits in den 1990er-Jahren vorgestellt, eine allgemeine, herstellerübergreifende Zulassung gibt es aber erst seit 2004. Für neu homologierte Automodelle ist Isofix seit 2006 gesetzlich vorgeschrieben, für alle Neufahrzeuge seit 2011. Dementsprechend sind viele ältere Autos noch nicht mit Isofix ausgestattet, wodurch sich die Auswahl an geeigneten Sitzen nach und nach verringern wird. Viele Sitze dürfen ohne Isofix nicht verwendet werden. Dazu gehören viele neue Sitze und Reboarder mit Seitenaufprallschutz.

Einige Hersteller, wie beispielsweise Ford, Toyota und Volvo sowie viele Marken des VW-Konzerns, bieten allerdings Nachrüstlösungen an. Möglich ist der nachträgliche Einbau dann, wenn das Isofix-System ursprünglich schon ab Werk für den Wagen als Ausstattung vorgesehen war. Infos darüber geben entweder die Bedienungsanleitung oder Werkstätten, die anhand der Fahrgestellnummer nach passenden Bausätzen suchen können. Wie einfach oder kompliziert sich die Montage gestaltet, hängt vom Fahrzeug ab, doch oft sind die entsprechenden Bohrungen schon vorbereitet.

Die Preise für die Nachrüst-Kits können je nach Hersteller variieren. Während die Halterungen bei Ford und Volvo schon ab etwa 25 Euro zu haben sind, werden bei Audi rund 75 Euro dafür fällig. Dazu kommen noch die Montagekosten für rund eine halbe Stunde Arbeitszeit. Handwerklich Versierte können die Isofix-Haken aber meist auch selbst einbauen. Eine zusätzliche Abnahme durch den TÜV oder ähnliche Prüfstellen ist normalerweise nicht nötig, sofern die Halterungen mit EG-Typgenehmigung für das jeweilige Auto homologiert und freigegeben sind und sich das Fahrzeug zudem im Originalzustand befindet.

Vorsicht bei Gebrauchten

Ein neuer Kindersitz ist ist in vielen Fällen eine teure Angelegenheit. Deshalb ist die Verlockung groß, einen gebrauchten, viel günstigeren Sitz auf einem der Kleinanzeigenportale im Netz zu kaufen – vor allem wenn er nur als Zweitsitz eingesetzt werden soll. Doch die meist privaten Angebote bergen Risiken, deren sich auch die Verkäufer oftmals nicht bewusst sind. Selbst wenn der Kindersitz optisch kaum Gebrauchs- oder Verschleißspuren aufweist, kann er unsicher sein. Unfallschäden sind nicht nur für Laien schwer bis gar nicht zu erkennen. Außerdem sind Kindersitze im Auto oft über Jahre hinweg Sonneneinstrahlung und extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Dadurch können nicht sichtbare Mikrorisse im Kunststoff entstehen. Durch die Materialermüdung ist die Stabilität der Sitzschale bei einem Crash nicht mehr vollkommen gewährleistet.

Falls Sie die Vergangenheit des Sitzes kennen, weil Sie ihn beispielsweise von Bekannten kaufen, sollten Sie dennoch auf bestimmte Dinge achten: Beim Kauf sollte der Sitz nicht älter als fünf Jahre sein, denn man darf nicht vergessen, dass Ihr Kind speziell in Sitzen der Gruppe II und III einige Jahre darin mitfahren wird. Viele Sitze lassen sich verstellen oder umbauen; achten Sie deshalb darauf, dass alle Bestandteile wie Einlagen, Gurte samt Polstern sowie die Bedienungsanleitung vorhanden sind. Ebenso müssen alle Verstell- und Verriegelungssysteme und speziell das Gurtschloss funktionstüchtig einrasten und dürfen keine Beschädigung aufweisen. Wichtig ist vor allem bei Babyschalen, Reboardern, Isofix- und Top-Tether-Sitzen die Freigabe der Einbauposition für Ihr Fahrzeug. Im Zweifel lässt sich das auf den Webseiten der Hersteller recherchieren. Auch ein gebrauchter Sitz muss eine der aktuellen Prüfnormen erfüllen. Ältere Sitze der ECE R44 mit der Prüfnummer 01 oder 02 am Ende dürfen seit 2008 nicht mehr verwendet werden.

Fazit

Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwei der vier Sitze zeigen Schwächen – das sind mindestens zwei zu viel. Zugegeben, wir stellen deutlich höhere Anforderungen an die Sitze als die Zulassungsnorm, orientieren uns dabei aber an realistischen Unfallszenarien. In Hinblick auf die Sicherheit sollte es nicht zu viel verlangt sein, ausgereifte Produkte anzubieten – vor allem angesichts der teils deftigen Preise und der Tatsache, dass zwei Sitze die Anforderungen meistern. Sowohl der Kiddy Evoluna i-Sizeals auch der Joie i-Gemmohne Isofix hinterlassen keinen überzeugenden Eindruck. Wie es besser geht, zeigen der handliche gb Platinum Vaya i-Sizeund der Recaro Zero.1 Elite i-Size– sie bestehen den Crashtest ohne Probleme. Aber auch die knapp 100 Euro teurere Isofix-Version des Joie i-Gemm konnte uns im Nachtest überzeugen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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