Basis-Diesel

A4 gegen 3er und C-Klasse

Foto: Hans-Dieter Seufert 57 Bilder

Größer, agiler, intelligenter: Der neue Audi A4 2.0 TDI dient sich als Allroundtalent in der feinen Mittelklasse an. Reicht die schön verpackte Technik, um BMW 318d und Mercedes C 200 CDI den Rang abzulaufen?

Zumindest eins steht schon vor dem ersten Vergleich des neuen A4 mit seinen stärksten Rivalen fest: Ein DIN-A4-Blatt – genau 29,7 × 21 Zentimeter groß – reicht weder, um sein Plus an Grundfläche darzustellen, noch für die Auflistung aller Innovationen, die Audi seinem Bestseller mitgegeben hat. Von der neuen Plattform mitsamt Achsen, Lenkung und Kraftübertragung über komplett renovierte Motoren bis hin zu modernsten Infotainment- und Assistenzsystemen – selten zuvor hat ein Hersteller so viel in einen Modellwechsel investiert. Logisch, dass der Neue nicht nur besser, größer und eleganter, sondern auch etwas schwerer (20 kg) und teurer (450 Euro) geworden ist. Mit 32 350 Euro liegt der populäre 2.0 TDI mit Ambition-Paket zwar unter dem vergleichbaren Mercedes C 200 CDI Avantgarde (34 010 Euro), aber über dem gleich starken BMW 318d (29 950 Euro). Bei dem müssen allerdings sogar Klimaautomatik, Alufelgen und Nebelscheinwerfer extra bezahlt werden, während Mercedes für ein banales CD-Radio Aufpreis verlangt. Selbst der vergleichsweise gut bestückte, qualitativ leicht überlegene Audi lässt sich problemlos um einige Tausender verteuern, wobei speziell die Einparkhilfe wegen der mäßig übersichtlichen Karosserie zu den sinnvollen Optionen gehört. Größere Zuschläge bedingen naturgemäß die umfangreichen Infotainment-Angebote, die nunmehr auch im A4 über einen zentralen Drehknopf gesteuert werden. Soundsystem, Music- Interface, Bluetooth-Autotelefon und DVD-Routenführer machen den Innenraum zu einer vernetzten Schall- und Schaltzentrale, die jedoch einige Gewöhnung und teils umständliche Eingaben über die MMI-Tastatur erfordert. Schon zum Aktivieren der Sitzheizung sind zwei Schritte nötig, wobei die vielen, bei Nacht aufdringlich rot leuchtenden Schalter eher verwirren. Beim Dreier mit i-Drive kommt erschwerend die unübersichtliche Bildschirmgrafik hinzu, während man die C-Klasse nicht zuletzt wegen der klaren Menüführung noch fast intuitiv bedienen kann. Traditionsgemäß bietet der Mercedes außerdem eine üppige Sicherheitsausstattung (Presafe, Knie-Airbag), die nur bei den optionalen Assistenzsystemen (Spurwechselwarner, automatische Abstandsregelung) vom Audi übertroffen wird. Mehr Platz als bei den Rivalen sollte man jedoch von dessen Plus an Radstand und Länge nicht erwarten, sowohl beim Innen- wie beim Kofferraum gibt es kaum Differenzen. Vier Erwachsene fühlen sich jeweils gut aufgehoben, am ehesten taugt noch die wenig ausgeformte Rückbank der C-Klasse zur Unterbringung eines fünften Passagiers. Vor allem vorne vermisst man dafür jene Seitenführung, wie sie die Sportsitze der beiden anderen Testwagen (beim BMW optional) mitbringen. Das ansonsten sehr bequeme Gestühl stimmt indes nur darauf ein, was den Mercedes in erster Linie auszeichnet: Komfort. Wie sein Fahrwerk selbst grobe Straßenverwerfungen wegsteckt und die Insassen vor lästigen Stößen verschont, verdient höchsten Respekt. Auch das samtige Abrollen und das magenfreundliche Ansprechen auf langen Bodenwellen hieven ihn auf ein Niveau, das die Konkurrenten so nicht bieten können.

Kompletten Artikel kaufen
Vergleichstest Audi A4 2.0 TDI, BMW 318d, Mercedes C 200 CDI
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 5 Seiten)
1,99 €
Jetzt kaufen
Live Abstimmnung 3 Mal abgestimmt
Ihre Nummer eins in der Mittelklasse?
VW Passat
Mercedes C-Klasse
Audi A4
BMW 3er
Ford Mondeo
Opel Vectra
Mazda 6
Toyota Avensis
Keines der genannten Autos

Schon der A4 ist zwar besser gedämpft und neigt sich in Kurven weniger zur Seite, wirkt aber spürbar straffer. Abgesehen davon kann man ihm wenig vorwerfen, zumal der entscheidende Fortschritt gegenüber dem Vorgänger bereits nach kurzer Strecke offenbar wird: Das unangenehme Stuckern der Vorderachse auf Querfugen glänzt nun – selbst ohne die optionalen variablen Dämpfer – weitgehend durch Abwesenheit. Doch nicht nur der Komfort profitiert von der neuen Radaufhängung mit fünf leichten Alulenkern und der geringeren Kopflastigkeit, sondern auch das Fahrverhalten. Den Anspruch, in Dynamik und Agilität bei den Besten mitzumischen, löst der Audi jedenfalls mit Bravour ein. Störeinflüsse des Frontantriebs sind praktisch ausgeschaltet, ein Schieben über die Vorderräder ist allein in engen, schnellen Kurven noch zart erkennbar. Besonders die neue Zahnstangenlenkung, die nun ohne große Umwege auf die Lenkhebel einwirkt, trägt erheblich zum leichtfüßigen, präzisen Handling bei. Dagegen wirkt die C-Klasse namentlich bei Ausweichmanövern etwas gesetzter und behäbiger, was freilich keine Abstriche für die Fahrsicherheit bedeutet. Selbst der Dreier kann da nicht viel draufsetzen, schwächelt sogar etwas beim Bremsen auf μ-split und erfordert zum Teil mehr Konzentration und beherztes Zupacken. Aber mit seinem reaktionsfreudigen Fahrwerk, der spontanen, völlig störfreien Lenkung und der animierenden Direktheit vermittelt er noch immer jene Freude am Fahren, die das typische BMW-Gefühl ausmacht. Im Gegenzug sind echte Nehmerqualitäten vonnöten, denn die hölzerne, poltrige Federung kommt ihrer Aufgabe nur relativ unvollkommen nach und lupft die Insassen bisweilen aus den Sitzen. Entschieden sanftmütiger geht der Zweiliter-Diesel im 318d zu Werke, sowohl was die Laufkultur als auch das Temperament betrifft.

Die lange Übersetzung in den oberen Gängen mindert nachhaltig die Durchzugskraft, in Verbindung mit dem jüngst eingeführten, überzeugenden Start-Stopp-System und weiteren Sparmaßnahmen aber ebenfalls den Verbrauch. Mit 7,8 Liter/100 km genehmigt er sich im Testmittel allerdings nur 0,2 Liter weniger als der A4, dessen neuer Common-Rail-TDI mit hoher Drehfreude und Elastizität hier klar die Spitze markiert. Sogar das leichtgängige, exakte und gut abgestufte Sechsganggetriebe passt besser als die stramme BMW-Schaltung, während der etwas schwächere C 200 CDI beim Antrieb keine echten Glanzpunkte setzen kann. Noch weniger gilt das traditionell für die Preisgestaltung, so dass die hohen Kosten für Anschaffung und Unterhalt den Vorsprung gegenüber dem günstigen BMW fast wieder aufzehren. Trotzdem verweist der Mercedes mit seiner harmonischen Abstimmung und dem überlegenen Komfort den Dreier in der Summe auf die Plätze. Die beste Wahl ist allerdings keiner von beiden, denn diese Ehre gebührt dem Audi. Wer so gleichmäßig punktet und keinerlei gravierende Schwäche zu erkennen gibt, müsste eigentlich 1A statt A4 heißen.

Fazit

1. Audi A4 2.0 TDI Ambition
503 Punkte

Einstand nach Maß für den A4: Er verknüpft guten Komfort mit agilem Handling, der neue TDI ist sparsam und kräftig. Ein gelungenes Auto zum fairen Preis.

2. Mercedes C 200 CDI Avantgarde
478 Punkte

Wer vor allem entspannt, bequem und sicher reisen will, ist hier goldrichtig. Der schwache, durstige Diesel und die hohen Kosten mindern aber das Vergnügen.

3. BMW 318d
474 Punkte

Der 318d überzeugt mit agilem Handling, niedrigem Verbrauch und günstigen Preisen. Kritik verdienen jedoch Federung, Durchzug und Ausstattung.

Zur Startseite
Technische Daten
Audi A4 2.0 TDI Ambition BMW 318d
Grundpreis 34.200 € 29.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4701 x 1826 x 1427 mm 4520 x 1817 x 1421 mm
KofferraumvolumenVDA 480 bis 962 l 460 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 105 kW / 143 PS bei 4200 U/min 105 kW / 143 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 216 km/h 210 km/h
0-100 km/h 9,8 s 9,5 s
Verbrauch 4,5 l/100 km 4,7 l/100 km
Testverbrauch 8,0 l/100 km 7,8 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Die neue Ausgabe als PDF
SUV Nissan Altima-te AWD Kettenfahrzeuge aus aller Welt Die schärfsten Kisten mit Ketten Erlkönig Land Rover Discovery Sport Land Rover Discovery Sport (2019) Künftig auch als Hybrid-SUV
Promobil
Suzuki Jimny als Wohnmobil Verrückter Trend aus Japan Suzuki Jimny als Campingfahrzeug Hobby Vantana K60 Fs en vogue Seite Hobby Vantana K60 Fs-Veredelung Mit dem en vogue voll in Mode?
CARAVANING
Ford Ranger Pick-up mit Power Ford Ranger zieht 15 Caravans Automatikgetriebe Automatik-Getriebe im Vergleich Effizient und schnell Schalten
Anzeige
Alle Automarken von A-Z
Markenbaum Sideteaser Erlkönige, Neuvorstellungen und Tests von allen Marken
Gebrauchtwagen Angebote