Basis-Lager - BMW 520i und Mercedes E 200 Kompressor

BMW 520i und Mercedes E 200 Kompressor bilden bei den beiden deutschen Herstellern den Einstieg in die obere Mittelklasse. Mercedes stärkt den Vierzylinder-Basismotor per Kompressor, BMW kontert mit sechs Zylindern, mehr Hubraum und mehr Leistung.

Schon Mitte des Jahres löste im E 200 ein 163 PS starker Zweiliter-Motor mit Kompressoraufladung den gleich großen Sauger mit 136 PS als schwächsten Benzinmotor ab. BMW kontert nun mit dem jüngst überarbeiteten 520i. Der kleinste Reihensechszylinder im BMW-Programm hat nun 2,2 Liter Hubraum und leistet 170 PS, 20 mehr als zuvor. Ein weiterer Zuwachs ist beim maximalen Drehmoment zu verzeichnen: 210 Nm bei 3500/min (Vorgänger: 190 Nm bei 4200/min) erreicht der neue 520i. Der aufgeladene Vierzylinder des Mercedes zeigt einen anderen Drehmomentverlauf: maximal 230 Nm – und die schon bei 2500/min.

Solchermaßen erstarkt versprechen beide Basis-Benziner adäquate Motorisierungen für Limousinen, die in einer sehr anspruchsvollen Preisklasse rangieren. Für den BMW 520i muss man mindestens 61.200 Mark hinblättern, der Mercedes E 200 kostet in der getesteten Elegance-Ausführung sogar 66.990 Mark.

Unterschiedlicher als die Triebwerke von BMW 520i und Mercedes E 200 können zwei in Hubraum und Leistung ähnliche Motoren in ihrem Charakter dann auch kaum sein. Einerseits der BMW, seidenweich im Lauf, turbinenartig hochdrehend und akustisch dabei stets mit vornehmer Zurückhaltung. Andererseits der Mercedes mit typischem Vierzylinder-Brummen und deutlich höherem Geräuschpegel.

Im subjektiven Leistungsempfinden hat aber der E 200 mit seinem bulligen, spontanen Antritt aus dem Drehzahlkeller mehr zu bieten. Der BMW fühlt sich im Vergleich dazu schmalbrüstig an. Er verlangt, möchte man zügig unterwegs sein, nach hohen Drehzahlen. Weil er so leise läuft, kommt es bisweilen vor, dass erst der Drehzahlbegrenzer bei 6600/min zum Hochschalten mahnt. Anders der Mercedes: Ausdrehen der Gänge bringt nicht viel, frühes Hochschalten wird durch kraftvollen Schub belohnt.

Überraschenderweise stehen die ermittelten Elastizitätswerte im Widerspruch zum subjektiven Eindruck. Nur beim Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h im vierten Gang hat der Mercedes die Nase vorn. Ansonsten bietet der BMW den besseren Durchzug.

Obwohl der BMW das größere Sparpotenzial besitzt, wie die auto motor und sport-Normrunde zeigt (520i: 8,4 L/100 km, E 200: 8,7 L/100 km), liegt der Testverbrauch in der Praxis mit 11,3 L/100 km um einen halben Liter über dem des Mercedes. Außerdem ist der BMW-Motor auf Super Plus ausgelegt, dem Mercedes reicht Superbenzin.

Punkte verliert der BMW auch beim Bremsen. Mit kalten und warmen Bremsen braucht der 520i aus 100 km/h über zwei Meter mehr bis zum Stillstand als der etwas breiter bereifte E 200. Zudem ist das Pedalgefühl im BMW weicher als beim Mercedes, dessen Bremse sich durch den exakter spürbaren Druckpunkt besser dosieren lässt.

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Technische Daten
BMW 520i Mercedes E 200 Kompressor Elegance
Grundpreis 32.050 € 34.725 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4775 x 1800 x 1435 mm 4818 x 1799 x 1441 mm
KofferraumvolumenVDA 460 l 520 l
Hubraum / Motor 2171 cm³ / 6-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 125 kW / 170 PS bei 6250 U/min 120 kW / 163 PS bei 5300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 226 km/h 222 km/h
0-100 km/h 9,4 s 9,7 s
Verbrauch 9,0 l/100 km 8,9 l/100 km
Testverbrauch 11,3 l/100 km 10,8 l/100 km
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