BMW 1er vs. Mini Cooper Vergleichstest

Duell der kleinen Diesel-Bayern

Mini Cooper D, BMW 116d Foto: Hans-Dieter Seufert 27 Bilder

BMW 116d trifft auf Mini Cooper D. Zwei spritzige kompakte Diesel aus gleichem Haus, ein Ziel: die Freude am Fahren mit der am Sparen zu verbinden. Wenn nur der Preis nicht wäre. Die beiden kleinen Bayern treffen im Vergleichstest aufeinander. Wer bietet mehr Sparspaß?

Haben es alle mitbekommen? Der Mini Cooper D brummt seit seinem Facelift im Herbst mit einem neuen konzerneigenen 1,6-Liter-Diesel. Ah, der aus dem 116d? Ähm, nein, falsch, denn der kleine 1er untertreibt mit seinem Typenschild: Sein Dieselherz hat zwar ähnlich viel Leistung und Drehmoment, aber zwei Liter Hubraum. Fragt sich doch, welcher Antrieb besser, sparsamer und spaßiger ist: Der des Mini Cooper D oder der des BMW 116d?

Kompletten Artikel kaufen
Vergleichstest BMW 116d und Mini Cooper D Wer bietet Sparspass?
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 4 Seiten)
1,99 €
Jetzt kaufen

Motor des Mini Cooper D wirkt rauer als der des BMW 116d

Stuttgart West. Eine kalte Nacht hat den Mini in eine Schneedecke gehüllt, was den Zwerg zu ärgern scheint: Bei minus drei Grad hustet und vibriert er vor sich hin. Ganz so, als wolle er zeigen, wie furchtbar kalt ihm ist. „Warmduscher“ scheint der BMW 116d zu murmeln. Trotz Frost startet er ruhiger und gedämpfter in den Tag, kaschiert seine Verbrennungsart vor allem mit stärkerer Dämmung.

Der Mini Cooper D legt hingegen seinen rauen Tonfall nie ganz ab und verfällt mitunter in ein Dröhnen – diese Macke hatte der Vorgänger-Motor nicht, der einer Kooperation mit PSA entstammte. Der gleich große Neue ist ein Ableger jenes Zweiliters, der hier im BMW 116d arbeitet. Erst dem nächsten 1er soll der kleine Diesel ab Ende 2011 unter die 100-Gramm-CO2-Marke helfen.

Mini Cooper D spurtet besser als der BMW 116d

Bis dahin muss sich der BMW 116d mit 115 PS und 260 Newtonmeter Drehmoment anstrengen, die Rücklichter des Mini Cooper D (112 PS, 270 Nm) nicht aus den Augen zu verlieren. Ruppiger Motorlauf hin oder her – der Mini zieht besser, vor allem gefühlt. Das Messgerät nimmt beim Sprint auf Tempo 100 lediglich eine Sekunde Vorsprung wahr. Den schwachen Durchzug im fünften und vor allem sechsten Gang sitzt man im BMW entweder aus oder schaltet in eine kleinere Übersetzung – wobei das Sechsganggetriebe nicht mit exakter Führung glänzt. Im Mini Cooper D rasten alle sechs Gänge hingegen satt ein.
 
Würde der Bauch entscheiden, es gäbe noch mehr Mini als bisher. Das Auto fühlt sich auch nach neun Jahren noch herrlich lebendig an. Besonders auf kurvigen Landstraßen entstaubt es das Gefühl, wie unterhaltsam Autofahren sein kann. Diesseits von Porsche-Power freut man sich auf jede Kurve – wie einst, als die Unterschrift auf dem Führerschein noch trocknete. Das sportlich abgestimmte Mini-Fahrwerk bietet jetzt einen Tick mehr Komfort, die präzise Lenkung erfreut unverändert.

BMW 116d mangelt es an Spritzigkeit

Sie fehlt auch dem 1er nicht. BMW gibt ihm sogar die besseren genetischen Anlagen für Fahrspaß mit: Dank Heckantrieb kämpft seine Lenkung nie mit Antriebseinflüssen, und an Traktion mangelt es selten. Nur die Spritzigkeit fehlt dem schweren BMW 116d. Er tritt wie ein ausgepowerter Sportler auf, dem schnell die Puste ausgeht. Wer etwas mehr Antritt sucht, wählt daher besser den 118d – mit 143 PS und 1.400 Euro Mehrpreis.
 
Applaus gibt’s nach der Verbrauchsrunde, auf der die Zweitürer BMW 116d und Mini Cooper D eine definierte Strecke (Stadt, Land, Autobahn) abfahren: 4,8 Liter auf 100 Kilometer genügen den Stiefbrüdern. Respekt. Vor allem für den BMW, der mit fast 1,4 Tonnen Leergewicht rund 200 Kilogramm mehr wiegt. Sein Trick: eine längere Getriebeübersetzung. Beim Sparen helfen beiden Modellen Start-Stopp-Systeme und Lichtmaschinen, die nicht immer mitlaufen, weil die Energie zum Laden der Batterie auch beim Bremsen erzeugt wird.

Unvernünftige Cockpitgestaltung im Mini Cooper D

So durchdacht der Mini Cooper D unter der Haube ist, so unvernünftig und verspielt bleibt sein Innenraum. Immerhin haben die Qualitätsrügen der vergangenen Jahre Wirkung gezeigt, die meisten harten Kunststoffverkleidungen sind nun einheitlich schwarz gefärbt und passen besser zusammen. Das Motto „Wer nichts anfasst, wird nicht enttäuscht“ gilt jedoch noch immer. Geblieben ist auch der Wunsch nach Sitzen mit Seitenhalt und der Zentraltacho, der nun mal zu diesem Cockpit gehört wie der Stern auf den Benz.

Wer sich jedoch anstrengt, das jeweilige Tempo abzulesen, läuft Gefahr, im Straßengraben zu landen – Zahlen, Zeiger und Blickwinkel passen nur dann zusammen, wenn man auf der Rückbank sitzt – was auf längeren Strecken so gemütlich ist, wie im VW Touran in der dritten Reihe zu puzzeln. Daher gibt es eine zusätzliche digitale Tempoanzeige hinter dem Lenkrad – und zwar serienmäßig. Noch erstaunlicher ist, dass der 52 Zentimeter längere BMW 1er hinten gerade mal einen Zentimeter mehr Platz für die Knie bietet. Dreifacher Trost: Die umständlich erreichbaren Fondplätze sind im BMW bequemer geformt, die Verarbeitung wirkt hochwertiger, und der Kofferraum fasst doppelt so viel Gepäck.

Mini Cooper D und BMW 116d kosten viel Geld

Zudem erleichtern kleine Helfer die Bedienung: Im BMW 116d befiehlt der i-Drive die Radio-Navigations-Einheit (ab 1.840 Euro) – jener Dreh-Drück-Knopf auf der Mittelkonsole, der sich nach kurzem Training intuitiv bedienen lässt. Der Mini Cooper D eifert dem nach und bietet auf Wunsch ein Navi mit i-Drive-Stöckchen (1.950 Euro Aufpreis), das ebenfalls aus der Mittelkonsole herausragt – jedoch länger ist, sich zerbrechlich anfühlt und mehr Konzentration bei der Bedienung erfordert.

Die Preisgestaltung ist bei beiden das düsterste Kapitel dieses Tests: 25.900 Euro kostet der zweitürige BMW 116d – Aufschlag für die empfehlenswerten Fondtüren: 750 Euro – , der Mini Cooper D startet bei 21.250 Euro. Ein einfaches CD-Radio ist zwar bei beiden Serie, eine Klimaanlage muss jedoch extra bezahlt werden. Und so schraubt sich der Preis schnell auf über 30.000 Euro hoch – sehr viel Geld für solch kleine Autos.
 
Wer gern unvernünftig ist, sitzt im verspielten Mini goldrichtig. Mit dem Cooper D ist jeder Kilometer nicht nur besonders, sondern auch sparsam. Doch im Vergleich zum leisen, größeren, praktischeren BMW 116d wirkt er wie ein Teenager im Turnschuh. Der BMW fühlt sich deutlich erwachsener an, obwohl er sich auf Wunsch ähnlich sportlich und sparsam bewegen lässt. 

Fazit

1. BMW 116d
468 Punkte

Der BMW 116d gibt sich nur bei Motorsound und Verbrauch zurückhaltend, bei Bedienung und Verarbeitung trumpft er auf. Im Gegensatz zum Mini überzeugt er mit sportlichen und praktischen Talenten.

2. Mini Cooper D
465 Punkte

Fast hätte er gewonnen, der Kurvenstar. Der Motor des Mini Cooper D nagelt zwar, geizt aber mehr mit Diesel als mit Antritt. Er ist kleiner und mit seinem Kofferräumchen unpraktischer, dafür aber auch günstiger als der 1er.

Technische Daten
Mini Cooper D Cooper BMW 116d
Grundpreis 21.350 € 24.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3723 x 1683 x 1407 mm 4239 x 1748 x 1421 mm
KofferraumvolumenVDA 160 bis 680 l 330 bis 1150 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 82 kW / 112 PS bei 4000 U/min 85 kW / 116 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 197 km/h 200 km/h
0-100 km/h 9,3 s 10,3 s
Verbrauch 3,8 l/100 km 4,4 l/100 km
Testverbrauch 6,2 l/100 km 6,4 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Mini Countryman Cooper D All4, VW T-Roc 2.0 TDI 4Motion Style, Exterieur VW T-Roc gegen Mini Countryman Kleine Diesel-SUV im Test
Beliebte Artikel VW Golf R, BMW 135i Coupé, Felge, Bremse BMW 135i und VW Golf R Zweikampf der Kompaktsportler Audi A1, Citroen DS3, Mini Cooper, VW Polo A1, DS3, Mini und Polo Diesel-Kleinwagen mit mächtig Chic
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Toyota Supra - Sportcoupé - Fahrbericht Toyota GR Supra (2019) Premiere in Detroit Lexus RC F Track Edition Lexus RC F Track Edition (2019) Mit 500 PS auf die Piste
Allrad Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro, Exterieur, Heck SUV Neuzulassungen November 2018 Audi und Porsche unter Druck
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker
Promobil Tür 13 Adventskalender 2018 Mitmachen und gewinnen Sportchronograph von Casio EDIFICE Spacecamper Limited (2019) auf VW T6 Spacecamper Limited (2019) Campervan-Allrounder auf VW T6
CARAVANING Tür 13 Adventskalender 2018 Mitmachen und gewinnen Sportchronograph von Casio EDIFICE LMC Style Lift 500 K (2019) Premiere LMC Style Lift 500 K Hubbetten-Caravan für Familien