Vergleich BMW 220d und Peugeot RCZ 2.0 HDi 160

Zwei sparsame Spaß-Coupés

BMW 220d, Peugeot RCZ 2.0 HDi 160, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 22 Bilder

Muss niedriger Verbrauch verhärmt daherkommen? Nein! Hier treten zwei schicke Zweitürer gegeneinander an – mit Bums unter der Haube, Sparsamkeit und reichlich Fahrspaß-Genen: der BMW 220d und der Peugeot RCZ 2.0 HDi 160.

Als Autofahrer mit Leib und Seele beäugen wir alles kritisch, was den Fahrspaß mindert. Etwa Downsizing, weil es uns viele Spaßtriebwerke nimmt. Doch prinzipiell ist am Trend zur Sparsamkeit wenig auszusetzen, wenn sie in Form eines BMW 220d oder eines Peugeot RCZ 2.0 HDi 160 daherkommt. Deren Dieselmotoren haben richtig Dampf (BMW: 380 Nm, Peugeot: 340) und lassen sich mit weniger als fünf Litern auf 100 Kilometer bewegen.

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BMW 2er mit 184 PS

Gegen diese Art der Sparsamkeit spricht nichts. Im Gegenteil: Sie schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel – ohne bei der Leistung zu knapsen. 184 PS stellt der BMW 2er bereit, 163 der Peugeot RCZ; üppig für kompakte Zweitürer. Und tatsächlich: Auf der Autobahn gehören beide zu den Schnellen, erreichen Tacho 200 fast schon mühelos.

Bayerische Motorenwerke, das ist Name und Verpflichtung zugleich. So wundert es nicht, dass der Zweiliter im BMW 2er etwas ruhiger läuft als jener des Peugeot, zudem kräftiger durchzieht, besser am Gas hängt und hochdreht. Der 220d beschleunigt über eine Sekunde schneller aus dem Stand auf Tempo 100. Allerdings steppt sein vortrefflicher Achtgangautomat die Fahrstufen auch zackiger durch, als es der Arm des Testers kann – der Peugeot RCZ HDi 160 ist nur handgeschaltet erhältlich.

Mehr Leistung bei gleichzeitig höherem Gewicht (rund 90 Kilogramm), das müsste sich negativ auf den Verbrauch niederschlagen. Eigentlich. Doch das bayerische Aggregat zeigt sich gleichermaßen potent wie effizient; auf 100 Kilometern kommt der BMW 2er im Schnitt mit fast einem halben Liter Diesel weniger aus als der Peugeot RCZ (6,5 zu 6,9 Liter).

Genug gespart – nun wollen wir unseren Spaß. Also rauf auf die Landstraße, der Spielwiese des Peugeot RCZ. Sein markanter Dachverlauf samt zwei Wölbungen und die ausgestellten Radhäuser im bulligen Heck verleihen ihm echten Sportwagen-Appeal; im direkten Vergleich erscheint der BMW 2er schlicht wie ein Zweitürer.

Auf Sport fokussierter Peugeot

Kehrseite des expressiven Designs: Im Fond des Peugeot RCZ gibt es weder nennenswert Kopffreiheit noch Platz für die Beine. Eigentlich ist die Rückbank nichts weiter als eine Ablagefläche für Gepäck, was den Peugeot de facto zum Zweisitzer macht. Im Fond des BMW 2er dagegen können zwei Erwachsene einigermaßen bequem reisen.

Ohnehin haben die BMW-Ingenieure verstärkt an den Alltagsnutzen gedacht: Die Rücksitzlehne lässt sich vom Kofferraum aus per Zug an einem Hebel entriegeln, die Ladekante ist angenehm niedrig und der Kofferraumausschnitt groß genug, um Sperriges aufzunehmen. Das mögen zwar keine Fahrspaß-Kriterien sein – doch sie gestalten das tägliche Leben mit dem BMW 2er angenehm.

Der Peugeot RCZ dagegen ist eindeutig auf Sport fokussiert. Ohne nennenswerte Seitenneigung stürzt sich das Coupé freudig in die Kurve. Leider fehlt es der Lenkung dabei an Rückmeldung; drohendes Untersteuern bemerkt man erst, wenn die Front bereits nach außen wandert. ESP wirft dann den Rettungsanker – holt ihn aber erst wieder ein, wenn die Vorderräder am Kurvenausgang gerade stehen. Das lähmt den Vorwärtsdrang. Schade auch, dass sich das Heck kaum zum Mitmachen ermuntern lässt: Auf bewusst herbeigeführte Lastwechsel zum Bekämpfen des Untersteuerns reagiert es taub.

Nicht so der BMW 2er: Er lässt sich zu leichten Heckstübern hinreißen, bleibt dabei einfach zu kontrollieren und vermittelt eine animierende Quirligkeit samt beruhigendem Sicherheitsgefühl. Dazu passen die zubeißenden Bremsen. Sein Fahrwerk ist straff abgestimmt, bietet dank optionaler adaptiver Stoßdämpfer allerdings einen deutlich besseren Langstreckenkomfort – unterstützt von den Sitzen, die nicht nur bequem sind, sondern auch eine perfekte Ergonomie bieten.

BMW 2er mit sparsamen Antrieb

Im Peugeot RCZ sitzt man etwas zu hoch, und die integrierten Kopfstützen sind zu kurz. Kleine Schwächen wie diese kann man dem RCZ verzeihen. Etwa wenn der Blick auf das liebevoll gestaltete Armaturenbrett fällt. Sympathiepunkte sammelt der Peugeot viele – aber zu wenig echte Punkte hier im Vergleich zum BMW 2er.

Der BMW 2er kehrt zwar den Sportwagen-Habitus nicht so offensiv nach außen, bietet aber mehr Platz und die umfangreichere Sicherheitsausstattung. Zudem bremst er hartnäckiger, ist komfortabler, hat den kräftigeren und zugleich sparsameren Antrieb und das agilere Fahrverhalten. Er gewinnt fast jedes Kapitel – nur bei den Kosten liegt der 220d hinten.

Doch den verlorenen Boden gegenüber dem BMW 2er kann der Peugeot RCZ alleine über seinen günstigeren Preis und die bessere Ausstattung nicht gutmachen. Man muss sich einfach bewusst für seine entschlossenere Art entscheiden und erhält einen außergewöhnlich designten Kompaktsportler mit Erstwagen-Charakter sowie großem Spaßpotenzial bei vertretbaren Kraftstoffkosten. Also durchaus eine Option für Autofans mit Leib und Seele.

Fazit

1. BMW 220d
525 Punkte

Der BMW 2er kann alles besser. Aber er ist teurer und kein reines Sportcoupé – dafür im Alltag reibungsärmer.

2. Peugeot RCZ 2.0 HDi 160
471 Punkte

Der RCZ kommt einem Sportwagen schon sehr nahe – Genre-typische Nachteile inklusive.

Technische Daten
BMW 220d Coupé Peugeot RCZ 2.0 l HDi 160
Grundpreis 34.600 € 31.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4432 x 1774 x 1418 mm 4287 x 1845 x 1362 mm
KofferraumvolumenVDA 390 l 321 bis 639 l
Hubraum / Motor 1995 cm³ / 4-Zylinder 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 135 kW / 184 PS bei 4000 U/min 120 kW / 163 PS bei 3750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h 225 km/h
0-100 km/h 7,2 s 8,3 s
Verbrauch 4,2 l/100 km 5,0 l/100 km
Testverbrauch 6,5 l/100 km 6,9 l/100 km
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