BMW 220d, Coupé, Cabrio, Vergleich Hans-Dieter Seufert
BMW 220d, Coupé, Cabrio, Vergleich
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BMW 220d Coupé und Cabrio

5000 Euro für ein bisschen Stoff und Luft

Für die offene Version des 2er verlangt BMW fast 5.000 Euro mehr als fürs Coupé. Dafür revanchiert sich das Cabrio mit erstaunlich viel Platz und agilem Handling.

Die typischen Cabrio-Schwachstellen umschifft der offene 2er mit Bravour: So sitzen Mitfahrer in Reihe zwei erstaunlich bequem und freuen sich über ausreichend Beinfreiheit, die eine steil stehende Rückbanklehne ermöglicht. Die lässt sich mit einem Griff nach vorn klappen, wodurch eine große Durchlade die Verbindung vom Koffer- zum Innenraum herstellt. Da die Verdeckmimik seitlich etwas Platz schluckt, sitzen die Passagiere jedoch dichter aufeinander als im Coupé.

Daher bleibt auch nur im geschlossenen 2er Platz für eine Armlehne und eine geteilt umklappbare Rückbank. Darüber hinaus schluckt dessen Kofferraum 55 Liter mehr Gepäck – bequemer einladen lässt es sich jedoch nicht: In beiden Fällen muss Ladegut durch eine kleine Öffnung manövriert werden. Der wuchtige Vierzylinder- Diesel mit 190 PS verbrennt hier wie da kernig, immerhin dämmt das Coupé Fahrgeräusche hörbar wirkungsvoller.

BMW 2er Cabrio über 100 Kilo schwerer

Dass das Cabrio genauso schnell auf Tempo 100 beschleunigt wie das 115 Kilo leichtere Coupé, hat einen Grund: die optionale Achtgangautomatik, die im Cabriolet-Testwagen verbaut war, während der geschlossene 220d mit manueller Sechsgangbox antrat. BMW beziffert das Getriebe-Mehrgewicht mit 20 Kilo, weshalb 95 Kilo auf die Cabriotypischen Versteifungen entfallen.

Und die machen sich auf schlechten Strecken bezahlt. So muss es schon über fiese Asphaltverwerfungen gehen, damit man ein minimales Zittern feststellt. Erst dann machen sich leichte Knarzgeräusche aus Richtung Fahrertür bemerkbar. Ganz so steif wie ein offener TT wirkt das 2er Cabrio nicht. Auf normalen Strecken ist davon aber genauso wenig zu spüren wie von Komfort- oder Handling-Unterschieden der beiden 2er: Im 18-Meter-Slalom und beim doppelten Spurwechsel liegt das Cabrio gar leicht vorn.

Kaum Schwächen beim 2er Cabrio

Dessen Qualitäten lässt sich BMW gut bezahlen: So liegt der offene 220d knapp 5.000 Euro über seinem geschlossenen Bruder. Die dürften beim Wiederverkauf kaum reinzuholen sein. Drei Jahre alte Vorgänger-1er liegen als Cabrio gebraucht nur etwa 1.000 Euro über dem Coupé, das bei BMW-Fans offensichtlich hoch im Kurs steht.

Bei Handling und Fahrdynamik liegt das geräumige und variable 2er Cabrio auf dem Niveau der geschlossenen Variante und muss sich auch hinsichtlich Steifigkeit und Geräuschkulisse nicht verstecken. Gelegenheits-Sonnenanbeter dürfte jedoch der Stoffdach-Aufpreis von knapp 5.000 Euro abschrecken.

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