BMW M3 Coupé (2000) im Test

Wo ist das dynamische Fahrverhalten?

Mit 343 PS bei 7900/min beeindruckt der Motor des neuen BMW M3 auf hohem Leistungs- und Drehzahlniveau. Aber beim Fahrvergnügen geht BMW mit einer elektronischen Stabilitätskontrolle auf Nummer Sicher.

Der ab Dezember lieferbare BMW M3 entspricht dem Zahlenverständnis seiner Zielgruppe: 343 PS Leistung und 100.000 Mark Kaufpreis etablieren den stärksten Dreier geschickt in einer niemandslandgroßen Nische.

Der Reihensechszylinder passt mit seiner spezifischen Leistung von 105,7 PS pro Liter Hubraum in eine elitäre Lücke. BMW bürstet damit den Sechszylinder-Boxer des Porsche GT3 ab, der es auf 100,1 PS/Liter bringt, und lässt fast ebenso viel Respektabstand zu den 112,9 PS/Liter des Ferrari 360 Modena-V8.

Dank deutlich breiterer Spur, ausgestellten Kotflügeln und entsprechend üppigen Reifen (vorn 225/45 ZR 18, hinten 255/40 ZR 18) steht der M3 kurz und breit auf der Straße. Vier Auspuffendrohre und eine billig auf den Kofferraumdeckel geklebte Spoilerlippe konterkarieren die wuchtige Gediegenheit des Coupés.

Der M3-Motor hängt ziemlich energisch am E-Gas. Ein unscheinbarer Druckschalter mit der Aufschrift Sport in der Mittelkonsole zündet eine Art Vorbrenner. Die sechs Einzeldrosselklappen reagieren dann auf kleinste Bewegungen und entfachen beim Gasgeben oder -wegnehmen eine Nervosität, die für den Stadt- und Stauverkehr zu hektisch ist. Andererseits ergänzen ein breites nutzbares Drehzahlband und das eng gestufte Sechsganggetriebe einander so fabelhaft, dass nie der Eindruck entsteht, der M3 wäre im falschen Gang unterwegs.

Beim Fahrverhalten schränken zwei Pole das einst klassische Fahrvergnügen deutlich ein: Der neue M3 ist vom Eigenlenkverhalten untersteuernd ausgelegt, und das hier DSC (Dynamische Stabilitäts Control) genannte ESP regelt viel zu früh. Ohne regulierende Elektronik liegt der Grenzbereich so hoch, dass der M3 seine immense Motorleistung selten in die früher gern gepflegte Driftakrobatik umsetzen kann.

Noch mehr gelitten als das M3-typische sportliche Fahrverhalten hat der Fahrkomfort. Die Michelin-Pilot-Sport-bereiften Vorderräder laufen jeder Längsrille nach. Kleine Bodenunebenheiten quittiert das Fahrwerk mit sportlich harten Schlägen. Bei aufeinander folgenden langen Bodenwellen versetzt die unterdämpfte Hinterachse bei Autobahntempo die gesamte Karosserie in rhythmische Schaukelbewegungen, die in schnellen Kurven ziemlich irritierend wirken.

Die Bremsen haben den M3 gut im Griff. Unbeladen verzögerte er im Mittel mit 10,1 m/s2 (38,2 Meter Bremsweg). Und mit 5,1 Sekunden beschleunigte der M3 von null auf 100 km/h um eine Zehntelsekunde schneller als die Werksangabe.

Fazit

Über allem thront die Motorleistung: Der 343 PS starke Sechszylinder glänzt in allen Drehzahlbereichen. Zum richtigen Sportwagen fehlt der dritten M3-Generation aber ein dynamischeres Fahrverhalten. Enttäuschend der Fahrkomfort bei Bodenunebenheiten.

Technische Daten
BMW M3 Coupé
Grundpreis 56.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4492 x 1780 x 1372 mm
KofferraumvolumenVDA 410 l
Hubraum / Motor 3246 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 252 kW / 343 PS bei 7900 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 5,1 s
Verbrauch 11,9 l/100 km
Testverbrauch 12,5 l/100 km
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