BMW M3 im Test

M3 mit sequentiellem Getriebe

Schalten wie in der Formel 1 mit Tasten am Lenkrad ermöglicht beim BMW M3 das so genannte SMG-Getriebe.

Genau genommen ist das für 4500 Mark Aufpreis lieferbare sequentielle Getriebe des BMW M3 gar keines: Tatsächlich wird nur das bekannte konventionelle Sechsganggetriebe von einem hydraulischen Schaltroboter bedient, der auf einen Fingertip am kurzen Schalthebel aktiv wird, wie das auch bei den echten sequentiellen Getrieben mit Schaltwalzen im Rennsport der Fall ist. Schalten auf Fingertip, das beherrscht der Tip- oder Steptronic- Modus moderner Automatikgetriebe bereits perfekt. Die rein mechanische Lösung im M3 umschifft allerdings den Wandler mit seiner Weichheit, der die spontane Reaktion aufs Gas behindert und einen gewissen Mehrverbrauch verursacht.

Gegenüber dem herkömmlichen Handschaltgetriebe verbucht der neue Schaltautomat drei Vorteile: Der Schaltvorgang wird generell und unab hängig vom Fahrer in raschen 0,4 Sekunden erledigt, der linke Fuß verbleibt am Boden, und das gefahrträchtige Zurückschalten eingangs enger Kurven verliert seine Tücke: Der Schaltautomat gibt etwas Gas und kuppelt so weich ein, daß nicht erhöhter Schlupf an der Hinterachse abruptes Übersteuern auslösen kann – bei BMW Fahrlehrgängen immerhin zu 90 Prozent als Ursache von Drehern diagnostiziert.

Komplettiert wird die Beschreibung des neuen Getriebes durch die Aufzählung der viel zu vielen Nachteile im täglichen Fahrbetrieb: Das beginnt mit dem ruppigen Schaltvorgang selbst, der unbeteiligte Mitfahrer einen Stümper am Volant vermuten läßt, der beim Schalten immer wieder mal zu viel Gas gibt und zu spät einkuppelt. Auch mit dem Anfahren am Berg klappt es noch nicht so recht. Weil der Automat nach dem Wechsel des Fußes von der Bremse zum Gas zu viel Zeit bis zum Einkuppeln verstreichen läßt und der M3 zurückrollt, gibt der Fahrer unwillkürlich mehr Gas. Der Erfolg ist ein Hüpfer à la Fahrschule.

Und auch der Modus der vollautomatischen Schaltung überzeugt nicht. Die heftige Zugkraftunterbrechung ist sehr unangenehm, und die mangels E-Gas des M3-Motors behelfsmäßig per Zündeingriff und Abschalten einzelner Zylinder stotternd reduzierte Motorleistung macht auch akustisch klar, daß das sequentielle Getriebe kein gelungenes Extra für den M3 darstellt.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • Kompakt geschnittene, übersichtliche Karosserie mit ausreichendem Raumangebot
  • guter Fertigungsqualität
  • Für kräftige Staturen etwas beengtes Raumgefühl
Antrieb
  • Durchzugsstarker und ungewöhnlich drehfreudiger Sechszylindermotor mit sehr guter Laufkultur
  • hervorragende Fahrleistungen
  • Sequentiell zu schaltendes Getriebe mit unbefriedigendem Schaltverhalten
Fahrkomfort
  • Zufriedenstellend gedämpftes Motorgeräusch ohne störende Resonanzen
  • bequeme Sitze mit guter Seitenführung
  • Eingeschränkter Federungskomfort durch straffe Abstimmung von Federung und Dämpfung
Fahreigenschaften
  • Sehr sichere Fahreigenschaften mit nahezu neutralem Kurvenverhalten
  • hohe Querbeschleunigung
  • sehr stabiler Geradeauslauf
  • Antriebsschlupfregelung nicht lieferbar
  • bei Nässe und glatter Fahrbahn kritisches Fahrverhalten bei vollem Leistungseinsatz
Sicherheit
  • Standfeste und auch im oberen Geschwindigkeitsbereich sehr wirksame Bremsen
  • in Anbetracht des hohen Leistungspotentials günstiger Kraftstoffverbrauch
  • Keine Rücknahmegarantie
Kosten
  • Angemessener Kaufpreis
  • günstiger Verbrauch
  • Hoher Wertverlust
  • hohe Unterhaltskosten
  • teurer Austauschmotor
  • sehr ungünstige Versicherungseinstufung
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