Chefsache

Der Mercedes S 600 demonstriert technische Kompetenz in geballter Form. V12-Motor mit Zylinderabschaltung und aktives Fahrwerk gehören zu den Highlights.

Die prestigeträchtige Zahl 600 ist geblieben, auch wenn die neue Toplimousine von Mercedes gar kein Sechshunderter mehr ist. Die zwölf Zylinder des nur in der Version mit langem Radstand angebotenen S 600 summieren sich zu einem Gesamthubraum von 5,8 Litern.

Außer dem klassischen V12-Zylinderwinkel von 60 Grad hat das neue Triebwerk nichts mit seinem Vorgänger gemeinsam. Es basiert auf der gleichen Motorenbaureihe wie die V6- und V8-Motoren des Hauses. Nicht vier, sondern nur drei Ventile pro Zylinder also, zu deren Betätigung eine Nockenwelle pro Bank genügt. Diese Konstruktion machte es leichter, die beim V12 serienmäßige Zylinderabschaltung zu realisieren. Im Teillastbereich läuft das Triebwerk als Reihensechszylinder, der wie ein V12 schwingungstechnisch voll ausgeglichen ist. Kein Wunder, dass die Teilzeitarbeit des Motors unauffällig bleibt. Der Fahrer merkt nichts davon. Allenfalls an der Tankstelle. Dass eine stark motorisierte Zwei-Tonnen-Limousine kein Sparwunder sein kann, ist klar. Ein Testverbrauch von 15,8 Liter/100 Kilometer stellt unter den gegebenen Bedingungen ein angemessenes Ergebnis dar.

Der neue V12 ist nicht ganz so kräftig wie der alte, der es auf 394 PS brachte. Er leistet 367 PS, was aber angesichts des um 200 Kilogramm reduzierten Gewichts der neuen S-Klasse-Generation keine Rolle spielt. Kraft gibt es im Überfluss, und sie wird mit der geschmeidigen Gleichmäßigkeit einer Turbine abgegeben. Wenn der Fahrer nach dem Einfädeln auf die Autobahn Vollgas gibt, ist die auf 250 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit erreicht, bevor der Nachrichtensprecher im Radio den Wetterbericht zu Ende gelesen hat. In dieser souveränen Leistungsentfaltung, die durch die nahezu unmerklich schaltende Fünfgangautomatik noch unterstrichen wird, liegt der eigentliche Reiz des Zwölfzylinders.

Auf der Autobahn ist der S 600 in seinem Element. Hier befördert er seine Insassen mit einem Komfort, der an den ruhigen Flug in einer Verkehrsmaschine erinnert. Dabei ist er nicht luftgefedert wie die anderen S-Klasse-Modelle. Im S 600 kommen konventionelle Schraubenfedern wie im CL-Coupé zum Einsatz, ergänzt durch die Active Body Control, die blitzschnell die Dämpfung den Bedingungen anpasst und so Karosseriebewegungen auf ein Minimum reduziert. Das ABC-Fahrwerk spielt seine Vorteile gegenüber der Luftfederung allerdings erst auf Landstraßen aus. Die Neigung der Karosserie bei hoher Querbeschleunigung erscheint zwar etwas stärker als beim straffer abgestimmten CL-Coupé, aber sie bleibt so gering, dass daraus ein echter Komfortvorteil resultiert.

Fazit

Fahrkomfort, Laufkultur sowie aktive und passive Sicherheit machen den S 600 zur besten Luxuslimousine der Welt. Ansatz zur Kritik bieten nur noch Kleinigkeiten.

Technische Daten
Mercedes S 600 L
Grundpreis 114.956 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5158 x 1855 x 1444 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l
Hubraum / Motor 5786 cm³ / 12-Zylinder
Leistung 270 kW / 367 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 6,6 s
Verbrauch 13,5 l/100 km
Testverbrauch 15,8 l/100 km
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