Citroën Berlingo 1.4, Fiat Doblò 1.2, Renault Kangoo 1.2

Foto: Hans-Dieter Seufert

Die Karriere der kompakten Hochdach-Kombis führt vom Kleingewerbler-Hinterhof in Deutschlands bessere Wohnlagen: Jetzt legt sich der neue Fiat Doblo mit den Trendsettern Citroën Berlingo und Renault Kangoo an.

Schwerter zu Pflugscharen, Kommunarden
zu Ministern. Und jetzt der
letzte Durchbruch der Achtundsechziger:
Er spiegelt sich in der Zulassungsstatistik
des KBA. Ausgerechnet.


Tatsächlich waren es die Friedensmarschierer,
die sich zuerst der Hochdach-
Kombis der Gas-Wasser-Installateure und
Klein-Gastronomen bemächtigten: Sie
brauchten den Platz der Kasten-Enten
und R4-Kombis für WG-Umzüge und
Campingurlaube in Wackersdorf.


Inzwischen haben sich die kleinen
Kastenwagen – frischer gestylt und motorisiert
– den Weg ins Establishment gebahnt:
Als Zweitwagen teilen sie sich gelegentlich
die Doppelgarage mit E-Klasse-
Kombis, noch häufiger aber befördern
sie junge Familien, denen ihre Variabilität
wichtiger ist als das gediegene Image der
Generation Golf.


Kleine Kasten-Kombis sind billig,
pflegeleicht und praktisch. Ihre Klassenlosigkeit
macht sie so uneitel, als wären
sie Blech gewordene Birkenstock-Sandalen,
und ihr Ladevolumen setzt keine Nutzungs-
Grenzen: Selbst gestandene Kompaktvans
bieten oft nicht mehr Stauraum,
obwohl sie mindestens 10 000 Mark teurer
sind.


So tut sich hinter der Heckklappe des
Citroën Berlingo ein maximales Kofferraumvolumen
von 2800 Litern auf, der
Renault Kangoo fasst bis zu 2380 Liter.
Aber im Vergleich zum neuen Fiat Doblò
müssen sich sogar beide Klassiker der
Hochdach-Bewegung geschlagen geben:
Sein Kasten-Heck schluckt, sobald die
hintere Rückbank umgelegt ist, imposante
3000 Liter.


Das freilich ist ein Wert, der vor der
erlaubten Zuladung verblasst: Die Grenze
der Legalität ist bereits bei 454 Kilogramm
erreicht. 508 Kilogramm sind es
beim Kangoo, und der Berlingo erfüllt die
Sehnsüchte der Freizeit-Gesellschaft mit
noch einmal 30 Kilogramm mehr.


Vor der Beförderung zum Lade-
Meister steht allerdings die Ernüchterung
beim Blick auf die Preislisten. Die niedrigen
Grundpreise der drei Raum-Wagen
sind nämlich nur die halbe Wahrheit:
Die Basis-Ausstattungen scheinen sich
ihrer Nacktheit so wenig zu schämen
wie einst die Damen des Tutti-Frutti-Fernsehballetts.


So kostet der Basis-Kangoo nur
22.492 Mark – aber ohne Servolenkung:
Sie berechnet Renault mit 997 Mark extra.
Die Zentralverriegelung gibt es für
450 Mark, eine zweite Schiebetür hingegen
nur in Verbindung mit dem stärkeren
1,4-Liter-Motor und der Expression-Ausstattung
– Preis ab 26.599 Mark.

Fazit

1. Citroën Berlingo
443 Punkte

Er ist der teuerste unter den drei Rivalen, aber auch der ausgewogenste: Speziell sein kräftiger, kultivierter Motor und das gut abgestimmte Fahrwerk bringen den Berlingo nach vorne.

2. Renault Kangoo
424 Punkte

Ärgerlich, dass es das Basismodell nicht mit zweiter Schiebetür gibt. Für den Kangoo sprechen der günstige Einstiegspreis, sein ordentlicher Komfort und die besten Bremsen im Test.

3. Fiat Doblò
409 Punkte

Viel Platz, gute Ausstattung, prima Schaltung, bequeme Sitze – das sind die Stärken des Doblò. Schwache Bremsen, schlapper Motor und stoßiges Fahrwerk verweisen ihn auf Rang drei.

Übersicht:
Technische Daten
Citroën Berlingo 1.4 Multispace Renault Kangoo 1.2 Authentique Fiat Doblò 1.2 SX
Grundpreis 15.050 € 11.500 € 12.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4108 x 1719 x 1802 mm 3995 x 1663 x 1827 mm 4159 x 1714 x 1810 mm
KofferraumvolumenVDA 624 bis 2800 l 500 bis 2600 l 750 bis 3000 l
Hubraum / Motor 1360 cm³ / 4-Zylinder 1149 cm³ / 4-Zylinder 1242 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 55 kW / 75 PS bei 5500 U/min 43 kW / 60 PS bei 5250 U/min 48 kW / 65 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 151 km/h 140 km/h 142 km/h
0-100 km/h 16,2 s 19,9 s 22,9 s
Verbrauch 7,1 l/100 km 6,9 l/100 km 7,7 l/100 km
Testverbrauch 7,8 l/100 km 7,9 l/100 km 8,2 l/100 km
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