Citroen DS3 Hans-Dieter Seufert
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Citroen DS3 THP 150 im Test

Citroen lockt mit Design und Dynamik

Citroëns Neuer trägt eine schicke Haifischfinne an der B-Säule und den Namen einer Legende. Auch einen Lieblingsrivalen hat sich der Edel-Kleinwagen DS3 schon ausgeguckt: den Mini.

Vor einem knappen Jahr auf der ersten Pressevorstellung entfacht Citroën das ganz große Marketinggewirbel: Licht aus, dramatische Musik, Spot an, Vorhang auf – und dann verkünden sie den Namen des neuen Kleinwagens: DS3. Huch, DS, denkt man da und zuckt zusammen. Kleiner haben sie’s nicht? Denn das, was sich als erstes Modell einer ganzen Familie mit der Kennung des innovativsten Autos der Firmengeschichte ziert, verzichtet ganz auf technische Extravaganzen.

Citroën bezeichnet den DS3 als Stadtcoupé

Mit dem revolutionären DS von 1955 hat der Citroen DS3 außer der Bezeichnung nichts gemein, er ist ein evolutionärer Kleinwagen: Nachfolger des Citroen C2 und zweitürige Variante des neuen Citroen C3. Weil das aber nicht so richtig mondän klingt und nicht zum betont trendigen Image passt, bezeichnet ihn Citroën als Stadtcoupé. Was nichts daran ändert, dass der Citroen DS3 unter seiner unkonventionellen Hülle vor allem eines ist: ein konventioneller Citroën C3. Innen zeigt sich das am solide verarbeiteten und bis auf die umständliche Radio-Navigationseinheit leicht bedienbaren Cockpit, das sich nur mit ein paar kosmetischen Änderungen schminkt.

Der DS3 vereint Design und Funktionalität

So unterschiedlich die Geschwister auch aussehen, weisen sie bis auf die beim Citroën DS3 um 6,6 Zentimeter gestutzte Höhe doch sehr ähnliche Dimensionen auf. Entsprechend gering sind daher die Differenzen beim Platzangebot. Vorn reicht es bequem für Pilot und Co., hinten sitzen zwei Erwachsene weniger leger mit ausreichender Knie- und etwas knapper Kopffreiheit. Für drei Passagiere genügt die Breite der Rückbank kaum. Anders als im Citroën C3 (Der Citroen C3 im Einzeltest) gibt es für den DS3 keine Panorama-Frontscheibe, stattdessen schafft der schwarze Innenhimmel ein kompaktes Raumgefühl. Die starke Betonung des Designs bleibt ohne schwerwiegende Folgen für die Funktionalität: 15 Liter weniger Minimalvolumen im Kofferraum oder der umständliche Einstieg in den Fond dürften der Zielgruppe ziemlich egal sein. Immerhin soll sie sich ja mit der des Mini überschneiden, was die Relevanz für Sperrgut- oder Familientransporte erheblich mindert. Nicht aber die für Individualisierung und Schickschnack. An beidem leidet der DS3 keinen Mangel.

Der DS3 nutzt die gleichen Motoren wie der Mini

Elf Außenfarben und vier Schattierungen für das Dach summieren sich auf 38 Kombinationsmöglichkeiten. Dazu stehen farblich passende Armaturenbrett-Dekors, zweifarbige Leichtmetallräder und Radnabenabdeckungen zur Verfügung. Wer sich in all den Kolorierungen verirrt, dem hilft Citroën durch eine Plakette am Zündschlüssel, die in der Hauptfarbe lackiert ist. Wie bei den anderen Edel-Kleinwagen Alfa Romeo Mito, Fiat 500 und Mini gibt es auch für den Citroën verchromte oder lackierte Außenspiegelabdeckungen sowie Dachaufkleber – sogar mit korrespondierenden Fußmatten, etwa im lang ersehnten Dessin „Zebra“. Mehr Auswahl bieten da nur die 30 Garantie-, Wartungs- und All-Inclusive-Servicepakete. Das Nebensächliche beherrscht der DS3 also.

Beim Antrieb verbrüdert er sich mit dem Mini, nutzt die gleichen Motoren. Allerdings leistet der kultivierte und drehfreudige 1,6-Liter-Turbo im Citroën 28 PS weniger als im Mini Cooper S. Doch die 156 PS und 240 Nm sorgen für energische Durchzugskraft sowie sportliche Fahrleistungen, der Verbrauch driftet erst bei ambitioniertem Tempo in unangemessene Sphären ab.

Kurven umwetzt der kleine Citroën mit großer Lust

Beim Fahrwerk dagegen vertraut der DS3 auf C3-Komponenten, treibt somit weniger Aufwand als der Mini: Statt einer aufwendigen Einzelradaufhängung nutzt er hinten ein einfacheres Verbundlenker-Layout. Mit strammeren Dämpfern und dickeren Stabilisatoren dynamisiert, mindert der Citroën zwar seine Komfort-Ambitionen. Zusammen mit der direkter ausgelegten, präzisen und rückmeldungsintensiven Servolenkung eignet er sich so aber ein Handling an, das in seiner Agilität nur einen Tick von dem des Mini entfernt ist. Kurven umwetzt der kleine Citroën mit großer Lust, geringer Seitenneigung, langanhaltender Neutralität und hoher Sicherheit. Das serienmäßige ESP muss nur selten eingreifen – selbst in seiner Nebentätigkeit als Traktionskontrolle, denn seine viele Kraft bringt der DS3 auch in engen Kurven verlustfrei auf die Straße.

Der DS3 ist der dynamischste Citroën seit langem

Während es für den C3-Benziner nur hakelige und kurz übersetzte Fünfgangboxen gibt, bekommt der Citroën DS3 THP 150 eine Sechsgangversion – eher knackig als leichtgängig, aber auf kurzen Wegen sauber geführt und passend abgestuft. Selbst wenn dem Tacho auf der Autobahn schon die Skala ausgeht, bewahrt die Nadel des Drehzahlmessers noch einen Respektabstand zum roten Bereich. Den hält der als Topversion Sport Chic fast luxuriös ausstaffierte DS3 auch beim Preis zu seinem Hauptkonkurrenten. Ein stärkerer, aber in Größe und Raumangebot vergleichbarer Mini Cooper S Clubman kostet schon in der ziemlich nackten Basis 5.100 Euro mehr – ausstattungsbereinigt sind es sogar 8.000 Euro. Das Zeug zur Legende hat der DS3 zwar nicht, ist aber eine erfreuliche, dynamische und alltagstaugliche Alternative zu anderen Edel-Minis. Wenn es Citroën damit gelingt, genügend Profit für den Weiterbau des wahren DS-Nachfolgers Citroen C6 einzubringen, verzeihen wir dem DS3 gern den Namensklau.


Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Raumangebot
  • vorn solide Verarbeitung
  • vergleichsweise großes Kofferraumvolumen
  • gute Übersichtlichkeit
  • hohe Funktionalität
  • wenig Platz im Fond
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze
  • niedriges Motorgeräusch
  • effektive Klimatisierung
  • eingeschränkter Federungskomfort
  • unbequemer Einstieg in Fond
Antrieb
  • durchzugsstarker Motor
  • hohe Laufkultur
  • gute Fahrleistungen
  • passend abgestuftes, präzise schaltbares Sechsganggetriebe
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenverhalten
  • gut abgestimmtes ESP
  • hohe Fahrdynamik
  • ausgeprägte Handlichkeit
Sicherheit
  • umfangreiche passive Sicherheitsausstattung
  • standfeste und kräftige Bremsen
  • keine Gurthöhenverstellung vorn
Umwelt
  • angemessener Verbrauch
  • vergleichsweise geringer CO2-Ausstoß nach ECE
Kosten
  • reichhaltige Serienausstattung
  • akzeptabler Grundpreis
  • umfangreiche Garantie- und Serviceoptionen
  • nur zwei Jahre Basisgarantie

Fazit

Mini à la française: Der DS3 bietet hohe Fahrdynamik, gute Fahr-leistungen, ansprechende Qualität und eine umfangreiche Ausstattung zum günstigen Preis. Gar nicht citroëntypisch: die herbe Federung.

Technische Daten

Citroën DS3 THP 150 SportChic
Grundpreis 21.560 €
Außenmaße 3948 x 1715 x 1458 mm
Kofferraumvolumen 285 bis 980 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 115 kW / 156 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
0-100 km/h 7,5 s
Verbrauch 5,8 l/100 km
Testverbrauch 8,8 l/100 km
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