Citroën Saxo 1.5 D SX

Schwein gehabt

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Unter den Serienautos war der AX Teen Diesel  Sparweltmeister. Sein Nachfolger,  der Saxo 1.5 D, kommt deutlich  komfortabler und sicherer daher, ohne  viel mehr zu verbrauchen. Im Test der  viertürige Saxo D in der SX-Ausstattung      

Es ist ein schweres Erbe, das der Saxo D antritt. Denn er ist der Thronfolger des Sparkönigs  unter den Serienautos, er ersetzt den AX Diesel. Mit dem 54 PS starken  1,5 Liter-Selbstzünder war der  AX quasi eine Spardose auf Rädern und dank seines Minimalverbrauchs  von drei Litern auf  100 Kilometer das erste Drei-  Liter-Serienauto. Die deutschen  Kunden haben den knauserigen  Diesel allerdings mit Missachtung  gestraft und ihn nur sehr  zurückhaltend gekauft. Lediglich  einer von neun georderten  AX war ein Selbstzünder. Der AX ist aber auch in  puncto Komfort und Verarbeitung  eine Spardose gewesen,  nicht nur als Diesel. Im knapp  geschnittenen Innenraum ging es sehr spartanisch zu. Ein Fahrer- oder Beifahrer-Airbag  war genauso wenig zu bekommen  wie eine Servolenkung, nicht einmal gegen Aufpreis.  Geizig war Citroën beim  AX auch im Umgang mit  Dämmaterial. Wirklich unangenehm  laut hörte man den  Motor zwar nur unmittelbar  nach dem Kaltstart, er blieb  aber über den ganzen Drehzahlbereich  deutlich vernehmbar.  Eine solche akustische Plage  ist der Motor im Saxo nicht  mehr, denn in Sachen Geräuschdämmung  haben sich die  Entwickler mächtig ins Zeug  gelegt. Ein sogenannter Akustikboden  mit speziellen Versteifungssicken  filtert Dröhnfrequenzen  in weiten Bereichen  weg. Kaum zu glauben, aber  im Saxo klingt der Motor wie  verwandelt. Drehzahlen über  4000/min sind trotz aller konstruktiver Bemühungen jedoch weiterhin mit lautem Brummen  verbunden. Das Motorengeräusch  tritt nie ganz hinter  die Windgeräusche zurück.   


In der SX-Ausstattung gehört  eine elektrisch betätigte  Servolenkung zum Serienstandard.  Wer sie auch in der Basisversion  möchte, muss 750  Mark Aufpreis bezahlen. Eine  Investition, die sich lohnt, weil  die Lenkkräfte speziell beim  Rangieren auf ein Minimum  reduziert werden.  Im AX war das Einparken  dagegen Schwerarbeit.  Auch Handlichkeit schreibt der  Saxo dank Servolenkung groß.  Die motordrehzahlunabhängige  Lenkhilfe trägt bei jeder Geschwindigkeit  durch ihre Exaktheit  zum guten Handling des  kleinen Citroën bei. An der beispielhaften  Handlichkeit hat der  schwere Dieselmotor über der  Vorderachse nichts geändert.  Ganz ohne Aufpreis sind  Fahrer- und Beifahrer-Airbag  im Saxo zu bekommen, dabei  spielt es keine Rolle, für welches  Modell man sich entscheidet.  Unter dem Zielkonflikt  zwischen Komfort/Sicherheit  und der daraus resultierenden  Gewichtszunahme  leidet der Verbrauch  bei jedem Auto. So ist es  auch beim Saxo, der im  Vergleich zu seinem Vorgänger  180 Kilogramm schwerer  geworden ist.  Dem Mehrgewicht entsprechend  hat man das Getriebe des  AX modifiziert und den fünften  Gang für den Einsatz im Saxo  kürzer übersetzt. Für flottes Vorankommen ist er allerdings immer noch zu lang. Und so verschlechterte sich die Elastizität von 80 km/h auf 120 km/h von 36,6 Sekunden beim AX  auf 37,5 Sekunden beim Saxo. Damit sind Überholvorgänge  auf der Landstraße praktisch nur noch möglich, wenn die Gegenfahrbahn bis zum Horizont frei ist oder wenn fleißig zurückgeschaltet wird. Eine leichtgängige und präzise  Schaltung macht den Wechsel zwischen den Übersetzungen aber zur leichten Übung. Auch für den Sprint von null auf 100 km/h braucht der Neue länger als der Alte. Es verstreichen ellenlange 19,8  Sekunden, bis die Tachometernadel  die 100 passiert, der AX  war immerhin 2,9 Sekunden schneller. In der Stadt ist der Saxo damit jedoch kein Verkehrshindernis.

Am ernüchterndsten ist der durch das zusätzliche Gewicht  bedingte Anstieg des ehemals rekordverdächtigen Minimalverbrauchs von 3,1 Litern  pro 100 Kilometer des  AX auf 3,8 Liter beim Saxo. Trotzdem ist der Citroën absolut gesehen mit seinem durchschnittlichen  Testverbrauch von  5,3 Litern pro 100 Kilometer  sehr sparsam. Mit Einführung des Dieselmotors  kamen gleichzeitig die ersten Viertürer zu den Händlern.  Für die Extratüren berechnet Citroën 1000 Mark. Grundsätzlich unterscheidet sich die vier- von der zweitürigen  Variante nur durch ein um 20 Kilogramm höheres Leer und  ein daran angepasstes höheres  Gesamtgewicht. Technische Unterschiede gibt es nicht. Optische Änderungen beschränken  sich auf die Seitenansicht.  Beim Viertürer sind die vorderen Türen gegenüber dem Zweitürer 20 Zentimeter kürzer. Der Einstieg vorn leidet darunter nicht nennenswert. In engen Parklücken bietet die Verkürzung  sogar Vorteile, weil sich die Türen dadurch weiter öffnen lassen. Fondpassagiere haben es zwar bequemer als beim Zweitürer, aber wer größer als 1,80 Meter  ist, muss sich wegen der schmalen Türöffnung ganz schön krumm machen.   

Sind die Wagentüren mit  sattem Klang ins Schloss gefallen,  stellt man schnell fest, dass  sich bei der Diesel-Variante am  markentypisch hervorragenden  Federungskomfort nichts geändert  hat. Gegenüber der Benziner-  Basisversion wiegt der  Saxo mit Selbstzünder immerhin  102 Kilogramm mehr. Wie  gehabt egalisiert der  Citroën auch mit Dieselmotor  lange und kurze Bodenwellen  so gut, dass längere Strecken  durchaus komfortabel zurückgelegt  werden können.  Polterig wird es aber, wenn  grobe Fahrbahnunebenheiten  wie herausstehende Kanaldekkel  oder Schlaglöcher überfahren  werden. Ein durch die  weiche Federung hervorgerufenes  Aufschaukeln in schnellen  Wechselkurven ist dem Citroën  fremd. Er neigt sich spürbar  zur Seite, schiebt aber erst sehr  spät über die Vorderräder zum  Kurvenrand.  Unter erhöhter Belastung  neigen die Bremsen, im Testfahrzeug  mit ABS, zu leichtem  Fading. Die Messwerte sind  klassenüblicher Durchschnitt.  Das Mehr an Komfort, dem  die größtmögliche Sparsamkeit  beim Saxo zum Opfer gefallen  ist, sollte die Kunden  eher animieren, das Auto zu  kaufen, als dies beim AX der  Fall war. Denn besser viele gekaufte  und gefahrene Vier-Liter-  Autos als ein verschmähtes  mit drei Liter Verbrauch.    

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • Gut verarbeitete viertürige Karosserie mit ausreichendem Platzangebot vorn
  • gut nutzbarer Kofferraum
  • gute Übersichtlichkeit
  • befriedigende Serienausstattung
  • Bescheidenes Platzangebot hinten
  • unpraktische Details (Wegfahrsperre)
Fahrkomfort
  • Sehr gut abgestimmte Federung mit langen Federwegen und hohem Schluckvermögen
  • bequeme, gut profilierte Sitze
  • geringe Bedienungskräfte
  • gut regulierbare, wirksame Heizung
  • Fahrwerk poltert auf groben Unebenheiten
Antrieb
  • Zweiventil-Dieselmotor mit ordentlichem Ansprechverhalten
  • der Klasse entsprechende Fahrleistungen
  • sehr leicht und exakt schaltbares Getriebe
  • Lautes Motorgeräusch im oberen Drehzahlbereich
  • lange Übersetzung beeinträchtigt Elastizität
Fahreigenschaften
  • Guter Geradeauslauf
  • sicheres, nahezu neutrales Kurvenverhalten
  • dank leichtgängiger, zielgenauer Servolenkung (Serie im SX-Modell) sehr gute Handlichkeit
  • nachlassende Bremswirkung bei hoher Beanspruchung
Sicherheit/Umwelt
  • Niedriger Verbrauch
  • umfassende Sicherheitsausstattung mit Fahrer und Beifahrer-Airbag
  • Gurtstraffern
  • vier Kopfstützen und Seitenaufprallschutz
  • Sicherheitsgurte nicht höhenverstellbar
  • ABS nur gegen Aufpreis (1450 Mark)
Kosten
  • Günstiger Anschaffungspreis
  • voraussichtlich nur durchschnittliche Wiederverkaufschancen
  • geringe Fest- und Unterhaltskosten
  • sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung
  • Relativ dünnes Servicenetz
  • Garantie auf ein Jahr beschränkt
Technische Daten
Citroën Saxo 1.5D SX
Grundpreis 11.964 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3718 x 1595 x 1368 mm
KofferraumvolumenVDA 280 bis 953 l
Hubraum / Motor 1527 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 40 kW / 54 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 158 km/h
0-100 km/h 19,8 s
Verbrauch 5,3 l/100 km
Testverbrauch 5,3 l/100 km
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