Dacia Logan 1.4 MPI im Test

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Foto: Hans-Dieter Seufert 13 Bilder

Der Dacia Logan 1.4 MPI mit 75 PS, ein Neuwagen für nur 7.200 Euro in dem vier Erwachsene Platz finden – das klingt doch verlockend. Aber wie gut ist so ein Billig-Basismobil wirklich?

Aldi, Lidl, Obi, Saturn und jetzt Dacia – verkauft wird nur noch über den Preis. Da hilft es nichts, wenn die Trendforscher längst das Ende der Geiz-ist-geil-Mentalität beschwören. 15 000 Euro lassen sich spielend in einen Kleinwagen investieren. Leider wird die Zahl der Neuwagenkäufer mit so viel Spielgeld aber immer kleiner.

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Dacia Logan 2:47 Min.

Aber es gibt ja jetzt den Dacia Logan 1.4 MPI. Nur 7200 Euro kostet der Logan in der getesteten Basisausführung mit 75 PS – für dieses Modell nicht zu haben: Klimaanlage, Servolenkung, Radio, Zentralverriegelung und Aluräder. Ungleich viel teurer war der bereits Ende letzten Jahres getestete Logan 1.6 MPI mit 87 PS und der Top-Ausstattung Lauréate.

Sein Preis lag bei 10 800 Euro, allerdings mit allen oben erwähnten Extras. Großes Handikap der für den ersten Test direkt aus Rumänien importierten 1.6-Version waren die Reifen der Marke Montana, von deren Kauf abgeraten werden muss. Sie hatten mit 185/65 R 15 zwar dieselbe Dimension wie die Pneus des aktuellen Logan 1.4, aber sie waren eher auf Dauerhaltbarkeit ausgelegt denn auf kurze Verzögerungswerte. Entsprechend lang waren damals die Bremswege und die Gesichter der Tester.

Wichtig zu wissen: Renault besohlt die Autos für den westeuropäischen Markt nun mit Qualitätsware, in diesem Fall mit Continental Eco Contact 3. Um es gleich vorweg zu sagen: Der Grip wird deutlich besser, der Bremsweg verkürzt sich mit diesen Reifen um eine Wagenlänge, und die Bremsanlage zeigt nach wie vor kein Fading.

Die Anlage ist übrigens identisch mit jener des aktuellen Renault Clio 1.2. Damit bremst der Logan besser als der VW Fox, aber noch nicht ganz so gut wie ein Ford Ka. Beide sind auf dürren 165er-Rädern unterwegs.

An den grundsätzlichen Qualitäten und Nachteilen des Logan hat sich natürlich nichts geändert. Seine kantige Karosserie ist erstaunlich unübersichtlich, bietet im Segment der Billig-Autos allerdings das beste Raumangebot.

Ein wirklicher Vorteil, denn der Logan ist in seinem Umfeld der einzige, der auch noch das Urlaubsgepäck einer vierköpfigen Familie in seinem Stufenheck unterbringt. Nur bei langem Ladegut wird es schwierig, denn die Rückbank lässt sich nicht umklappen. Aber der Dachgepäckträger kostet nur 75 Euro Aufpreis. Die Passagiere haben jedoch nicht nur viel Platz, sie sitzen auch überraschend gut.

Die Sitze sehen zwar simpel aus, und sie bieten kaum Seitenhalt, unterstützen die Wirbelsäule aber besser als viele Möbel wesentlich teurerer Konkurrenten. Allerdings lassen sich die Kopfstützen für Großgewachsene nicht hoch genug einstellen, und die fehlende Gurthöhenverstellung des Basismodells ist ebenfalls ein Manko. Das Sicherheitskapitel gehört ohnehin nicht zu den Pfunden, mit denen der Logan wuchern kann.

Beim Euro- NCAP-Crashtest fällt er mit einem Drei-Sterne-Ergebnis negativ auf. Nicht zuletzt, weil es seitliche Airbags ebensowenig gibt wie ESP. Traurig für ein Auto aus dem Renault-Konzern, der doch sonst gern mit der guten Sicherheit seiner Produkte wirbt.

Wie steht es nun um die aktive Sicherheit? Hier noch einmal ein Blick auf die Bremse. Unter den extremen Bedingungen mit zwei unterschiedlichen Reibwerten an den linken und rechten Rädern, μ-split-Bremsung genannt, gibt es nichts Positives zu berichten. Denn der Bremsweg ist mit 136 Meter sehr lang, und der Logan muss mit raschem Gegenlenken am Schleudern gehindert werden. Genau das ist aber nicht ganz einfach, denn die Lenkung des Dacia ist ungewöhnlich indirekt ausgelegt, fast wie in einem Oldtimer.

Mit anderen Worten: Wer schnell und weit kurbelt, fängt das Auto ein. Hier muss nachgebessert werden.Auch beim VDAAusweichstest muss überdurchschnittlich am Lenkrad gearbeitet werden, sollen alle Pylonen stehen bleiben. Im täglichen Leben macht sich noch ein weiterer Effekt der Lenkung unangenehm bemerkbar: ihre Gefühllosigkeit um die Mittellage. Auf der Autobahn führt sie, gemeinsam mit der Anfälligkeit gegen Seitenwind, dazu, dass man häufig leichte Schlangenlinien fährt. Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit werden wach, und der Motorsound hilft dabei kräftig mit.

Er klingt mit seinem sympathischen Blubbern wie ein R4. Kein Wunder, denn der Vierzylinder des Logan ist tatsächlich ein Ableger dieses Aggregats. Kein schlechter übrigens, denn man fühlt sich mit dem vibrationsarm laufenden 1,4-Liter-Motor gut motorisiert. Mit acht L/100 km Testverbrauch ist der Motor allerdings ziemlich trinkfest. Ein gleich starker Renault Twingo konsumiert fast einen Liter weniger. Nach Ende der Testfahrt ist klar, dass der Dacia nicht zaubern kann.

Zum Billigpreis gibt es ein Auto, das zwar viel Platz, aber ansonsten wenig zu bieten hat. Auf dem Gebrauchtwagen- Markt finden sich für dasselbe Geld zweijährige Kompaktwagen mit Stufenheck und guter Ausstattung. Wer ein umfassendes Sicherheitsangebot sucht, kann sich dort umsehen.

Fazit

Sehr gutes Raumangebot, großer Kofferraum, bequeme Sitze, vibrationsarmer Motorlauf. Kaum Sicherheitsausstattung, ESP nicht lieferbar, gefühllose, indirekte Lenkung, langer µ-Split-Bremsweg, hoher Verbrauch.

Technische Daten
Dacia Logan 1.4 Evado
Grundpreis 7.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4247 x 1740 x 1534 mm
KofferraumvolumenVDA 510 l
Hubraum / Motor 1390 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 55 kW / 75 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 162 km/h
0-100 km/h 14,1 s
Verbrauch 6,9 l/100 km
Testverbrauch 8,0 l/100 km
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