Daihatsu Cuore gegen Fiat Panda, Kia Picanto und Suzuki Alto

Starter-Kids

Foto: Uli Jooß 7 Bilder

Auch in Zeiten des Teuro gibt es noch Neuwagen unter 10.000 Euro. Was haben die vier Zwerge aus Japan, Korea und Italien neben günstigen Preisen und parkfreundlichen Kurz-Karosserien noch zu bieten?

U18 – klar, haben wir. Sowohl als U-Bahn- Linie wie als Fußball- Nationalmannschaft der unter 18-Jährigen. Ganz erfolgreich sogar.

Bei Neuwagen unter 18 000 Euro sieht es hingegen in Deutschland ziemlich mau aus. Und wer nur 9000 Euro – bis vor drei Jahren noch stolze 18 000 Mark – zur Verfügung hat, muss mit einem Gebrauchten oder dem einfachsten Zweisitzer von Smart vorlieb nehmen.

Gebaut wird der freilich in Frankreich, so wie die sonstigen Offerten dieser Preisklasse allesamt aus dem Ausland stammen – aus Japan (Daihatsu Cuore), Polen (Fiat Panda), Südkorea (Kia Picanto) und Indien (Suzuki Alto).

Allerdings zeigen neue Einstiegsmodelle von PSA (Citroën C1, Peugeot 107), Renault (Dacia Logan) und VW (Fox), dass es hier zu Lande zwar kaum noch billige Arbeitskräfte gibt, aber sehr wohl einen Markt für billige Autos.

Denn Geiz ist bekanntlich geil, zumal die Ausstattung eines Cuore Edition 25 für 9805 Euro manchem Kompaktwagen zur Ehre gereichen würde. Servolenkung, Klimaanlage, Zentralverriegelung sowie elektrische Außenspiegel und Fensterheber sind ebenso serienmäßig wie ABS und zwei Airbags, Sidebags kosten 300 Euro extra.

Gegen Aufpreis gibt es noch Metallic-Lack, Automatikgetriebe und höhenverstellbaren Fahrersitz – das war’s schon. Für 235 Euro weniger ist der Alto Comfort kaum schlechter bestückt, während der Picanto als EX (10 350 Euro) immerhin zusätzlich elektrische Fensterheber hinten, Alufelgen und eine Fernbedienung der Zentralverriegelung mitbringt.

Dagegen müssen Panda-Fahrer zwar frei Haus auf eine Klimaanlage verzichten, können jedoch im Gegenzug aus vielen sinnvollen und preiswerten Optionen wie ESP, Kopfairbags und Panoramadach wählen. Abgesehen vom dürftigen Sicherheitsniveau ist das Leben an der Basis also längst nicht mehr so asketisch wie noch vor zehn oder 20 Jahren.

Auf parkfreundlichen 3,41 (Daihatsu) bis 3,54 Meter (Fiat) bringen alle Teilnehmer mit Anstand vier Erwachsene samt Gepäck unter, obwohl speziell das Kia-Heckabteil normalerweise nur für ein paar Einkaufstaschen ausreicht.

Für sperriges Ladegut lassen sich aber jeweils die Rücksitzlehnen geteilt umklappen, wodurch der Stauraum auf 725 bis 930 Liter wächst.

Trotz knappster Abmessungen markiert der Cuore hier den Spitzenwert und liefert mit seiner Kastenform zugleich ein Beispiel für gute Raumökonomie.

Gegen einen kleinen Aufpreis (330 Euro) erleichtern auch bei ihm vier Türen den Einstieg, die allerdings ähnlich dünn wie beim Alto sind und im Fall eines Aufpralls wenig Stabilität versprechen.

Schon optisch verkörpern beide eher den Kleinwagen alter Schule, und dieser Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Harte Kunststoff-Oberflächen, unsaubere Passungen und labberige Verkleidungen vermitteln ein tristes Dritte-Welt- Ambiente, das weder Auge noch Herz erfreut.

Auch das zu tief montierte Radio und ein wie nachträglich aufgesetzter Fensterheber- Schalter (Daihatsu) oder die altertümlichen Schieberegler für die Heizung (Suzuki) geben eine gewisse Lieblosigkeit zu erkennen.

Immerhin macht sich ihre Schlichtheit und Kürze in guter Übersicht und ausgeprägter Handlichkeit bemerkbar.

Das gilt im Prinzip auch für die deutlich breiteren Panda und Picanto, die klar erwachsener und selbstbewusster auftreten. Besonders der hoch aufragende Fiat verblüfft mit bequemem Einstieg, vanartiger Sitzposition und luftigem Raumgefühl, und für 250 Euro extra können langbeinige Fondpassagiere die Rückbank auf Kosten des Kofferraums weiter nach hinten schieben.

Selbst ihre Verarbeitung wirkt ordentlich, wobei der Kia insgesamt den besten Qualitätseindruck vermittelt. Dass sein Fahrersitz zu weich und die Lehnenverstellung schwer zugänglich ist, lässt sich verschmerzen – gerade in Anbetracht des festen Seitenhalts und der guten Sitzposition hinter dem höhenverstellbaren Lenkrad.

Für seine Größe bietet er sogar einen brauchbaren Federungskomfort sowie ein angenehm niedriges Geräuschniveau. Selbst Langstrecken werden nicht zur Tortur. Da kann nur der Panda mithalten, der ebenfalls erstaunlich kultiviert wirkt. Alto und Cuore informieren hingegen so detailliert über den jeweiligen Straßenzustand, dass auch ihre dünn gepolsterten Sitze die Stöße kaum abmildern können.

Außerdem wanken beide unter Belastung wie ein trunkener Seemann und versetzen auf Bodenwellen in Kurven.

Als Zugabe gibt’s vom Suzuki noch eins aufs Ohr, denn mit dröhnenden, durch Windgeräusche kräftig nachgewürzten 76 dB (A) bei 130 km/h ist er der Lauteste in dieser Runde. Stärkere Störfrequenzen sind ebenfalls vom Daihatsu zu erwarten, dessen zwitschernder Dreizylinder sich im Leerlauf spürbare Vibrationen leistet.

Auch die unpräzise Schaltung macht wenig Freude, doch dafür bringt der 58 PS starke Einliter- Triple das 804-Kilogramm- Fliegengewicht munter auf Trab: Er dreht spritzig hoch, beschleunigt den Winzling in nur 13,1 Sekunden auf 100 km/h und begnügt sich mit moderaten 6,5 Liter Normalbenzin pro 100 Kilometer.

Trotz ihrer geringen Mehrleistung haben die Vierzylinder- Konkurrenten beim Sprint das Nachsehen, beim Durchzug profitiert dagegen besonders der Fiat vom höheren Drehmoment seines Zweiventilers. Allerdings glänzt er mehr mit akustischer Zurückhaltung als durch kräftigen Antritt, und der häufige Griff zum knackig-kurz geführten Joystick- Schalthebel beschleunigt zwar den Vortrieb, aber zugleich den Verbrauch.

Auch der Alto-Vierventiler geht nicht sonderlich sparsam zu Werke, zudem etwas brummig und ausgesprochen zäh. Das, was man gemeinhin als Motorvergnügen bezeichnet, bekommt man am ehesten beim Picanto. Sein 1,1-Liter- Dreiventiler mit 65 PS hängt gut am Gas, dreht freudig hoch und ist elastisch genug, um nicht schon beim Anblick einer Steigung den Fahrer zum Runterschalten zu nötigen.

Die Vollwertigkeit des kleinen Kia wird nicht zuletzt bei den Fahreigenschaften spürbar. Er wieselt hurtig durch den Slalom-Parcours, folgt präzise, nur leicht untersteuernd dem eingeschlagenen Kurs und lässt sich trotz fehlendem ESP nicht so leicht aus der Bahn werfen. Dazu Scheibenbremsen rundum und eine fast bissige Verzögerung – dieses Paket kann sich sehen lassen.

Dass es noch längst nicht zum Standard dieser Klasse gehört, machen die schwachen Bremsen der Konkurrenten erschreckend deutlich. Daihatsu und Suzuki schießen weit übers Ziel hinaus, auch der Fiat offenbart hier Nachbesserungsbedarf. Zudem leidet sein Handling unter der gefühllosen Servolenkung und der ausgeprägten Seitenneigung, während das Kurvenverhalten – erst recht mit dem optionalen ESP – ansonsten frei von Tücke bleibt.

Vom Cuore lässt sich das kaum behaupten, denn der gewöhnlich stur über die winzigen Vorderräder schiebende Fronttriebler überrascht bisweilen mit heftigen Lastwechsel- Reaktionen.

Hinzu kommen eine unpräzise, indirekte Lenkung, schnell erschöpfte Federwege sowie scharrende, winselnde Reifen statt Traktion: Das können andere Sparmobile heute besser, wie etwa auch der brave, durchaus spaßig zu bewegende Alto zeigt.

Dennoch führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass die Freude beim Daihatsu und Suzuki eher im Sparen als im Fahren liegt. Auf Dauer gut untergebracht fühlt man sich nur im Fiat und im Kia, selbst wenn man ein paar Cent mehr pro Kilometer einkalkulieren muss.

Es sind dafür eindeutig vergnüglichere Kilometer.

Fazit

1. Suzuki Alto 1.1 Comfort
356 Punkte

Außer brauchbaren Fahreigenschaften und niedrigen Kosten hat der Alto wenig zu bieten. Vor allem Bremsen und Sicherheit sind nicht zeitgemäß.

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Technische Daten
Daihatsu Cuore 1.0 Edition 25
Grundpreis 9.805 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3410 x 1475 x 1500 mm
KofferraumvolumenVDA 157 bis 930 l
Hubraum / Motor 989 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 43 kW / 58 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
0-100 km/h 13,1 s
Verbrauch 4,8 l/100 km
Testverbrauch 6,5 l/100 km
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