Der große SUV

England - Deutschland

Der neue Range Rover V8 trifft in der Geländewagen-Luxusklasse auf die etablierten deutschen Achtzylinder-Konkurrenten Mercedes ML 500 und BMW X5 4.4i. Vergleichstest.

Der 59.160 Euro teure Mercedes ML 500 und der BMW X5 (58.700 Euro) wirken neben dem Range Rover (72.000 Euro), als seien sie zu heiß gewaschen worden. Auf fast fünf Meter Länge und annähernd zwei Meter Breite lässt sich natürlich ein fürstlicher Innenraum realisieren. Zwar bieten auch ML und X5 reichlich Platz, aber beim Range Rover herrscht in dieser Beziehung verschwenderischer Luxus.

Für die Straße gemacht ...

Auch wenn der moderne SUV (Sports Utility Vehicle) rein technisch gesehen das Zeug zum Offroader hat, bewegt er sich erfahrungsgemäß doch meist auf Asphalt – der Bewertung der Straßeneigenschaften kommt deshalb die tragende Bedeutung zu. Der BMW hat also die Chance, reichlich Punkte zu sammeln. Er ist für die Straße gemacht, und dort fährt er mit präziser Lenkung, dynamischem Fahrverhalten und vergleichsweise geringen Rollbewegungen der Karosserie bei extremen Fahrmanövern. Auch seine Bremsen setzen mit hohen Verzögerungswerten und solidem Pedalgefühl die Maßstäbe.

Der Range Rover übertrifft den BMW nur in einem Punkt. Seine Luftfederung verhilft ihm zu bestem Reisekomfort auf der Autobahn. Aber auf kurvigen Landstraßen zeigen sich die Nachteile des extrem hohen Gewichts. Der Range wirkt viel schwerfälliger als der BMW, seine Lenkung vermittelt weniger Fahrbahnkontakt, der Aufbau schwankt bei schnellen Richtungswechseln wie ein Baum im Wind. Bevor die Situation zu eskalieren droht, greift allerdings das wie bei den Konkurrenten serienmäßige ESP helfend ein.

Zum Saufen geboren

Beim ML 500 erreichen weder Fahreigenschaften noch Fahrkomfort das Niveau der Konkurrenz. Mit langen Bodenwellen wird die Federung nur unzureichend fertig, die Lenkung wirkt schwammig und baut ein zu geringes Rückstellmoment beim Kurvenfahren auf.

Mit seinen fünf Liter Hubraum entwickelt der Mercedes-Motor zwar kein höheres Drehmoment als die baugleiche BMW-Maschine in X5 und Range Rover, aber er braucht weniger Drehzahl dafür. Zusätzlich profitiert der ML 500 davon, dass er im Test der leichteste ist. Dass der kraftvolle Motor sich im direkten Vergleich nicht sonderlich anstrengen muss, unterstreicht er zudem mit dem geringsten Testverbrauch; der ist, absolut gesehen, aber auch beim Mercedes ein Kapitel für sich ist: 15,9 L/100 km – automobile Brocken dieser Gewichtsklasse sind zum Saufen verdammt.

Auch der BMW legt ordentlich los, braucht aber mehr Drehzahl. Akustisch ist das belanglos, weil sein V8 kultivierter läuft als der beim Ausdrehen zornig hämmernde Mercedes-Motor. Aber im Gegensatz zu diesem vermittelt er nicht das schöne Gefühl, gelassen aus dem Vollen zu schöpfen.

Im 2,5-Tonner Range Rover tut sich das BMW-Triebwerk noch erheblich schwerer. Vor allem im oberen Geschwindigkeitsbereich und an Steigungen wird der Brite von der Konkurrenz gnadenlos distanziert. Da muss die Automatik hektisch schalten und die Drehzahlreserven ausreizen.

Der beste Kompromiss kommt aus München

Wer den optimalen Kompromiss zwischen Geländegängigkeit und hohem Komfort sucht, kommt dennoch am Range nicht vorbei. In der Eigenschaftswertung belegt er denn auch einen beachtlichen zweiten Platz ganz knapp hinter dem auf der Straße überlegenen BMW. Nur darf das Geld keine Rolle spielen. Nach der Berechnung der Kosten bleibt dem jüngsten Mitglied im Oberhaus der Sport Utilitys deshalb lediglich die Rolle des Schlusslichts.

Technische Daten
BMW X5 4.4i Mercedes ML 500
Grundpreis 59.600 € 59.160 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4667 x 1872 x 1706 mm 4638 x 1840 x 1820 mm
KofferraumvolumenVDA 465 bis 1550 l 633 bis 2020 l
Hubraum / Motor 4398 cm³ / 8-Zylinder 4966 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 210 kW / 286 PS bei 5400 U/min 215 kW / 292 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h 222 km/h
0-100 km/h 8,4 s 8,2 s
Verbrauch 13,9 l/100 km 14,6 l/100 km
Testverbrauch 16,3 l/100 km 15,9 l/100 km
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