Die Offenen von Mercedes, Jaguar, BMW und Maserati

Foto: Hans-Dieter Seufert 47 Bilder

Vom Klappdach-Ingenieur Mercedes SL 500 über die 2+2-sitzigen Edelcruiser BMW 650i und Jaguar XK 4.2 bis zum wild röhrenden Maserati GranSport Spyder - unterm Upperclass-Cabriohimmel ist Platz für alle.

Sicher, zum einfachen automobilen Luftschnappen, dem kleinen Glück unter freiem Himmel, genügen bürgerlicher Henkelmann oder budgetfreundlicher Kompaktlimousinen-Aufschnitt. Solventen Genießern jedoch, die sich – bereits auf die Ideallinie des Lebens eingebogen – über Volltanken und Dispo-Grenzen keine Gedanken machen müssen, scheint die Sonne nun mal wärmer, der Himmel blauer, wenn sie sich in weiches Leder gehüllt von einem V8 durch die Elemente spülen lassen. Und sollte Petrus mal einen schlechten Tag haben, fährt man halt mit geschlossenem Dach der Sonne entgegen. In der Disziplin unbedenklich ganzjahrestauglich liegt der jüngst geliftete Mercedes SL 500 vorn. Selbst wenn das choreografisch ausgefuchste Öffnen und Schließen seines Metall-Klappdaches längst keine Passanten- Kiefer mehr ausrenkt, bleibt es doch hieb- und stichfest und erspart ein Extra-Hardtop. Mit Zubehör- Dachträger taugt der SL sogar als kuschliger Wintersport- Shuttle für zwei. Wintersport – dabei röhrt der ebenfalls zweisitzige Maserati GranSport Spyder, spätestens nach Druck auf die Sport-Taste, erbost aus dem Auspuff und schlottert mit seiner verwindungsfreudigen Karosserie. Gemach, raunen die 2+2-Sitzer BMW 650i und Jaguar XK 4.2. Mit uns kannst du auch mal eine Unter-Null-Periode überstehen und bist dank Stoffverdeck trotzdem elegant angezogen. Wobei Schönheit im Auge des Betrachters entsteht. Besonders der Sechser-BMW polarisiert mit wuchtigem Heck und eigentümlichem Verdeckabschluss samt senkrecht stehender Heckscheibe. Bevor seine Fans einwerfen können, dass die Scheibe elektrisch versenkbar ist, man im Innenraum generöse Platzverhältnisse vorfindet, ja hinten sogar halbwegs menschenwürdig sitzen kann, tritt schon die Jaguar-Gemeinde auf den Plan. Sie verzeichnet ein gestärktes Selbstbewusstsein ob des stilsicheren Relaunchs des Briten-Beau. Fielen XKJüngern bis dato beim Schwelgen über lange Schnauze, fließende Formen und stilechtes Ambiente immer wieder Kritiker mit Häme über verunglückte Sitzposition, teigiges Handling und enges Cockpit ins Wort, dürfen sie nun ungestört zu Ende schwärmen. Jaguar hat beim neuen XK an den richtigen Stellen angesetzt. So verfügt er

über ein steifes, leichtes Aluminiumchassis, angemessen tiefe Sitzposition in serienmäßig vielfach einstellbaren Ledersitzen und ein dank Touchscreen knopfreduziertes Ambiente. Der Berührungsbildschirm spiegelt bei Sonneneinstrahlung zwar mit den Holzapplikationen um die Wette, doch ansonsten präsentiert sich der für 89 500 Euro mit Navigations- und Soundsystem versehene XK schrullenfrei, solide verarbeitet und intuitiv bedienbar. Bis hin zu den Sitzverstellern in der Türverkleidung, die Mercedes-Piloten bekannt vorkommen werden. Diese werden beim 102 544 Euro teuren SL 500 serienmäßig ebenfalls mit Leder und Wurzelnuss bedient, erfreuen sich bei geschlossenem Dach an der besten Rundumsicht sowie am lichten Raumeindruck unterm Glasdach (2088 Euro extra). Dazu passt die piekfeine Verarbeitung, die sich von unerschütterlicher Karosseriesteifigkeit über die aufblasbaren Multikontursitze bis zu feinmechanisch klickenden Reglern erstreckt ühl und technokratisch nimmt der inklusive Automatik und Fahrdynamikpaket 88 950 Euro teure BMW seinen Piloten in Empfang. Bis auf die gewöhnungsbedürftige Menüstruktur des i-Drive tadellos bedienbar, mit steifer Karosserie, bequemen ledergepolsterten Sitzen und einem reichlichen Optionsfundus gesegnet (siehe Spotlight). Dem hält der Maserati eine Melange aus liebevoll vernähten Tierhäuten und einer karbonverblendeten Mittelkonsole entgegen. Allerdings wirkt mancher Schalter arg preisbewusst, und die Lenksäule rutscht beim Verstellen erst einmal haltlos nach unten.

über ein steifes, leichtes Aluminiumchassis, angemessen tiefe Sitzposition in serienmäßig vielfach einstellbaren Ledersitzen und ein dank Touchscreen knopfreduziertes Ambiente. Der Berührungsbildschirm spiegelt bei Sonneneinstrahlung zwar mit den Holzapplikationen um die Wette, doch ansonsten präsentiert sich der für 89 500 Euro mit Navigations- und Soundsystem versehene XK schrullenfrei, solide verarbeitet und intuitiv bedienbar. Bis hin zu den Sitzverstellern in der Türverkleidung, die Mercedes-Piloten bekannt vorkommen werden. Diese werden beim 102 544 Euro teuren SL 500 serienmäßig ebenfalls mit Leder und Wurzelnuss bedient, erfreuen sich bei geschlossenem Dach an der besten Rundumsicht sowie am lichten Raumeindruck unterm Glasdach (2088 Euro extra). Dazu passt die piekfeine Verarbeitung, die sich von unerschütterlicher Karosseriesteifigkeit über die aufblasbaren Multikontursitze bis zu feinmechanisch klickenden Reglern erstreckt ühl und technokratisch nimmt der inklusive Automatik und Fahrdynamikpaket 88 950 Euro teure BMW seinen Piloten in Empfang. Bis auf die gewöhnungsbedürftige Menüstruktur des i-Drive tadellos bedienbar, mit steifer Karosserie, bequemen ledergepolsterten Sitzen und einem reichlichen Optionsfundus gesegnet (siehe Spotlight). Dem hält der Maserati eine Melange aus liebevoll vernähten Tierhäuten und einer karbonverblendeten Mittelkonsole entgegen. Allerdings wirkt mancher Schalter arg preisbewusst, und die Lenksäule rutscht beim Verstellen erst einmal haltlos nach unten.

Fazit

1. Mercedes SL 500
505 Punkte

Der Ingeniöse. Teurer Zweisitzer mit hubraumstark-druckvollem Motor, sportlichkomfortablem Fahrwerk und solidem Vario-Hardtop.

2. Jaguar XK 4.2
481 Punkte

Der Gediegene. Komfortabel, agil und fahrsicher, gelang dem neuen XK ein Riesensprung vorwärts. Sein 4,2-Liter wirkt im Vergleich etwas blass.

3. BMW 650i
478 Punkte

Der Technophile. Sein 4,8-Liter beherrscht alle Tonlagen von zart bis hart. Dazu gibt es viel Platz, aber nur eingeschränkten Federungskomfort.

4. Maserati GranSport Spyder
402 Punkte

Der Ungezähmte. Wild röhrender V8 trifft auf verwindungsfreudige Karosserie, agiles Handling und charakterstarkes Ambiente. Teurer Unterhalt.

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Technische Daten
BMW 650i Cabrio Maserati GranSport Spyder Jaguar XK 4.2L V8 Cabrio Mercedes SL 500
Grundpreis 88.160 € 112.740 € 93.600 € 106.684 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4820 x 1855 x 1373 mm 4303 x 1822 x 1305 mm 4791 x 1893 x 1329 mm 4532 x 1827 x 1298 mm
KofferraumvolumenVDA 350 l 300 l 283 l 339 l
Hubraum / Motor 4799 cm³ / 8-Zylinder 4244 cm³ / 8-Zylinder 4196 cm³ / 8-Zylinder 5461 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 270 kW / 367 PS bei 6300 U/min 294 kW / 400 PS bei 7000 U/min 219 kW / 298 PS bei 6000 U/min 285 kW / 388 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 285 km/h 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 6,0 s 5,9 s 6,7 s 5,3 s
Verbrauch 11,7 l/100 km 17,5 l/100 km 11,4 l/100 km 12,3 l/100 km
Testverbrauch 14,5 l/100 km 17,4 l/100 km 15,1 l/100 km 13,8 l/100 km
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