Dodge Dakota Club Cab 4x4 im Test

Auf seiner Ladefläche nehmen sich sogar Big Bikes zierlich aus: Der Pickup Dodge Dakota macht den Auto-Alltag zum Fullsize-Erlebnis.

Keine Macht der Welt kann die Amerikaner bewegen, kleine Autos zu fahren: Jedes zweite verkaufte Auto in den Vereinigten Staaten ist ein Pickup vom Schlage des Dodge Dakota. Reichlich fünf Meter Karosserielänge gelten zwischen Washington D.C. und Seattle als guter Durchschnitt. Der 230 PS starke 5,2 Liter- V8 des Dodge trägt den Spitznamen Magnum. Eingeweihte freilich nennen ihn Mouse-Engine (Mäusemotor). Zur Unterscheidung: Richtig große Motoren heißen Rat-Engine (Rattenmotor) und haben rund acht Liter Hubraum. Schon weil der Dodge mit 13,5 Meter Wendekreis behutsam rangiert werden will, ist es besser, zwei freie Plätze zu suchen, wenn er ordnungsgemäß abgestellt werden soll. Doch der Pickup paßt ohnehin schlecht ins städtische Leben mit seinen knappen Normparkräumen. Seine Heimat ist das weite Land, wo die Nutzlast in Tonnen und die Farmgröße in Hektar gemessen wird. Auf Landstraßen fällt auch der Verbrauch akzeptabel aus, der sich bei gemächlichem Rollen zwischen zwölf und 15 Liter pro 100 Kilometer einpendelt. Die Reichweite ist dank dem 83 Liter großen Tank eindrucksvoll, die fällige Tankrechnung dann allerdings auch.

Man steigt nicht einfach in den Dodge hinein, dessen Führerhaus hochtrabend Club Cabin heißt, sondern man steigt auf: zum Steuermann eines 2,7-Tonners, der zwei üppige und zwei mickrige Sitzplätze aufweisen kann. Hinten finden nur kleine Kinder einigermaßen Platz, sofern der nicht ohnehin von herumliegenden Sätteln, Stetson-Hüten oder Pump- Guns belegt ist. Die Servolenkung ist gar nicht so indirekt, wie man das von einem gestandenen Truck mit 1,25 Tonnen Nutzlast erwarten würde. Jedenfalls läßt sich die Fuhre mit ein paar knappen Lenkbewegungen aus dem Handgelenk passabel auf Kurs halten.

Die Kraftübertragung wirkt über eine geschmeidige Dreigangautomatik mit Overdrive auf die Hinterachse, falls nicht gerade der Allradantrieb zugeschaltet ist. Das Getriebe schaltet so weich und komfortabel, daß es rätselhaft bleibt, warum am Luxus-Truck der Schriftzug Sport prangt. Des Rätsels Lösung: Der Testwagen, der vom Importeur Schlenz in Ulm gestellt worden war, verfügt über die Sportausstattung, die Teppiche, Alufelgen, Radio, getöntes Glas und Drehzahlmesser beinhaltet. So etwas wirkt diesseits des Atlantiks nur verhalten sportlich. Das Autobahn-Paket mit ABS, 83 Liter-Tank, größerem Kühler und verstärkter Lichtmaschine (Aufpreis 340 Euro) ist hierzulande sicher sinnvoll.

Vor- und Nachteile

  • Geräumiger Zweisitzer mit nur eingeschränkt nutzbaren Notsitzen
  • gute Fahrleistungen
  • konkurrenzlos großes Ladevolumen
  • hohe Nutzlast
  • hoher Verbrauch
  • stark eingeschränkte Handlichkeit und Übersichtlichkeit
  • gewaltiger Parkraumbedarf
  • großer Wendekreis
Technische Daten
Dodge Dakota Club cab 4x4
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5692 x 2016 x 1907 mm
Hubraum / Motor 7998 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 171 kW / 230 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
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