Dodge Nitro

Explosiv-Stoff

Foto: Hans-Dieter Seufert 15 Bilder

Der neue Dodge Nitro ist das dritte Modell der US-Marke in Deutschland – nur ein Designerstück oder eine echte Alternative im SUV-Segment?

Den Widderkopf im Fadenkreuz des mächtigen Grills angriffslustig gesenkt, scheint der Dodge Nitro klassische SUV wie Toyota RAV4, Hyundai Santa Fe und Co. auf die gebogenen Hörner nehmen zu wollen. Bieder, langweilig, stockkonservativ: Diese Attribute mögen für andere gelten – mit Sicherheit nicht für den knapp 4,60 Meter langen, extravagant gestylten US-SUV.

Schon der Name klingt explosiv, ist er doch das Kurzwort für den hochsensiblen Sprengstoff Nitroglyzerin, der schon im Film-Klassiker „Lohn der Angst“ für dramatische Spannung sorgte. An längst vergangene Zeiten erinnert auch das Fahrverhalten des Nitro. Schon moderate Unebenheiten bringen ihn gehörig aus dem Tritt. Er torkelt, stößt, poltert und schaukelt.

Die zu lasche Dämpfung ist schnell überfordert. Lediglich lange Wellen meistert die Federung einigermaßen passabel. Diese unharmonische Abstimmung wirkt sich zudem negativ auf die Fahrstabilität aus. Ist die Piste nicht hundertprozentig topfeben, verlieren einzelne Räder schon mal den Bodenkontakt.

Besonders unangenehm wird es aber, wenn der Nitro schon bei moderatem Tempo in Autobahnkurven auf Bodenwellen trifft. Dann versetzt die hintere Starrachse, was das serienmäßige ESP zum Eingreifen veranlasst. Dieser Eingriff wiederum bringt zusätzliche Unruhe ins Fahrwerk und sorgt für feuchte Hände beim Fahrer.

Da der zuschaltbare Allradantrieb lediglich fürs Fahren auf losen und glatten Untergründen vorgesehen ist, kann er die Spurhaltung in solchen Situationen nicht verbessern.

Man lässt es also besser gemütlich angehen im Dodge, obwohl der kraftvolle, allerdings durstige und nicht besonders kultivierte Dieselmotor dem immerhin leer über zwei Tonnen schweren Offroader zu respektablen Fahrleistungen verhilft. Der 177 PS starke 2,8-Liter- Vierzylinder stemmt in Verbindung mit der Fünfgang-Automatik bis zu 460 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle – 50 Nm mehr als mit Schaltgetriebe.


Das von Mercedes stammende, millionenfach bewährte Wandler-Getriebe verrichtet auch im Dodge sehr harmonisch und unauffällig seinen Dienst. Auffällig geworden ist dagegen die Elektronik. Nicht weniger als sechs Fehler traten bei der ersten Testfahrt über rund 400 Kilometer auf. Mehrfach stürzte das Navi- und Audiosystem komplett ab.

Die Reifendruckkontrolle schlug zwei Mal Alarm und zwang zu einem Zwischenstopp. Der war jedoch unnötig, da der Luftdruck korrekt eingestellt war. Zudem ist der Radioempfang miserabel, die Lichtausbeute der Scheinwerfer ärmlich. Und angesichts der äußeren Abmessungen fällt das Raumangebot eher bescheiden aus.

Dass Dodge vier Jahre Garantie sowie kostenlose Wartung und Reparaturen in dieser Zeit bietet, ist angesichts der Unzulänglichkeiten nur ein kleiner Trost. Denn so weit wie von der Langeweile ist der Nitro auch von der Perfektion mancher Konkurrenten entfernt. Wirklich glänzend an ihm ist nur der Chrom am Kühler.

Fazit

Positiv sind der kräftige Dieselmotor, die harmonische Automatik, die guten Fahrleistungen sowie die lange Garantie. Negativ ins Gewicht fallen dagegen der schlechte Federungskomfort, die mäßigen Bremsen, der hohe Verbrauch, die unharmonischen Fahreigenschaften und die schlechte Raumökonomie.

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Technische Daten
Dodge Nitro 2.8 CRD SXT
Grundpreis 34.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4584 x 1856 x 1755 mm
KofferraumvolumenVDA 389 bis 1994 l
Hubraum / Motor 2777 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 130 kW / 177 PS bei 3800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 182 km/h
0-100 km/h 11,4 s
Verbrauch 9,4 l/100 km
Testverbrauch 12,6 l/100 km
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