Dodge Viper SRT-10

Gewalt marsch

Foto: Hans-Dieter Seufert 8 Bilder

Zehn Zylinder, über acht Liter Hub­raum und 506 PS machen den Dodge Viper SRT-10 zu einem Macho-Sportwagen ohne Kompromisse.

Eine Chiffre für Mega-Power: 500. Das ist in den USA die magische Zahl, um die sich die
Daten des sportlichen Flaggschiffs der Chrysler-Marke Dodge ranken. 505 für den
Hubraum, 500 für die Leistung, 500 für das Drehmoment. Übersetzt in europäische Maßeinheiten liest sich das so: 505 Kubik-Inch ergeben 8285 Kubikzentimeter Hubraum, aus 500 Horsepower werden nach der hier üblichen Messmethode und mit geänderter Auspuffanlage 506 PS, aus 500 Poundfeet 711 New­tonmeter. Das Motorpotenzial des Dodge Viper übertrifft alles, was die Brutalo-V8 der goldenen sechziger Jahre in Amerika lieferten, als Muscle-Cars das Thema Nummer eins der Autokultur waren und aus Anzeigen blauer Reifenqualm quoll. Für immer vorbei, hieß es, als die große Kastration der
US-Motoren begann und über­eifrige Politiker gar forderten, kein Auto mehr zuzulassen, das schneller als 120 km/h laufen kann. Die Historie hat das korrigiert. Das Muscle-Auto ist wieder da, und heute heißt es Dodge Viper. Einziger Schönheitsfehler: kein Achtzylinder mehr. Was angesichts der PS-Mühle unter der langen Motorhaube leicht zu verschmerzen ist. Zehn Zylinder versammeln sich hier, sauber im 90-Grad-Winkel und in V-Form antretend. Die Basistechnik zeigt das klassische amerikanische Strickmuster: eine einzige Nockenwelle im V der zahlreichen Töpfe, Stoßstangen und Kipp­hebel zur Betätigung der nur zwei Ventile pro Zylinder. Detroit Iron in Bestform. Pardon. Der Dodge-Motor besteht komplett aus Aluminium. Aber seine Wurzeln hat er in einem Eisenbrocken, der in Pickups von Dodge Dienst tut. Im ersten Viper konnte die Großkolbenmaschine ihre Truck-Gene nicht leugnen.
Leistung gab es satt, aber zähes Ansprechen und eine ausgeprägte Drehzahl-Allergie mach-
ten deutlich, dass aus einem Arbeitsgaul so leicht kein Rennpferd wird. Schnee von gestern. Die neue Viper-Maschine, gründlich überarbeitet und im Hubraum vergrößert, zeigt einen veränderten Charakter. Nach dem Anlassen verfällt sie in einen bei 800/min hoch liegenden, schüttelnden Leerlauf. Ganz wie damals, als das Rumpeln beim Show­down an der Ampel den Einsatz einer scharfen Nockenwelle verkündete und damit dem Konkurrenten in der Spur daneben ein Warnsignal zukommen ließ. Und dann? Kraft ohne Ende. Wer im ersten Gang Vollgas gibt, muss ein Profi sein. Denn sonst rührt sich der Dodge nicht vom Fleck und produziert einen qualmenden Burnout. Gekonnte Behandlung von Gas und Kupplung katapultiert den Zweisitzer davon, als gäbe es kein Morgen. Eine Antriebsschlupfregelung gibt es nicht.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • leicht bedienbares Verdeck
  • mäßige Verarbeitungsqualität schlechte Übersichtlichkeit kleiner Kofferraum
Antrieb
  • starker, gut ansprechender Motor exzellente Fahrleistungen
  • zu lange Gesamtübersetzung ausgeprägte Ruckelneigung hoher Verbrauch
Fahrkomfort
  • gut ansprechende Federung bequeme Schalensitze übersichtliche Bedienung
  • hoher Innengeräuschpegel hoher Bedienungskräfte
Fahreigenschaften
  • sehr hohes Kurvenpotenzial gute Handlichkeit exakte Lenkung
  • kritisch im Grenzbereich (kein ESP) schlechter Geradeauslauf
Sicherheit
  • sehr gute Bremsen
  • unbefriedigende Sicherheits- ausstattung
Kosten
  • günstiger Preis für viel Leistung
  • hohe Unterhaltskosten
Umwelt
  • keine Euro-4-Einstufung hohe CO2-Emission
Übersicht: Dodge Viper SRT-10
Technische Daten
Dodge Viper SRT-10
Grundpreis 112.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4460 x 1944 x 1210 mm
KofferraumvolumenVDA 200 l
Hubraum / Motor 8285 cm³ / 10-Zylinder
Leistung 372 kW / 506 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 306 km/h
0-100 km/h 4,3 s
Verbrauch 19,1 l/100 km
Testverbrauch 20,9 l/100 km
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