Doppeltest Audi A4 1.9 TDI gegen Mercedes C 220 CDI

Kennzeichen D am Wagenheck ist salonfähig geworden, oftmals sogar erste Wahl. Audi A4 1.9 TDI und Mercedes C 220 CDI kämpfen in der gehobenen Mittelklasse mit unterschiedlichen Einspritzsystemen um die Kunst der Käufer – Diesel vom Feinen.

Ein bisschen ist es noch
da, das alte Leerlauf-Ge­räusch des Mercedes-Taxis, lange Zeit akustisches Sinnbild für Verlässlichkeit und langes Motorleben, wenn man den Vierzylinder des C 220 CDI startet. Doch trotzdem kein Vergleich mit den
alten Vorkammer-Motoren.

Es murmelt nur noch dezent unter der flachen Motorhaube – nichts zu ahnen von den hohen Einspritzdrücken des Common Rail, nicht daran zu denken, dass längst vier Ventile pro Zylinder für den Sturm in den quadratisch ausgelegten Töpfen sorgen.

Nicht weniger als 143 PS leistet der stämmige Dieselmotor, dazu kommt ein kühner Drehmomentbuckel, der mit 315 Newtonmetern bei nur 1800 Umdrehungen schon auf dem Papier signalisiert: Ich bin da, wenn man mich braucht.

Nicht viel weniger bietet der im Hubraum (1,9 Liter) und in der Ventilzahl (zwei) weit bescheidenere Audi-Vierzylinder auf, immer noch mit jenem Grauguss-Block versehen, aus dem die VW-Konstrukteure 1976 den ersten Wirbelkammer-Diesel für den Golf zauberten.

285 Newtonmeter und 130 PS sind es hier bei praktisch gleicher Drehzahl, und was der extreme Langhuber (95,5 mm bei 79,5 mm Bohrung) da mit Voreinspritzung feinst verstäubt zur Detonation bringt, steht zuvor unter extrem hohem Druck (über 2000 bar). Pumpedüse heißt die per Nocken­­welle mechanisch erzeugte Einspritztechnik, die Audi wie VW bei den Vier-
zylinder-Dieseln favorisiert.

Dass da besonders druckvoll injiziert und verbrannt wird, zeigt sich akustisch sofort. Das sanfte Murmeln
des Common-Rail-Motors von Mercedes kennt das Audi-Triebwerk nicht. Das Verbrennungsgeräusch ist hart, und dies nicht nur im Leerlauf.

Auch beim Durchbeschleunigen der unteren Gänge wirkt der Audi-Motor weit weniger kultiviert als der sanfte Mercedes-Selbstzünder, der sich hier Bestnoten verdient. Bei keiner Drehzahl stört der Vierzylinder – mit ein Grund, weshalb er nicht nur gegen-über dem Audi-Motor, sondern auch seinen Otto-Kollegen eine gute Figur macht.

In der Laufkultur also ein klares Mercedes-Plus, das Motorleben aber besteht ja nicht nur aus Tönen. Wie der Pumpedüse-Motor des Audi am Gas hängt, mit welchem Bums das 130 PS leistende Diesel-Aggregat nach freier Fahrt verlangt, das macht ihm so schnell kein anderer nach.

Fazit

1. Audi A4 1.9 TDI
535 Punkte

Der Audi entpuppt sich bis auf seinen relativ lauten Motor als Alleskönner, mit guten Fahrleistungen, sehr sicheren Fahreigenschaften und einem ausgewogenen Federungskomfort. In der Kostenbilanz und im Preis geht er deutlich auf Distanz.

2. Mercedes C 220 CDI
520 Punkte

Zu den Vorzügen des Mercedes zählt neben seinem Temperament, den sicheren Fahreigenschaften und dem guten Komfort vor allem der kultivierte Motor, der auch mit fünf Gängen gut aus- käme. Der deutlich höhere Preis kostet Punkte.

Übersicht:
Technische Daten
Mercedes C 220 CDI Classic Audi A4 1.9 TDI
Grundpreis 29.696 € 26.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4526 x 1728 x 1426 mm 4548 x 1772 x 1428 mm
KofferraumvolumenVDA 455 l 445 bis 720 l
Hubraum / Motor 2148 cm³ / 4-Zylinder 1896 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 105 kW / 143 PS bei 4200 U/min 96 kW / 130 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h 207 km/h
0-100 km/h 10,2 s 10,3 s
Verbrauch 6,3 l/100 km 5,5 l/100 km
Testverbrauch 7,7 l/100 km 7,3 l/100 km
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