Doppeltest BMW 750i L gegen Rolls Royce Silver Seraph

Wer baut die bessere Luxuslimousine: Rolls-Royce und damit der momentane Eigentümer Volkswagen oder doch der zukünftige Rolls-Royce-Besitzer BMW? Obwohl der neue Silver Seraph und der 750i L vom gleichen BMW-V12 angetrieben werden, bleiben sie ungleiche Brüder.

Die Gleichmacherei im Antriebsbereich ist diskret getarnt. Zwar sind die beiden Ansaugluftsammler in Form und Material identisch, aber der zweite Blick offenbart ähnlich feine Unterschiede wie zwischen den Kessler-Zwillingen. Unter der Motorhaube des 750i L werden die Längsrippen der Leichtmetall-Sammler von den Lettern BMW unterbrochen, und auf der Abdeckblende prangt das weiß-blaue Propeller- Wappen. Der Rolls-Royce verzichtet auf jede Kennzeichnung der Luftsammler und leistet sich eine elegantere Blende mit zwei dezenten Typenhinweisen: „Silver Seraph“ und ein schlichter, nichtsdestotrotz triumphierender Buchstabe „V“.

Dies könnte unter Technikern zwar als Hinweis auf das 5,4 Liter-V12- Triebwerk aus bayerischem Motoradel hinweisen, bedeutet in Wahrheit aber Victory. Denn im trickreichen Gezerre um Namensrechte und Teilelieferungen gibt es über den beiden Klassensiegern Volkswagen und BMW einen Gesamtsieger: den eben als „all-new motor car for the next millennium“ vorgestellten Silver Seraph. Damit bleibt dem Seraph – eigentlich Seraphin, ein alttestamentarischer Engel – erspart, eine Schimäre zwischen den Zeiten zu werden. Als neues Produkt ist er ohnehin so real, daß er keine Vergleiche zu scheuen braucht, schon gar nicht diesen. An der Ausgangssituation „Stil gegen High Tech“ hat sich durch die V12-Verbindung wenig geändert.

Der Rolls-Royce ist mit 444 000 Mark eine mittelgroße Eigentumswohnung teurer als der BMW. Da beide über den gleichen Antrieb verfügen, muß der Unterschied von 264 000 Mark im Detail liegen. Zum Beispiel in der Verarbeitung der natürlichen Rohstoffe. Die Holzverkleidungen im Rolls-Royce erinnern an Sherwood Forest, jene im BMW an die Furnierabteilung einer Möbelfabrik. In den Walnußholz- Furnieren des Silver Seraph stecken 150 Stunden Handarbeit, die elf Connolly- Rindslederhäute sind mit doppelter Naht verarbeitet. Dafür gibt es im harten Berufsalltag einer Limousine keine Pluspunkte, wohl aber für das bessere Raumangebot vorne und einen beinahe göttlichen Sitzkomfort auf den Vordersitzen. 

Fazit

1. BMW 750i L
606 Punkte
2. Rolls-Royce Silver Seraph
538 Punkte
Übersicht:
Technische Daten
BMW 750iL Rolls-Royce Silver Seraph 5.4 V12
Grundpreis 94.333 € 246.100 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5124 x 1862 x 1425 mm 5390 x 1932 x 1515 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l 374 l
Hubraum / Motor 5379 cm³ / 12-Zylinder 5379 cm³ / 12-Zylinder
Leistung 240 kW / 326 PS bei 5000 U/min 240 kW / 326 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 225 km/h
0-100 km/h 7,7 s 8,0 s
Verbrauch 13,8 l/100 km 17,4 l/100 km
Testverbrauch 15,9 l/100 km 17,3 l/100 km
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