Doppeltest BMW M5 gegen Mercedes E 55 AMG

Rund drei Jahre nach der Vorstellung der aktuellen Fünfer-Reihe kommt das 400 PS starke Sportmodell BMW M5 auf den Markt. Dem Mercedes E 55 AMG ist damit ein in der Motorleistung überlegener Konkurrent entstanden.

Der Mercedes geht mit deutlichem Vorsprung ins Rennen um die Gunst der Käufer: Den sportlichen E mit dem Zusatzkürzel AMG – er kommt aus der Mercedes-Sportabteilung AMG aus Affalterbach bei Stuttgart – gibt es bereits seit fast drei Jahren und in einer Gesamtauflage (einschließlich der Kombi-Versionen) von rund 6500 Exemplaren. Er startete als E 50 mit fünf Liter Hubraum (347 PS) und wandelte sich im September 1997 zum E 55. Seither trägt er einen 5,5 Liter großen V8 unter der Haube. Sein Triebwerk gehört zu der jungen Achtzylinder- Generation von Mercedes mit den eher ungewöhnlichen Features Dreiventiltechnik und Doppelzündung. Dank dem gewaltigen Hubraum und einer ausgeklügelten zweiflutigen Ansauganlage leistet er 354 PS bei 5500/min und stemmt gewaltige 530 Newtonmeter Drehmoment bereits bei 3000 Touren auf die Kurbelwelle.

Die Kraftübertragung erfolgt grundsätzlich über eine Fünfgangautomatik. Der M5 ist brandneu, sein Motor einen halben Liter kleiner. Hatte das Vorgänger-Modell noch sechs Zylinder, so trägt die neue Sportlimousine einen V8 unter der Haube, der auf den bekannten Vierventil- Achtzylindern des Hauses aufbaut und ganz betont auf Sportlichkeit getrimmt wurde. Das verrät unter anderem seine aufwendige Ansauganlage mit 23 Zentimeter langen, schlangenförmigen Trichtern und acht ganz nahe an den Zylinderköpfen plazierten Einzel-Drosselklappen – eine aus dem Rennmotorenbau stammende Konstruktion zur Erhöhung der Spontaneität bei Gaswechseln (siehe Kasten Seite 70). Der Fünfliter mit insgesamt vier stufenlos verstellbaren, kennfeldgesteuerten Nockenwellen (Doppel-Vanos) leistet 400 PS bei 6600/min und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter bei 3800/min. Die Kraft überträgt ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Reichlich High Tech also im Fünfer-BMW und eine beeindruckende Leistungsausbeute. Aber reicht das, um dem E 55 davonzufahren? Bei den Meßfahrten auf den Geraden der Rennstrecke in Hockenheim ja, doch in der Praxis schmelzen die wenigen Zehntelsekunden Differenz zugunsten des M5 dahin zu grauer Theorie.

In den Fahrleistungen erreichen die Limousinen Wer- te, die waschechte Sportwagen auszeichnen. In der Höchstgeschwindigkeit werden beide Wagen elektronisch auf 250 km/h eingebremst.

Fazit

1. BMW M5
591 Punkte

Der BMW gewinnt diesen Doppeltest verdient, weil er eindeutig die sportlichere Limousine ist. Mit seinem ungewöhnlich spontanen, drehfreudigen Motor und seinen ausgezeichneten fahrdynamischen Qualitäten vermittelt er echtes Sportwagen- Feeling. Vor allem das überragende Fahrverhalten und die hohe Handlichkeit sichern ihm in der Eigenschaftswertung einen Vorsprung. Den kann er ins Ziel retten, obwohl er im Umweltkapitel noch Punkte einbüßt.

2. Mercedes E 55 AMG
589 Punkte

Nach Punkten muß sich der E 55 letztlich knapp geschlagen geben. Er sammelt vor allem in jenen Kriterien fleißig Pluspunkte, die auch ganz brave Autos auszeichnen. Seine geräumigere Karosserie und der etwas bessere Komfort sprechen für ihn. Aber auch der niedrigere Normverbrauch sowie die günstigere Schadstoffbilanz bringen Pluspunkte und den E 55 am Ende noch ganz nah an den M5 heran. Wegen seiner Ausgewogenheit ist er eine attraktive Alternative.

Übersicht:
Technische Daten
Mercedes E 55 AMG BMW M5
Grundpreis 77.836 € 71.939 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4818 x 1799 x 1411 mm 4784 x 1800 x 1432 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l 460 l
Hubraum / Motor 5439 cm³ / 8-Zylinder 4941 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 260 kW / 354 PS bei 5500 U/min 294 kW / 400 PS bei 6600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 5,8 s 5,2 s
Verbrauch 12,1 l/100 km 14,0 l/100 km
Testverbrauch 14,5 l/100 km 14,7 l/100 km
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