Doppeltest BMW Z3 1.9 gegen Mercedes SLK 200

In der 50.000 Mark-Klasse gehen BMW Z3 1.9 und Mercedes SLK 200 auf harten Konfrontationskurs. Den Nostalgie-Roadster von BMW und das High Tech-Cabrio von Mercedes trennt mehr als ein Preisunterschied von rund 3.000 Mark.

Die ewige Rivalität zwischen BMW und Mercedes kettet auch BMW Z3 und Mercedes SLK in herzlicher Konkurrenz aneinander. Beide Modelle sind nach dem Verständnis ihrer Hersteller preisgünstig, und beide sollen mit der nicht ganz korrekten Typenbezeichnung Roadster einen Reiz vermitteln, für dessen Auslösung es keine gesicherten technischen Rezepte gibt. Aber nur in der 50 000 Mark-Preisklasse treten die beiden Einsteiger-Cabrios der Nobelmarken wirklich mit je einer Modellvariante gegeneinander an: Der BMW Z3 kostet mit dem 140 PS starken 1,9 Liter- Vierzylinder 49 800 Mark, der SLK 200 mit dem 136 PS starken Zweilitermotor 52 900. In diesen harten Preis-Leistungs- Zeiten ist der mercedestypische, teurere Anschaffungspreis auch nicht mehr, was er war.

Beim SLK ist das Hardtop nicht nur serienmäßig, nein, dieses auf Knopfdruck zu bedienende Klappdach ist die praktischste Kopfbedeckung seit Erfindung des Huts. Für den Z3 wird es von BMW frühestens ab Mitte des Jahres ein Hardtop als Zusatzausstattung geben. Wer diesen Winter im Z3 unter einem Hardtop aus Verbundstoff verbringen will, muß sich bei der Firma Wiesmann in Dülmen bedienen und je nach Dachhim mel mindestens 4250 Mark zahlen. Der Z3 1.9 mit Winterdach kostet also 54 050 Mark und ist teurer als der SLK 200. Außerdem steckt unter dem Z3 1.9 die Technik des Dreier Compact, die teilweise noch aus der alten Dreier-Serie vor 1990 stammt. Der SLK darf sich auf dem leicht modifizierten Fahrwerk der drei Jahre alten C-Klasse bewegen. In der Karosseriewertung holt sich der BMW im Kapitel Kofferraumvolumen ein Pünktchen Vorsprung, weil dies mit 180 Liter Inhalt konstant bleibt. Der SLK bietet seinen Passagieren mit geschlossenem Dach zwar 345 Liter Kofferrauminhalt, wird das Verdeck allerdings unter den Kofferraumdeckel geklappt, reduziert sich der Stauraum dort auf 145 Liter – zu wenig, um ein lauschiges Wochenende zu zweit und offen zu verbringen.

Diesen leichten Nachteil macht der SLK bei der Serienausstattung dank des serienmäßigen Variodachs und der Überrollbügel mehr als wett. Außerdem bietet Mercedes Seiten- Airbags für 747 Mark Aufpreis an, die in der Sonderausstattungsliste des Z3 fehlen. Da die bombierte Motorhaube des BMW Z3 mitunter schwankt wie eine Luftmatratze auf Wellen und die Karosserie nicht so verwindungssteif ist wie jene des SLK, liegt der bereits nach dieser ersten Wertung drei Punkte vorn. Beim Fahrkomfort sind die Unterschiede zwischen den bei den fast so groß wie die Distanz zwischen den Produktionsstätten, dem BMW-Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina und der SLKFertigung in Bremen. Der SLK erreicht in den Kriterien Karosseriebewegung, Federung auf kurzen Bodenwellen und Komfort beladen die maximale Punktezahl, der Z3 liegt knapp zurück. Deutlicher wird der Unterschied beim Thema Klimatisierung. Das ungefütterte Stoffverdeck des BMW heizt sich schon bei mittleren Temperaturen auf wie ein Zwei-Mann-Zelt auf dem Campingplatz von Lignano im Sommerurlaub.

Fazit

1. Mercedes SLK 200
109 Punkte
2. BMW Z3 1.9
104 Punkte
Übersicht:
Technische Daten
BMW Z3 1.9 Mercedes SLK 200
Grundpreis 26.613 € 27.047 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4025 x 1692 x 1288 mm 3995 x 1715 x 1284 mm
KofferraumvolumenVDA 165 l 348 l
Hubraum / Motor 1895 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 6000 U/min 100 kW / 136 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h 208 km/h
0-100 km/h 9,6 s 10,5 s
Verbrauch 8,0 l/100 km 9,1 l/100 km
Testverbrauch 9,9 l/100 km 9,8 l/100 km
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