Doppeltest Chrysler Neon 2.0 gegen Ford Mondeo 2.0

Noch nie war ein amerikanisches Auto so europäisch wie der Chrysler Neon. Reicht das, um etablierte Konkurrenten wie den Ford Mondeo zu schlagen?

Wer im Einerlei der bürgerlichen Mittelklasse eine Limousinemit Ausstrahlung sucht, kommt amChrysler Neon kaum vorbei. Dieedlen Gase, die sein Nameverspricht, entpuppen sich jedochschnell als ordinärer Mief.Unverblümt und süßlich strömt eraus den Kunststoffverkleidungendes Innenraums und weckt vor allemdadurch Sehnsucht nach der großen weiten Welt, daß man am liebsten gleich wieder aussteigen möchte. Aber Geruch ist offenbar Geschmackssache,denn über 180 000 Käufer in denUSA ließen sich im vergangenen Jahr mehr von den rundlichen Formen als von der markanten Duftnotedes Neon beeindrucken. Erleichtert wirddie Entscheidung zweifellos vonPreisen um 10 000 Dollar, wofür es dort ansonsten gerade mal japanische Kleinwagen gibt.

In Deutschland konkurriert er jedoch nach Leistung und Format mit gestandenen Mittelklasse- Limousinen wie Opel Vectra oder Nissan Primera, was den hiesigen Importeur zwar mutig bei der Kalkulation (32 595 Mark), aber zaghaft bei der Absatzplanung (2600 Exemplare für 1995) werden ließ. Mehr als 82 000 mal konnte Ford im vergangenen Jahr seinen Mondeo in Deutschland verkaufen. Wie der Neon ist er als Weltauto konzipiert, was nichts anderes heißt, als daß er in Amerika und Australien genauso gefallen soll wie in Europa undgegebenenfalls vor Ort gebautwird. Letzteres gilt bisher erst für den Ford, dessen US-Versionen sich jedoch optisch wie technisch vonihrem deutschen Pendant nachhaltigunterscheiden.
Als viertürige Stufenhecklimousine mit Zweiliter-Vierventilmotor und 136 PS entspricht der Mondeo weitgehend dem Neon-Einheitsmodell mit 133 PS, kostet aber gut 5000 Mark mehr. Dafür gibt es zunächst nur 116 Kilogramm Mehrgewicht und etwas großzügigere Abmessungen. Selbst die Ausstattung rechtfertigt den Aufpreis nicht, denn über den gemeinsamen Standard (ABS, zwei Airbags, Servolenkung) hinaus fehlen dem Mondeo eine Zentralverriegelung, elektrische Außenspiegel und Fensterheber vorn, was mitweiteren 1600 Mark zu Buche schlägt. Entscheidende Vorteile kannder Ford auch in puncto Raumausnutzung nicht geltend machen. Während Fahrer und Beifahrer in beiden Autos genügend Platz auf denVordersitzen vorfinden, wird esfür die Fondpassagiere aufgrunddes eingeschränkten Knieraumsschon eng. Im Neon mangelt eszusätzlich an Kopffreiheit, undmit 364 Litern (Ford: 480) istsein Kofferraumvolumen für eineFamilienlimousine eindeutig zu knapp bemessen. Daran ändert auch die serienmäßige, aber kleine Durchlademöglichkeit mittels geteilt umklappbarer Rücklehnen nichts. Daß der Chrysler trotz seines europäischen Konzepts ein Amerikaner geblieben ist, zeigt sich vor allem bei der Bedienung.

Fazit

1. Ford Mondeo 2.0 CLX
106 Punkte

Gute Fahrleistungen, befriedigende Handlichkeit, ausgewogenes Fahrwerk, gute Bremsen, angemessener Verbrauch. Kerniger, nicht sehr elastischer Vierventiler, begrenzter Knieraum hinten, hoher Kaufpreis.

2. Chrysler Neon LE 2.0
96 Punkte

Günstiger Anschaffungspreis, gute Serienausstattung, neutrales Fahrverhalten, niedriger Verbrauch, drehfreudiger Motor. Eingeschränktes Platzangebot, mäßige Verarbeitung und Funktionalität, geringe Reichweite, wenig Federungskomfort.

Übersicht:
Technische Daten
Ford Mondeo 2.0i CLX Chrysler Neon LE 2.0
Grundpreis 15.022 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4481 x 1749 x 1428 mm 4364 x 1714 x 1369 mm
KofferraumvolumenVDA 480 l 364 l
Hubraum / Motor 1988 cm³ / 4-Zylinder 1996 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 100 kW / 136 PS bei 6000 U/min 98 kW / 133 PS bei 5850 U/min
Höchstgeschwindigkeit 209 km/h 188 km/h
0-100 km/h 9,3 s 10,0 s
Verbrauch 8,2 l/100 km
Testverbrauch 9,5 l/100 km 8,9 l/100 km
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