Im Vergleich

Fiat Barchetta 1.8 16 V gegen Fiat Punto Cabrio 1.6

Trotz ihres unterschiedlichen Charakters beruhen Barchetta und Punto Cabrio auf der gleichen Bodengruppe. Und noch eine Gemeinsamkeit zeichnet die offenen Fiat-Modelle aus: Mit günstigen Einstiegspreisen zählen sie zu den finanzierbaren Traumautos für junge Leute.

Wenn die Jugend auf dem Automarkt nach dem ersten eigenen Fahrzeug forscht, träumt sie mit Sicherheit von Fiat Barchetta und Fiat Punto Cabrio. Denn mit den beiden offenen Versionen beweist Fiat selbst kritischen Nachwuchswissenschaftlern, daß die Formel „Klein und preisgünstig gleich eng und billig“ falsch ist. Wer die italienischen Entwürfe, die sich der gleichen technischen Basis bedienen, genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt an ihnen noch einen unbekannten Umstand, der sich in kein Zahlenspiel pressen läßt: Spaß. Egal, ob man in denviersitzer Fiat Punto Cabrio für 33 900 Mark einsteigt oder dem zweisitzigen Sportwagen  Fiat Barchetta (36 800 Mark) den Vorzug gibt – die Fahrt macht in jedem Fall gute Laune.

Elegantes Design

Elegantes DesignUm junge Kunden bei Stimmung zu hatten, hat sich Fiat nämlich nicht nur darauf beschränkt, den Basispreis in einem attraktiven Rahmen zu halten. Der italienische Autokonzern gibt seinen offenen Varianten ein Design mit, das selbst alte Herzen wieder höher schlagen läßt. Es ist vor allem der ganz neu entwickelte Roadster Barchetta, der mit klassischen Details wie Türgriffen aus poliertem Aluminium, in Wagenfarblackierten Flächen im Fahrzeuginneren und weißunterlegten Rundinstrumenten den Augen der Geschmacks-Puristen ebenso schmeichelt wie mit einem eleganten Design, das die bereits totgeglaubte Fiat Spider- Tradition wieder aufleben läßt. Mit diesem formvollendeten Auftritt des Barchetta kann das Punto Cabrio nicht mithalten.


Weniger klassische Linien als vielmehr moderne Elemente prägen das Auto, das mit seinem Styling Klassenkonkurrenten wie Mini Cabrio, Rover 114 oder das auslaufende Peugeot 205 Cabrio spielerisch hinter sich läßt. Schon die im Vergleich zum Barchetta pummelige Form erinnert allerdings daran, daß man es hiermit einem Kleinwagen und nicht mit einem Sportwagen zu tun hat.Wer in den Autos Platz nimmt, erkennt die unterschiedlichen Charaktere auch an der Sitzposition: Während man in den straffen Polstern des Barchetta sportlich tief sitzt, erinnert das hohe, zu weichgeratene Gestühl des Punto mehr aneinen Kutschbock, auf dem der Fahrer immerhin einen guten Rundumblick genießen kann.

Das Platzangebot ist im Punto natürlich schon wegen seiner zweiten Sitzreihe im Fond und aufgrund des größeren und variableren Kofferraums (200 Liter, Barchetta: 165 Liter) viel besser. Trotzdem entsteht auch im Barchetta im Gegensatz zu anderen Roadstern keinesfalls ein Gefühl der Beklemmung. Die Ellenbogen und Kopffreiheit ist für Fahrer- und Beifahrer ausreichend; Ablagemöglichkeiten sind im Handschuhfach, hinter den Sitzen sowie im gut geschnittenen Kofferraum genügend vorhanden. Das Gepäck für eine kleine Reise zu zweit kann so mühelos verstaut werden. Obwohl es im Barchetta enger zugeht, gewinnt er das Kapitel Karosserie, weil das Cabrio- Gefühl einfachbesser ist. Passagiere sitzen hinter der steil stehenden Windschutzscheibe viel eher an der frischen Luft als im Punto, der mit seiner großen, stark geneigten Frontscheibe und den festen Dreiecksfenstern den Kontakt zu den Elementen beträchtlich einschränkt.

Das Barchetta-Verdeck läßt sich spielerisch leicht bedienen und ohne Mühe unter einem festen Deckel verstauen, während beim Punto mit viel Kleinarbeit noch die Persenning montiert werden muß. Ein weiterer Nachteil des aufliegenden Verdecks: Die Übersicht nach hinten ist stark eingeschränkt. Daß der Barchetta im Gegensatz zum Punto von Anfang an als offenes Auto konzipiert wurde, beweist auch die bessere Verwindungssteifigkeit. Durch Verstärkungen an Längsträgern, an der A-Säule sowie am Windschutzscheibenrahmen erreicht die Karosseriequalität des Punto in seiner Klasse zwar ein hohes Niveau, aber trotzdem verwindet sich der Kleinwagen auf schlechten Straßen viel stärker als der Barchetta. Zusammen mit der ausgeprägten Seitennneigung in Kurven, der um die Mittellage etwas zu indirekten Lenkung sowie den auf langen Bodenwellen starken Vertikalbewegungen erscheint der Punto eine Spur zu unhandlich.

Der Barchetta profitiert nicht nur von der sehr exakten Lenkung, sondern auch vom neutralen Fahrverhalten, das hohe Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. Auf plötzliches Gaswegnehmen reagiert er mit nur ganz geringen Lastwechseln. Obwohl er die Kraft für einen Fronttriebler erstaunlich gut auf die Straße überträgt, fehlt ihm ein wenig der ausgeprägte GoKart-Charakter, der zum Beispiel einen heckgetriebenen Mazda MX-5 auszeichnet. Dafür bietet der Barchetta für ein Auto dieser Kategorie trotz seiner sportwagentypischen straffen Abstimmung guten Komfort. Weil die Federung vor allem kurze Bodenwellen gut wegfiltert, haben Passagiere auch nach Langstreckenfahrten nicht das Gefühl, auf einem harten Brett gesessen zu haben.

Da das Verdeck des Punto Cabrio wesentlich dicker gefüttert ist und der kleine Vierzylindermotor (88 PS)erstaunlich kultiviert läuft, geht es in dem Viersitzer beigeschlossenem Dach ruhiger zu. Der neuentwickelte 1,8Liter-Vierventiler (131 PS), der im Barchetta zum Einsatz kommt, arbeitet deutlich lauter. Da einemkleinen Sportwagen ein kerniger Sound aber durchaus gut zu Gesicht steht, fällt die stärkere Geräuschentwicklung nicht negativ ins Gewicht. Wichtiger ist die bessere Kraftentfaltung der Barchetta- Maschine, die schon bei niedrigen Drehzahlen sehr durchzugsstark antritt und hohe Geschwindigkeiten ebenso spielerisch meistert wie langsames Dahingleiten. Im Zusammenspiel mit der hervorragenden Elastizität unterstreicht der 131 PS starke Vierzylinder den sportlichen Charme des Barchetta. Der Punto ist mit dem kleineren 1,6 Liter-Triebwerk keinesfalls untermotorisiert. Weil er seine Kraft aber viel behäbiger entfaltet, fehlt das letzte Quentchen Fahrspaß, das den Barchetta in vielen Belangen auszeichnet. Dabei liegt der Testverbrauch des 43 PS stärkeren Modells mit 9,7 Litern im Rahmen des üblichen und übertrifft den des schwächeren Punto um akzeptable 0,7 Liter auf 100 Kilometer.
Mit beiden Varianten ist Fiat zweifellos ein guter Wurf gelungen. Doch trotz des um knapp 3000 Markhöheren Preises stellt der 43 PS stärkere Barchetta das bessere Angebot dar als das Punto Cabrio,das in der ELX-Version serienmäßignoch den elektrischen Verdeckmechanismus und das ABS (Barchetta: 1700 Mark Aufpreis) mitbringt. Bislang erreichte der Aufpreis für Sportwagen stets astronomische Höhen. Mit dem Barchetta sind kleine Flitzer auch in einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppengesellschaftsfähig geworden. Wer sich den Fiat zulegt, wird rückblickendsicher nicht feststellen müssen, daß er eine Jugendsünde begangen hat.

Fazit

1. Fiat Barchetta
105 Punkte

Sehr günstiger Anschaffungspreis, gute Übersichtlichkeit, leicht zu bedienendes Verdeck, durchzugsstarker Motor. Mäßige Verarbeitungsqualität, eingeschränkter Federungskomfort auf langen Bodenwellen.

2. Fiat Punto Cabrio
102 Punkte

Günstiger Anschaffungspreis, sehr gutes Platzangebot, sicheres Fahrverhalten, kultivierter Motor. Schlechte Übersicht nach hinten, umständlich zu montierende Persenning, Motor mit eingeschränkter Durchzugskraft.

Technische Daten
Fiat Barchetta 1.8 16V Fiat Punto Cabrio ELX
Grundpreis 20.503 € 17.154 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3916 x 1640 x 1265 mm 3770 x 1625 x 1447 mm
KofferraumvolumenVDA 165 l 200 l
Hubraum / Motor 1747 cm³ / 4-Zylinder 1581 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 96 kW / 131 PS bei 6300 U/min 65 kW / 88 PS bei 5750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h 170 km/h
0-100 km/h 8,9 s 12,5 s
Verbrauch 8,4 l/100 km 8,6 l/100 km
Testverbrauch 9,7 l/100 km 9,0 l/100 km
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