Doppeltest Fiat Brava 1.4 12 V gegen VW Golf 1.6

Deutschlands Bestseller, der VW Golf, gerät unter Druck. Seine Zulassungszahlen sinken nicht nur marktbedingt. Neue Konkurrenten, wie der Fiat Brava, treten mit günstigen Preisen gegen den Golf an.

Dass Konkurrenz das Geschäft belebt, kann man bei VW derzeit nicht behaupten. Im Gegenteil: Der deutsche Bestseller der Kompaktklasse fällt in den Zulassungszahlen zurück und verliert zudem noch Marktanteil. Daran wird sich in absehbarer Zeit wenig ändern, wenn VW seine Preispolitik nicht überdenkt. Denn neben den bekannten, deutlich preiswerteren Inlandskonkurrenten von Ford und Opel drängen Renault (Mégane), Nissan (Almera) und Fiat mit neuen Modellen in die Golf-Klasse – zu Preisen, von denen der VW Kunde nur träumen kann. Der Fiat Brava, das viertürige Schwestermodell des Bravo, ist so ein Preisknüller. Nur 24 750 Mark kostet die weitgehend komplett ausgestattete SX-Variante mit dem 75 PS Einstiegsmotor. VW verlangt für einen viertürigen Golf CL gleicher Leistung fast 2000 Mark (26 590) mehr.

Wer gar den Ausstattungsumfang des Brava für den CL fordert, zahlt bei VW für Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, verstellbare Lenksäule, hintere Kopfstützen, Sitzhöhenverstellung, geteilte Rücksitzbank und das bei Fiat serienmäßige Radio nochmals über 3500 Mark Aufpreis. Da spielt es fast keine Rolle, dass sich Fiat den Beifahrer- Airbag mit 200 Mark extra entlohnen lässt. Zur Attraktion des Preises gesellt sich beim Brava eine nicht weniger attraktive Karosserie, die sich nicht nur in der Zahl der Türen vom Bravo unterscheidet. Das angedeutete Stufenheck und die in der Heckklappe ausgesparten Rückleuchten machen optisch aus dem Brava ein eigenständiges Modell. Mit seiner 16 Zentimeter größeren Länge sieht der Fiat neben dem Golf erwachsener aus. Dazu offeriert der Brava mit 360 Litern (Golf 330 Liter) den größeren und auch besser nutzbaren Kofferraum. Im Innenraum herrschen vergleichbare Platzverhältnisse, wobei der Golf einige Millimeter mehr Knieraum bietet, der Brava etwas mehr Innenhöhe. Da es auch an der Funktionalität und der Qualität des neuen Fiat nichts Ernsthaftes auszusetzen gibt, geht das Karosseriekapitel an den Brava. Bei der Bewertung des Fahrkomforts erreichen beide Konkurrenten unter dem Strich die gleiche Punktzahl.

Bei näherer Betrachtung ergeben sich freilich Unterschiede. So stören beim Fiat vor allem die etwas kurzen und zu weichen Sitzflächen, während der VW mit einem brummigen Innengeräusch nervt. Die insgesamt komfortabel abgestimmte Federung ist in beiden Fällen angenehm, wobei der Brava Autobahnquerfugen schlechter wegsteckt als der Golf, dafür aber weniger Aufbaubewegungen macht. Schaltung und Lenkung des Brava lassen sich etwas leichter bedienen als im Golf. Als Basismotorisierung des Brava dient der kleinste Vierzylinder aus der neuen Modular- Baureihe von Fiat. Der knapp 1,4 Liter große Dreiventiler leistet 75 PS, die aber erst bei 6000/min vorhanden sind. Volkswagen bemüht für die gleiche Leistung den bekannten Zweiventiler mit 1,6 Liter Hubraum, der für das Modelljahr ‘96 durch Multipoint- Einspritzung und Umstellung auf Superkraftstoff aktualisiert wurde.

Fazit

1. Fiat Brava1.4 12V SX
111 Punkte

Attraktiver Preis,gutes Raumangebot für Insassen und Gepäck, kompletteAusstattung, sehr gute Handlichkeit. Unbefriedigende Elastizität,hohes Drehzahlniveau, schwammige Sitze, voraussichtlich niedriger Wiederverkaufswert.

Übersicht:
Technische Daten
Fiat Brava 1.4 12V SX VW Golf CL 1.6
Grundpreis 13.053 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4187 x 1741 x 1420 mm 4020 x 1695 x 1425 mm
KofferraumvolumenVDA 380 bis 775 l 320 bis 677 l
Hubraum / Motor 1370 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 55 kW / 75 PS bei 6000 U/min 55 kW / 75 PS bei 4800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 168 km/h 168 km/h
0-100 km/h 14,5 s 12,6 s
Verbrauch 8,1 l/100 km
Testverbrauch 8,8 l/100 km 8,3 l/100 km
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