Doppeltest Peugeot 206 CC 135 gegen Renault Mégane Cabrio 2.0 16 V

Eine Revolution kommt über die Klasse der kompakten Cabriolets: der Peugeot 206 CC bietet ein Klappdach a la SLK zum Nice-Price-Tarif. Macht er den offenen Renault Mégane damit zum Verlierer?

Ist eigentlich gar nichts mehr heilig, nicht mal ein Sta-
tussymbol? Milchbärtige Computer-Hacker sitzen im Porsche, zarte Teenager hängen am High-Tech-Handy, im Aldi-
Regal liegt Champagner – und jetzt drängt auch noch ein
Cabriolet auf den Markt, das die gravitätische Klappdachmechanik des Mercedes SLK respektlos in die Kompakt-Klasse trägt.

Stolze 27 000 Mark liegen zwischen dem Peugeot 206 CC in seiner Basisversion und einem Mercedes SLK 200. Das lässt den Peugeot auch ohne
väterliche Gönner-Geste und Auflösung des Bausparvertrags näher rücken – vorausgesetzt, die Geduld seiner Fans reicht über das kommende Frühjahr hinaus. Denn mit deutlich über 5000 Bestellungen ist schon beinahe die Hälfte des deutschen Jahreskontingents für 2001 vergeben.

Die meisten 206-Käufer ordern das Stahldach-Cabriolet freilich nicht in der 1,6-Liter-Einstiegsversion mit 109 PS, sondern – gegen 3000 Mark Aufpreis – mit dem 136 PS starken Zweiliter-Triebwerk. Aber selbst dann, wenn die aufpreispflichtige Klimaanlage an Bord ist (2600 Mark), liegt der Kaufpreis noch unter 40 000 Mark: Es ist also nicht einmal teuer, einen besonderen Geschmack zu haben.

Das beweist auch ein Blick auf die Preislisten der Konkurrenz: So kostet ein Renault Mégane 2.0 IDE-Cabriolet mit vergleichbarer Ausstattung bereits 47 000 Mark. Dafür leistet es zwar vier PS mehr und hält die Kühlbox ohne Mehrpreis bereit, bringt aber nur ein konventionelles – wenn auch elektrisches – Verdeck mit. Und für ein CD-Radio, serienmäßig im 206 CC, müssen Mégane-Käufer noch einmal 1000 Mark ­drauflegen.

Ansonsten herrscht Gleichstand. Beide bieten Alufelgen und elektrische Fensterheber ebenso wie vier Airbags und ABS. Der Peugeot verfügt über Isofix-Verankerungen am Beifahrersitz, im Notfall bringt
den Renault ein Bremsassistent schneller zum Stehen. Doch Sicherheitsfeatures wie ein elektronisches Stabilitätsprogramm oder eine Antriebsschlupfregelung kommen in den Ausstattungslisten beider Modelle nicht vor.

Wo steckt er also, der Preisunterschied, der für einen zweimonatigen Südfrankreich-Urlaub mit gewaltigen Rotwein-reserven im Kofferraum reichen würde? Sicher, der Mégane ist das geräumigere Auto, während der 206 CC seine Passagiere mit dem etwas beeng­teren Charme eines Séparées umgibt. Der Renault bietet mehr Beinfreiheit und generell ein großzügigeres Raumgefühl, sein eng geschnittener ­Rivale aber zwickt fast wie ein klas­sischer Roadster unter den Achseln.

Auf die hinteren Sitzschalen des Mégane können sich leidensfähige Kurzstrecken-Passagiere zur Not noch falten, während ihnen der 206 eine
Yoga-Übung abringt: Ein Viersitzer ist er nur im Fahrzeugschein, aber nicht in einer Wirklichkeit, die Kinder größer werden lässt als 1,50 Meter.

Peugeot-Reisende werden das Fond-Verlies außerdem brauchen, um wenigstens ei-
ne Reisetasche unterzubringen, denn der Kofferraum reduziert sich bei eingefaltetem Hardtop auf das Format eines besseren Postfachs. Nur Frischluft-Verächtern bietet sich die Möglichkeit, das theoretische Vo-
lumen von 320 Litern auszunutzen, während der Stauraum
des Mégane dauerhaft nutzbare 281 Liter bereithält.

Übersicht:
Technische Daten
Renault Mégane Cabriolet 2.0 16V IDE Sport Peugeot 206 CC 135 Millesim
Grundpreis 24.031 € 19.770 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4082 x 1698 x 1368 mm 3835 x 1673 x 1373 mm
KofferraumvolumenVDA 281 l 175 bis 410 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 5500 U/min 100 kW / 136 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 210 km/h
0-100 km/h 9,2 s 9,1 s
Verbrauch 7,6 l/100 km 8,0 l/100 km
Testverbrauch 8,5 l/100 km 9,1 l/100 km
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