Doppeltest Skoda Octavia Combi 1.8 4x4 gegen Subaru Forester 2.0 XT Turbo

Skoda Octavia Combi 1.8 T 4x4 und Subaru Forester 2.0 XT Turbo – zwei Allrad-Kombis, die sich hervorragend dazu eignen, das Mountain-Bike über Schotterstraßen zum Einsatzort zu bringen.

Allrad-Kombis kommen langsam, aber heftig. Sie sind besonders in der kalten Jahreszeit reizvolle und handliche Alternativen zu den oft ungeschlachten Sport Utility Vehicles, wie die Freizeitmobile mit dem Kürzel SUV auch genannt werden. Die wuchern zwar mit großem Stauraum und Allradantrieb, sind aber durstig und unnötig mächtig. Man muss sich nicht so ein Exemplar in die Garage stellen, nur um am Wochenende eventuell mal übers Grüne zu fahren. Denn im schweren Gelände können die SUV ja ohnehin nichts ausrichten.

Das ist zwar auch kein Terrain für die kompakten Allrad-Kombis, aber sie eignen sich hervorragend, um sperriges Sportgerät vom Mountain-Bike bis zur Wintersport-Ausrüstung über Schotterstraßen und verschneite Wege zum Einsatzort zu bringen. Wenn im Motorraum dann noch ein potentes Antriebs-Aggregat steckt, sollte sich zum eigentlichen Freizeitvergnügen noch der Spaß auf der An- und Abreise gesellen.

Ein Beispiel ist der Forester von Subaru. Der jüngste Spross des japanischen Herstellers mit 30 Jahren Allrad-Erfahrung tritt in diesem Kombi-Doppeltest mit der Top-Motorisierung (177 PS) und Zweiliter-Vierzylinder-Boxermotor an. Wer den starken Forester möchte, muss die teure Ausstattungslinie XT wählen. Das führt auf der einen Seite zu einer weitgehend kompletten Serienausstattung, zum anderen aber auch zu einem hohen Preis. 29 240 Euro sind für einen Kombi der unteren Mittelklasse kein Sonderangebot.

Skoda bietet den Konkurrenten Octavia Combi 1.8T 4x4 als Version Elegance für

24 830 Euro an. Mit lediglich 150 PS, einfacherem Allradantrieb und geringerer Serienausstattung. Gegenüber dem Subaru vermisst man den Hill Holder, der ein Zurückrollen am Berg ohne betätigte Bremse verhindert, das große Glasschiebedach und die Metallic-Lackierung. Außerdem lässt sich nur der Forester mit Automatik-Getriebe ordern. Wer dagegen ESP möchte, muss den Skoda kaufen. Hier ist es serienmäßig, bei Subaru gar nicht zu bekommen.

Dabei hat man gerade beim hochbeinigen Forester gelegentlich das Gefühl, dass es zumindest nicht schaden könnte, wenn es denn an Bord wäre. Denn sein Fahrverhalten lässt sich nicht immer einwandfrei voraussagen, weil er in Kurven je nach Straßenbeschaffenheit über- oder untersteuert. Reifen mit hohen Flanken und die langen Federwege sind hierfür mit verantwortlich und verhindern präzisere Fahreigenschaften, fördern allerdings auch den Federungskomfort, der spürbar besser ausfällt als im Octavia. Der gibt kurze Wellen stärker an die Passagiere weiter und meldet über seine leichtgängig und genau arbeitende, aber stoßempfindliche Lenkung den Zustand der Straßenoberfläche gelegentlich an den Fahrer.

Aber die straffe Abstimmung des Skoda unterbindet auch den Großteil der Aufbaubewegungen. Sie verleiht dem dank Vierradantrieb ohne Lastwechselreaktionen agierenden Skoda ein knackiges Fahrverhalten, weit entfernt von dem SUV-typischen Getorkel. Die Karosserie des Subaru schaukelt zwar auch weniger stark als

bei großen Geländewagen üblich, im Kurvengeschlängel kommen jedoch die Offroad-Gene durch und sorgen für etwas Unruhe im Aufbau.

Sein großer Wendekreis macht den Forester beim Einparken und Rangieren unhandlicher als den Konkurrenten, auch das ist eine aus dem SUV-Segment bekannte Eigenart. Subaru hat ihm aber auch einige positive Eigenschaften aus dem Offroad-Bereich mit in die Wiege gelegt. Beispielsweise die erhöhte Sitzposition, die einen besseren Überblick im Verkehr ermöglicht, und eine Karosserie, die nach vorn und hinten übersichtlicher ausfällt als bei den meisten Konkurrenten.

Der entpuppt sich außerdem als Platz-Knauserer. Während groß Gewachsene in der ersten Reihe noch ohne Engegefühl untergebracht werden, fehlt im Skoda-Fond Schulter- und besonders Beinfreiheit. Hier wie beim Kopfraum hat der Forester viel mehr zu bieten: So können in der zweiten Reihe Erwachsene absolut langstreckentauglich untergebracht werden. Im Octavia sitzen hinten dagegen nur Kinder wirklich bequem.

Dabei gleichen sich beide Autos gerade in jenem Maß, das ausschlaggebend für das Innenraum-Angebot ist, dem Radstand. Ganze sieben Millimeter hat der Subaru hier mehr zu bieten. Ein Blick in den Kofferraum macht schnell klar, dass die Subaru-Techniker nicht zaubern können, sondern das Platzangebot nur anders gewichtet haben. Im Heck wurde jener Platz eingespart, der den Passagieren hinten und in der ersten Reihe zusätzlich zur Verfügung steht. Bei umgelegter Rückbank schluckt der Gepäckraum des Forester dann allerdings fast 200 Liter mehr als der des Skoda, die Zuladung darf bei beiden etwa gleich schwer sein.

Wer das zulässige Gesamtgewicht des Subaru auskosten will, sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die Bremsanlage bei hoher Beanspruchung zum Fading neigt, wovon beim Skoda nichts zu beobachten ist. Er verzögert auf hohem Niveau und kann darüber hinaus im Sicherheitskapitel noch Punkte wettmachen, die er wegen seines rauen, leicht vibrierenden Reihenvierzylinders verspielt. Immerhin machen sich die fehlenden 27 PS nicht mit wesentlichen Einbußen in den Fahrleistungen bemerkbar.

Trotz seiner beeindruckenden Laufkultur kann der starke und sämig hochdrehende Subaru-Boxer nicht vollends überzeugen, denn dazu ist er einfach zu durstig. Hoher Verbrauch und ein hoher Preis kosten den Subaru ebenso Punkte wie die Qualität, die nicht so ganz zum Kaufpreis passen will. Eine Motorhaube, die bei Autobahn-Tempo ein reges Eigenleben entwickelt, oder die verwendeten Kunst- und Polsterstoffe wirken nicht eben hochwertig. Der Skoda macht hier den besseren Eindruck.

Im Ergebnis liegt der Octavia klar vorn. Er ist ein Allrounder ohne gravierende Nachteile, der durchaus Fahrspaß machen kann. Wer allerdings einen Charakter-Typ sucht, wird eher mit dem Forester liebäugeln.

Fazit

1. Subaru - Forester 2.0 XT Turbo - 47045
464 Punkte

2. Subaru Forester 2.0 XT Turbo:

Der Forester verwöhnt mit viel Komfort, zu dem auch der Boxermotor seinen Teil beiträgt. Der hohe Verbrauch, der Preis und die magere Sicherheitsausstattung kosten den Forester viele Punkte.

2. Skoda Octavia C 1.8T 4x4
508 Punkte

Ansprechende Fahreigenschaften, gute Sicherheitsausstattung und günstige Kosten bescheren dem Octavia den ersten Platz. Der enge Fond und der raue Motorlauf passen allerdings schlecht zu Siegertypen.

Technische Daten
Subaru Forester 2.0 XT Turbo Comfort Navigation Skoda Octavia Combi 1.8T 4x4 Elegance
Grundpreis 29.800 € 25.140 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4450 x 1735 x 1585 mm 4513 x 1731 x 1481 mm
KofferraumvolumenVDA 387 bis 1629 l 448 bis 1412 l
Hubraum / Motor 1994 cm³ / 4-Zylinder 1781 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 130 kW / 177 PS bei 5600 U/min 110 kW / 150 PS bei 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 202 km/h 211 km/h
0-100 km/h 7,3 s 9,1 s
Verbrauch 9,8 l/100 km 8,8 l/100 km
Testverbrauch 12,3 l/100 km 10,8 l/100 km
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