Elia-Renault Mégane CC, Fugel-Honda Civic und Novitec Fiat Grande Punto

Show and Shine allein bringt es nicht

Foto: Hardy Mutschler 14 Bilder

Getunte Selbstzünder heizen der herkömmlichen GTI-Fraktion immer mehr ein. Zum Beispiel die Import-Riege, bestehend aus Elia-Renault, Fugel-Honda und Novitec-Fiat.

Flotte Autos zum kleinen Preis liegen im Trend. Und wenn sie wirklich modern sein wollen, sollten sie, abgesehen von überschaubaren Anschaffungskosten, wenig verbrauchen.

Da wäre zum Beispiel der Elia-Renault Mégane CC 1.9 dCi RS Look. Die Franzosen offerieren mit dem Mégane einen hippen Cabriokoffer, der sich mittels versenkbarem Stahldach statt flatterhafter Persenning entblättert. Open-Air-Spaß für vier Personen, angetrieben von einem drehmomentstarken 1,9-Liter-Dieselmotor.

Der Elia ist kräftig aufgepeppt

Der erste Schritt im Elia-Programm ist ein optisches Aufpeppen: Der so genannte RS-Look besteht aus einem Karosseriekit, der mittels mächtiger Frontspoilerstoßstange und noch viel wuchtigerer Heckschürze strunzt. Das eh schon kofferförmig geratene Heckabteil wirkt nun so, als beherberge es sogar noch einen potenten Heckmotor. Elia rundet das optische Tuning mit 18-Zoll-Felgen und 225/40er-Reifen von Yokohama ab. Da der Auftritt auf dem Laufsteg nicht mit einer Hochwasserhose stattfinden darf, kommen zudem noch kürzere Fahrwerksfedern zum Einsatz.

Das Fazit beim Motortuning fällt indifferent aus

Die Messwerte weisen keinen Gewinn bei der Beschleunigung auf, was damit zu tun haben dürfte, dass die 18-Zöller durch mehr Gewicht und Abrollumfang alle hinzugewonnen Pferdchen wieder auffressen. Die proklamierte Differenz von 16 PS ist kaum zu spüren.

Kann Italien Frankreich schlagen?

Auch der Novitec-Fiat Grande Punto 1.9 JTD belegt die alte Weisheit: Der Tuner hängt entscheidend von seinem Basisprodukt ab. Und das ist beim aufgemöbelten Punto mit 1,9- Liter-Dieselmotor und 160 PS besonders deutlich zu spüren. Der Motor ist der raueste und unkultivierteste in diesem Dreier-Diesel-Vergleich - ungeniert pröttelt und nagelt er in den Tiefen des Maschinenraums vor sich hin. Akustisch vermag das Triebwerk erst bei höheren Drehzahlen mit sportlichem Charakter zu tönen.

Druck hat der Novitec-Punto

Die Musik spielt wie bei allen Vierzylinder-Dieselmotoren zwischen 2.000 und 4.000/min. Das modifizierte Fahrwerk kann nicht überzeugen: Querfugen sorgen für üble Knalleffekte im Fahrwerksgebälk und lassen die hübschen 18-Zöller ordentlich in den Radhäusern tanzen. Da können auch die verheißungsvoll böse blinzelnden Punto-Frontscheinwerfer im Maserati-Look nicht mehr viel ausrichten. Trotz poppigem Orange und zahlreichen Karosserie-Applikationen an Front und Heck keimt im Punto kein wahrer Sportsgeist auf.

Der Look ist eigensinnig, das Sortiment seiner Instrumente scheint direkt aus dem NASA-Regal zu stammen. Dann fehlen eigentlich nur noch Flügeltüren zur totalen Abgedrehtheit?

Das hat sich auch Tuner Fugel gedacht und den Civic mit Goodies im Wert von 16.500 Euro aufgedonnert. Die Flügeltüren markieren nur das sichtbare Highlight, das durch ein Styling-Paket in Wagenfarbe ergänzt wird. Der Innenraum brilliert mit einer Bicolor-Lederausstattung.

Die gebotene Fahrdynamik des Fugel-Civic ist top

Doch Fugel Sport hat das Thema Tuning konsequent zu Ende gedacht: Die starke Seite des Fugel-Civic liegt bei der Fahrdynamik. Das Zusammenspiel zwischen 19-Zoll-Rädern mit 235/35 ZR19-Reifen und dem KW-Fahrwerk ist eine gekonnte Verbesserung. Kurven werden gierig, handlich und agil gemeistert. Der Fronttriebler lenkt auch dank der leichtgängigen, aber gefühlvollen Lenkung präzise ein.

Der Diesel leistet 168 PS

Damit man auf der Geraden nicht verhungert, wurde der 2,2-Liter-Dieselmotor auf stramme 168 Pferde hochgezwirbelt. Das reicht, um die Import-Konkurrenz beim Sprint auf die 100 km/h-Marke klar zu distanzieren. Ab 1.800/min spreizt der Fugel-Motor seine Schwingen, über 2.000/min steht in jedem Gang genügend Druck zur Verfügung, um potenzielle Gegner klein zu halten oder große Berge einfach platt zu bügeln. Der Fugel-Honda versöhnt Show and Shine mit solider technischer Verbesserung. Dafür gebührt ihm die Krone in der Kategorie der optimierten Import-Diesel.

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