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Fiat Doblò 1.2 SX im Test

Kasten-Steigerung

Der Fiat Doblò 1.2 SX ist das neue Raumwunder in der kleinen Van-Klasse.

Wenn der Panda einst eine tolle Kiste war, dann ist der Doblò die schnellste Schrankwand der Welt: Mit dem Ladevolumen seiner kastenförmigen Karosserie überbietet er selbst die Rivalen Renault Kangoo und Citroën Berlingo, die bisher als Raumwunder des kleinsten Van-Segments gelten. Hinter seiner Heckklappe – sie kostet gegenüber der zweiflügeligen Serientür 200 Mark Aufpreis – tut sich ein 750-Liter-Kofferraum auf, der sich nach Umklappen der hinteren Sitzbank bis auf 3000 Liter erweitern lässt. Die Zuladung dagegen bleibt mit 454 Kilogramm bescheiden.

Das ist besser so, weil schon der leere Lademeister knapp über 1,3 Tonnen wiegt. Verlierer ist der kleine 1,2-Liter-Motor mit 65 PS, der sich vergeblich müht, die Fuhre halbwegs in Schwung zu bringen. Er ist weder durchzugsstark noch drehfreudig, und höhere Drehzahlen untermalt er mit nervendem Gedröhne. Im Stadtverkehr fällt das nicht weiter auf; hier reicht sein Temperament zum Mitschwimmen. Auf der Autobahn dagegen droht der Ba-sis-Doblò schon bei milden Hügeln zu verhungern und schreit nach dem Zurückschalten in den vierten Gang.

Das geht angesichts der knackigen Schaltung wunderbar, bringt aber nur mäßigen Erfolg: Der kleine Van wird dann zwar lauter, aber nur unwesentlich schneller. Bis zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 142 km/h scheint auch auf der Geraden eine Ewigkeit zu vergehen. Vor allem bestraft der flott gefahrene Doblò seinen Besitzer mit Verbräuchen, die sich schnell der Zehn-Liter-Marke annähern. Der große 60-Liter-Tank erweist sich somit nur als schwacher Trost. Die 63 PS starke Diesel-version wirkt muskulöser, kos-
tet aber 2350 Mark mehr als das 24 000 Mark teure Basismodell. Für Vielfahrer lohnt sich das Warten auf den JTD- Diesel (100 PS), der die Modellpalette ab Herbst zusammen mit einem 1,6-Liter-Benziner (103 PS) komplettiert.

Zu den Vorzügen des Doblò zählen die gute Sitzposition, seine direkte Lenkung und gutmütige Fahreigenschaften; den Grenzbereich steuert er mit bravem Untersteuern an. Die straffe Auslegung seines Fahrwerks folgt dem größe-ren Multipla, mitsamt der bekannten Nachteile: Querfugen reicht er auf die herzhafte Art an seine Passagiere weiter, zudem neigt er heftig zum Stuckern. Die Bremsen sind gut dosierbar und zeigen keine Fadingschwäche, liefern aber auch keine zeitgemäßen Verzögerungswerte: Aus 100 km/h kommt der Doblò erst nach 45,9 Metern zum Stehen.

Die Basis-Version des tollen Kastens eignet sich also weniger für die Nutzung durch junge Familien, die sich Fiat wünscht, sondern mehr für städtische Kleingewerbler auf der Suche nach üppigem Laderaum. Den bietet auch die kargere Cargo-Version – für 5200 Mark weniger.

Fazit

Sehr großzügiger Innenraum, gute Sitzposition, direkte Lenkung, unproblematische Fahreigenschaften, ordentliche Verarbeitung, niedriger Kaufpreis. Durchzugsschwacher, unkultivierter Motor, hoher Verbrauch, schlechte Bremswirkung, übermäßig straffes Fahrwerk, schwa-che Heizung, billige und teilweise kratzempfindliche Innenraum-Materialien.

Technische Daten
Fiat Doblò 1.2 SX
Grundpreis 12.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4159 x 1714 x 1810 mm
KofferraumvolumenVDA 750 bis 3000 l
Hubraum / Motor 1242 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 48 kW / 65 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 142 km/h
0-100 km/h 22,9 s
Verbrauch 7,7 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km
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