Fiat Panda 100 HP

Der Bär groovt

Foto: Hans-Dieter Seufert 10 Bilder

Mit seinem starken 1,4-Liter-Motor lässt der Fiat Panda 100 HP die 180-km/h-Marke gekonnt hinter sich.

Nachdem der Panda als Sondermodell Alessi durch die Boutiquen- Meilen flaniert oder allradgetrieben die Berge unsicher macht, setzt der kleine Fiat nun noch einen drauf. Mit 100 PS darf er nun endlich bei den Großen mitspielen. Ein 1,4 Liter großer Benziner, vierventilig mit zwei oben liegenden Nockenwellen, zerrt den nur 1033 Kilogramm schweren Panda bis auf Tempo 185.

Untermalt von herbem Vierzylinder- Röhren kommt der Panda aus dem imaginären Startblock, hebt die Nase und krallt seine Vorderräder in den Asphalt. Ruckzuck steht die Drehzahlmessernadel bei 6500/min – Zeit für einen Gangwechsel mit der Sechsgangbox, deren Hebel griffgünstig auf halber Höhe im Armaturenbrett postiert ist. Auch wenn sich der 1,4-Liter nicht besonders lustbetont gibt und die Beschleunigungs- Werksangabe auf 100 km/h um fast eine Sekunde verfehlt, zeigt er doch ab 4000/min brüllend die Zähne. Und springt nach Druck auf die Sport-Taste, die die Drosselklappe schneller öffnen lässt und die Servounterstützung der ansonsten gefühllosen, elektrisch unterstützten Lenkung reduziert, noch dazu zackig ans Gas. Begleitet allerdings von einer deutlich spürbaren Ruckelneigung.

Dennoch, Sport muss sein. Schließlich gilt es ja, die Trainingskluft des 100 HP zu rechtfertigen. Dazu zählen 15-Zoll-Aluräder mit 195/45 großen Goodyear Eagle, Schweller, Spoiler und ein Diffusor, der am Heck für Abtrieb sorgt. Das Ganze zum Paketpreis von 12 990 Euro. Inklusive Klima- und Stereo- Anlage sowie Lederlenkrad. Und mit einem Sportfahrwerk, mit dem der Fiat zuverlässig nach allem fahndet, was auch nur annähernd nach Unebenheit aussieht. Von kleinen Asphaltschrumpeln über Kanaldeckel bis hin zu Betonfugen – sie alle werden, nur mäßig von den Niederquerschnittreifen gefiltert, umgehend an die Passagiere gemeldet. Trifft man bei hohem Tempo dann auf kurze, tiefe Wellen, gehen diese endgültig durch Mark und Bein.

Buchstäblich. Wie gut, dass sich die zwar konsequent schaumstoffbezogenen, aber verhältnismäßig großzügig geschnittenen und gepolsterten Vordersitze um Schadensbegrenzung und Seitenhalt bemühen. Hinten geht es kleinwagentypisch bescheidener zu, zumal 100 HP-Besitzer auf die bei anderen Panda optional verschiebbare Rückbank verzichten müssen. Serienmäßig verschiebt sich dafür sein Grenzbereich. Und zwar nach oben. Zwar ist auch der Sport-Panda klar untersteuernd ausgelegt, doch das Training zeigt Erfolg. Mit Elan stürzt sich der 100 HP in die Kurven, die er in leichter Schräglage umrundet. Forsche Geister bekommen es dabei allerdings umgehend mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm zu tun, das den Panda gegen 500 Euro Aufpreis deutlich hör- und spürbar einbremst.

Apropos Bremsen: Mit einer Verzögerung von deutlich über 10 m/s2 operieren die vier Scheiben fast auf Porsche- Niveau. Wenn das nicht groovt. 

Fazit

Der Motor bringt Punkte. Kräftig, mit ordentlichem Ansprechverhalten ermöglicht er gute Fahrleistungen gepaart mit agilem Handling. Die Bremsen packen hervorragend zu. Nicht so toll sind die unkomfortable Federung, die gefühllose Lenkung und der hohe Verbrauch. ESP kostet 500 Euro Aufpreis.

Technische Daten
Fiat Panda 100 HP 100 HP
Grundpreis 14.520 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3578 x 1606 x 1522 mm
KofferraumvolumenVDA 206 bis 860 l
Hubraum / Motor 1368 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 74 kW / 100 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
0-100 km/h 10,4 s
Verbrauch 6,6 l/100 km
Testverbrauch 8,1 l/100 km
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