Fünf scharfe Rechner

Das kleine Einmaleins

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Für scharfe Rechner sind Fiat Panda, Ford Ka, Renault Twingo, Toyota Aygo und VW Fox genau das richtige Einstiegsprogramm. Ab 8.000 Euro geht es bei diesem Kleinwagen-Quintett los.

Ein beschränktes Budget muss dem Neuwagenkauf nicht im Wege stehen. Es wäre doch auch schade, darauf verzichten zu müssen, sich ein ganz individuelles Auto zusammenzustellen. Von der Neuwagen-Garantie, drei Jahren Zeit bis zum ersten TÜV-Termin und dem schönen Gefühl, der oder die Erste am Lenkrad zu sein, soll hier noch gar nicht gesprochen werden. Günstige Kleinwagen sind nun mitnichten etwas ganz Neues.

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Vergleichstest Fiat Panda, Ford Ka, Renault Twingo, Toyota Aygo, VW Fox
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Aber die Palette wurde jüngst mit viel Tamtam und Medienrummel aufgestockt. Beispiel Volkswagen: Deutschlands Marktführer will Kunden mit schmaler Börse nicht länger an die Gebrauchtwagen- Theke verweisen. Der nur als Zweitürer lieferbare Fox für 10 400 Euro soll dem Firmennamen wieder Rechnung tragen.

Auch Toyota begibt sich mit dem Aygo erstmals in die Gefilde der ganz günstigen Einstiegsmodelle, hier mit der viertürigen Variante City für 10 300 Euro. Mit dem Aygo geht Toyota auch deshalb neue Wege, weil er mit Citroën C1 und Peugeot 107 mit Ausnahme von Stoßfänger und Lenkrad identisch ist und gemeinsam gebaut wird.

Den frankophilen Part in diesem Vergleichstest übernimmt der Renault Twingo in der üppig ausgestatteten Dynamique- Version für 10 750 Euro. In Deutschland zählt er seit 1993 zu den Favoriten im Segment der Winzlinge, ähnlich wie der Ford Ka. Der war 1997 erstmals für 16 750 Mark zu haben, ist aber heute in der Basis-Variante Student so billig wie nie: 7990 Euro.

Fiat hat zum Vergleichstest den stets viertürigen Panda in der luxuriösen Emotion- Version geschickt. Mit 11 750 Euro markiert er das obere Ende der Preisskala. Die Preisunterschiede sind also gewaltig, aber sind sie auch gerechtfertigt? Bei Fiat – der hohe Preis lässt dies erwarten – gibt es praktisch eine Voll- Ausstattung. Zwei unverzichtbare Extras kosten dennoch Aufpreis: der Lebensretter ESP 500 Euro und die verschiebbare Rückbank 250 Euro.

Der Billigheimer Ka bringt dagegen nur das Nötigste mit. Die Aufpreisliste ist kurz, und Extras wie die Klimaanlage sucht man in der Student-Version vergeblich. Wer an heißen Tagen einen kühlen Kopf will, muss sich um ein anderes Ka-Modell bemühen.

Mit der serienmäßigen Komfort-Ausstattung des Twingo kann man zwar leben, zumal die verschiebbare Rücksitzbank dazu gehört. Aber zur echten Alltagstauglichkeit fehlen Radio und Klimaanlage. Letztere muss auch im Aygo extra bezahlt werden, und die bewegliche Rückbank für einen Hauch Variabilität gibt es gar nicht.

Dafür protzt der Aygo in diesem Test mit den meisten tras kosten dennoch Aufpreis: der Lebensretter ESP 500 Euro und die verschiebbare Rückbank 250 Euro. Der Billigheimer Ka bringt dagegen nur das Nötigste mit. Die Aufpreisliste ist kurz, und Extras wie die Klimaanlage sucht man in der Student-Version vergeblich.

Wer an heißen Tagen einen kühlen Kopf will, muss sich um ein anderes Ka-Modell bemühen. Mit der serienmäßigen Komfort-Ausstattung des Twingo kann man zwar leben, zumal die verschiebbare Rücksitzbank dazu gehört. Aber zur echten Alltagstauglichkeit fehlen Radio und Klimaanlage.

Letztere muss auch im Aygo extra bezahlt werden, und die bewegliche Rückbank für einen Hauch Variabilität gibt es gar nicht. Dafür protzt der Aygo in diesem Test mit den meisten serienmäßigen Airbags. Vorbildlich ist seine Sicherheits-Ausstattung dennoch nicht. Auch weil die in die Sitzlehnen integrierten, starren Kopfstützen für optimalen Schutz zu weit vom Hinterkopf weg stehen.

Kann der Fox im Ausstattungskapitel mit Pfunden wuchern? Kaum. Seine Serienausstattung leidet an akuter Magersucht. Immerhin ist die Liste der Extras sehr umfangreich. Für die mickrige Ausstattung entschädigen der Raumeindruck und das Platzangebot. Nur im Fox sitzen vier Erwachsene auf Dauer bequem.

Der Youngtimer Twingo ist zwar auch geräumig, bietet im Fond aber weniger Platz. Insgesamt etwas schmaler fühlt sich der Panda an und schränkt Fahrer und Beifahrer mit seiner breiten Mittelkonsole ein.

Ka und Aygo dagegen sind eher 2+2-Sitzer. Im Fond fehlt es Erwachsenen an allem, Platz für Beine und Füße ist kaum vorhanden. Immerhin kommt man in den viertürigen Aygo hinten ganz gut hinein. Für das Gepäck des Toyota gilt dies nicht. Er hat statt einer konventionellen Heckklappe nur ein größeres Fenster, das den Kofferraum verschließt. Schon das Einladen eines Sprudelkastens in den schmalen Schacht erfordert Zielgenauigkeit und kräftige Arme wegen der sehr hohen Ladekante.

Ein Fortschritt gegenüber dem um eine Auto-Generation älteren Ka ist hier nicht festzustellen, im Gegenteil. Eine erstaunlich erwachsene Rückseite präsentiert der Fox. Volumen und Beladbarkeit entsprechen den Wunschvorstellungen von Wochenend- Großeinkäufern. Twingo und Panda taugen freilich beinahe genauso gut zum Einkaufstüten-Transport, auch wegen der verschiebbaren Rückbänke

Aber der Weg zurück vom Supermarkt- Parkplatz zum Vorstadt-Domizil macht im Ka am meisten Spaß. Seine Qualitäten als kleines, ausreichend komfortables Wetzeisen hat er immer wieder unter Beweis gestellt, und bisher ist kein Konkurrent in der Lage, an ihm vorbei die Fahrspaß-Wertung zu gewinnen.

Auch der Aygo nicht. Seine Lenkung ist schwergängiger und weniger präzise, das ist nicht sein Hauptproblem. Größte Schwäche ist das zu harte Fahrwerk, das nicht sportlich, sondern sehr unkomfortabel ist. Der Fiat dagegen übertreibt es beim Federn. Vor allem auf Betonplatten-Autobahnen mit den charakteristischen Querfugen beginnt der ganze Aufbau rhythmisch auf- und abzuwippen – nichts für Leute, die leicht seekrank werden.

In der Stadt ist das Panda-Fahrwerk aber komfortabel. Hier hat wiederum der Fox leichte Defizite, weil er auf Frostaufbrüchen hölzern anspricht – eine Unart, die sich bei Beladung bessert. Auf Autobahnen wirkt der Fox ausgewogen und federt harmonisch. An den Renault kommt er dennoch nicht ganz heran.

In seiner Klasse ist der Twingo die Sänfte, die allerdings nur bedingt Fahrfreude vermittelt. Schuld sind die gefühllose Lenkung und das flach stehende Lenkrad. In extremen Fahrsituationen sind alle fünf ohne Tücke. Der Panda vermittelt zwar durch starke Aufbaubewegungen einen weniger sicheren Eindruck, bleibt aber harmlos. Trotz ESP ist der VW nur um Nuancen fahrsicherer, weil die Elektronik das Auto erst sehr spät einbremst. Hier müsste unbedingt ein früherer Eingriff erfolgen. Selbstverständlich sollen diese Kleinen nicht primär Spaß machen, sondern günstig zu bewegen sein.

Sparsam muss aber nicht spaßfrei heißen – das zeigt der Aygo. Sein Dreizylinder konsumiert am wenigsten, brummt verhalten sympathisch und wirkt dabei potent – selbst wenn die nackten Zahlen etwas anderes sagen. Mehr Pfeffer, aber auch spürbar mehr Durst hat der VW-Vierzylinder. Die große Fox-Stirnfläche und das hohe Gewicht fordern hier Tribut. Immerhin liefert der VW den besten Geräuscheindruck ab, Fiat und Ford folgen dichtauf.

Vor allem auf der Autobahn ist der Twingo hörbar lauter, aber es stimmt versöhnlich, dass er auch bei höherer Drehzahl noch kräftig wirkt und den besten Durchzug liefert. Beim Testverbrauch bereitet übrigens kein Kandidat ein positives Aha- Erlebnis. Um sieben Liter auf 100 Kilometer waren auch schon mit einem VW Käfer möglich. Aber mit leichtem Gasfuß sind durchaus Werte um fünf L/100 km möglich. Verhaltenes Fahren ist angesichts der bescheidenen Verzögerung aller Testkandidaten ohnehin von Vorteil. Die schmalen Reifen lassen einfach keine besseren Verzögerungswerte zu. Tröstlich, dass die Bremsanlagen mit Standfestigkeit überzeugen.

War der Rummel um die neuen Kleinen nun berechtigt? Eher nicht. Denn die eigentliche Überraschung ist nicht, dass der ganz neue VW und der immer noch frische Panda aufs Treppchen kommen, sondern dass der Twingo auf Rang zwei landet – Respekt.

Auch mit dem Oldie Ka ist man immer noch gut unterwegs. So gut sogar, dass der Aygo in diesem Vergleichstest Letzter geworden wäre, wenn der Ford eine bessere Werksgarantie hätte.

Fazit

1. VW Fox 1.4
421 Punkte

Tolles Platzangebot, guter Komfort und hohe Fahrsicherheit bringen den ersten Platz. Die magere Ausstattung ist ein großer Nachteil.

2. Renault Twingo 1.2 Dynamique
412 Punkte

Der geräumige und komfortable Twingo ist immer noch ein Top-Kleinwagen. Die Lenkung ist all die Jahre ein echtes Manko geblieben.

3. Fiat Panda 1.2 8 V Emotion
410 Punkte

Üppige Serien-Ausstattung, viel Platz und guter Gesamtkomfort sprechen für den Panda, der hohe Preis gegen ihn.

4. Toyota Aygo 1.0i City
407 Punkte

So günstig im Unterhalt und sparsam im Verbrauch wie der Aygo ist kein anderer, so hart gefedert allerdings auch nicht.

5. Ford Ka Student
402 Punkte
Technische Daten
Fiat Panda 1.2 8V Emotion Ford Ka Student Toyota Aygo 1.0i City VW Fox 1.4 Renault Twingo 1.2 16V Dynamique
Grundpreis 9.890 € 8.190 € 10.566 € 11.200 € 10.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3538 x 1589 x 1578 mm 3620 x 1639 x 1413 mm 3410 x 1615 x 1465 mm 3825 x 1640 x 1524 mm 3433 x 1630 x 1423 mm
KofferraumvolumenVDA 206 bis 860 l 186 bis 724 l 139 bis 782 l 260 bis 1016 l 168 bis 1096 l
Hubraum / Motor 1242 cm³ / 4-Zylinder 1299 cm³ / 4-Zylinder 998 cm³ / 3-Zylinder 1390 cm³ / 4-Zylinder 1149 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 44 kW / 60 PS bei 5000 U/min 44 kW / 60 PS bei 5000 U/min 50 kW / 68 PS bei 6000 U/min 55 kW / 75 PS bei 5000 U/min 55 kW / 75 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 157 km/h 155 km/h 157 km/h 167 km/h 168 km/h
0-100 km/h 16,4 s 16,9 s 13,9 s 14,0 s 12,9 s
Verbrauch 5,0 l/100 km 5,9 l/100 km 4,6 l/100 km 6,7 l/100 km 5,8 l/100 km
Testverbrauch 7,0 l/100 km 7,4 l/100 km 6,7 l/100 km 7,9 l/100 km 7,1 l/100 km
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