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Das große Gebrauchtwagen-Spezial
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Urlaubs-Gebrauchtwagencheck 16/22 Jonas Grainer
Urlaubs-Gebrauchtwagencheck 16/22
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Sofort verfügbare Gebrauchtwagen für wenig Geld

Gebrauchtwagencheck Günstige Familienautos zum Mitnehmen

Manchmal muss es schnell gehen mit dem Ersatz für's kaputte Auto. Wegen langer Lieferzeiten sind Neufahrzeuge aus dem Rennen. Das macht die Lage noch komplizierter. Denn die Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist aktuell besonders angespannt, die Nachfrage nach sofort verfügbaren Autos viel höher als das Angebot. Kommt man unter Zeitdruck dennoch zum Ziel? Ein Selbstversuch im Großraum Stuttgart und im ländlichen Mittelfranken gibt Aufschluss.

Für Max und Moritz Mustermann lief es die letzten Tage gar nicht gut. Bei Max sorgte eine gerissene Steuerkette für einen kapitalen Motorschaden, bei Moritz war es ein schweres Hagelgewitter, das den Familienwagen zum wirtschaftlichen Totalschaden machte. Hier wie dort muss sofort Ersatz her, damit die Alltagseinsätze mit Frau und zwei Schulkindern wie geplant angetreten werden können.

In unserem konstruierten Szenario kommt ein Neuwagen nicht in Betracht – zu lang sind aktuell die Lieferzeiten, und zu groß ist die Unsicherheit über den weiteren Weg der Automobilität. Unsere beiden Mustermänner stehen somit beispielhaft für Hunderttausende Second-Hand-Käufer, die angesichts des derzeit wie leer gefegten Gebrauchtmarkts schon ohne Zeitdruck erhebliche Probleme haben, ein passendes Auto zu finden.

Doch was passiert, wenn's richtig pressiert? Uli Holzwarth und Andreas Jüngling probieren es selbst aus, schlüpfen in die Rollen unserer gebeutelten Protagonisten. Zeitgleich fahnden sie im Großraum Stuttgart und im ländlichen Mittelfranken nach sofort verfügbaren Gebrauchtwagen, die einer vierköpfigen Familie noch einige Jahre sorgenfreie Mobilität gewährleisten sollen. Beide mit der gleichen Suchstrategie: Ein Benziner bis 15.000 Euro mit höchstens 70.000 Kilometern und zwei Vorbesitzern sowie mindestens 130 PS soll es sein.

Stadt – Große Auswahl rund um die Metropole Stuttgart

Uli Holzwarth: Nach einem Tag intensiver Online-Recherche zu den im Großraum Stuttgart angebotenen Gebrauchten und vielen Telefonaten führt mich der erste Weg am nächsten Morgen nach Marbach bei Ludwigsburg. Dort erwarten mich ein Ford Grand C-Max und Thomas Bühler, der Chef des gleichnamigen Ford-Autohauses. Der gepflegte Siebensitzer-Van mit zwei Schiebetüren ist für die Pragmatiker unter den Familienvätern ein ganz heißer Tipp, kombiniert er doch die Turbo-Gelassenheit des robusten 1,6-Liter-EcoBoost-Vierzylinders mit viel Platz, guter Variabilität und besten Zukunftsaussichten. Denn der elf Jahre alte Grand C-Max ist erst 45.000 Kilometer gelaufen, wird mit Garantie verkauft und bekommt zudem eine frische Inspektion inklusive neuen Zahnriemensatzes. Die Hauptuntersuchung wird ebenfalls erledigt.

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Jonas Grainer
Praktisch ist er, der C-Max - das weiß auch Verkäufer Thomas Bühler. Zugegeben: Früher waren die eher pragmatischen Modelle günstiger, doch das Angebot passt und ist vor allem sehr vertrauenswürdig.

Außerdem legt Thomas Bühler noch einen Satz Winterräder ins große Gepäckabteil. "Wir sind seit 1966 Ford-Händler. Doch so einen Engpass bei den Gebrauchtwagen habe ich noch nie erlebt, das hat mit freier Marktwirtschaft nichts mehr zu tun." Die Ursachen neben den Lieferengpässen bei Neuwagen? "Viele Autos gehen über Zwischenhändler ins Ausland. Hinzu kommt die Verunsicherung, was die E-Mobilität angeht. Die Kunden warten daher ab und fahren ihr Auto erst einmal weiter."

Beim Autohaus Bühler kauft man daher gezielt Gebrauchtwagen an, auch von privat. "Wir merken, dass aktuell wenig genutzte Zweitwagen abgegeben werden. Die Leute rechnen jetzt eben genauer." Bei gefragten Modellen – Thomas Bühler nennt hier insbesondere die Neunsitzer-Busse – "haben die Gebrauchtpreise um bis zu 30 Prozent angezogen. Über alle Segmente hinweg sind es zwischen zehn und 20 Prozent."

Ähnlich hoch schätzt Stavros Polatzidis die Preissteigerungen bei seinen Second-Hand-Fahrzeugen. Der Stuttgarter ist Verkaufsberater für Gebrauchtwagen beim BMW-Autohaus Rhein in Asperg, meiner zweiten Station. Dorthin hat mich ein BMW 525i gelockt, der zwar schon 17 Jahre alt ist, in dieser Zeit aber nur 35.000 Kilometer zurückgelegt hat. Allem Anschein nach nie im Winter, denn Salzspuren sind ebenso wenig zu entdecken wie Rost oder Parkschrammen. Bei der Probefahrt vermittelt die silberne Oberklasse-Limousine mit ihrem gepflegten Interieur, dem geschmeidigen Sechszylinder und einem herausragenden Fahrkomfort ohne jegliches Poltern eher den Eindruck eines Neuwagens.

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Jonas Grainer
Nein, dieser 5er der Baureihe E60 ist nicht neu - auch wenn Unterboden, Innenraum und sämtliche Verschleißteile danach aussehen. Einen solchen Glücksgriff nennt man im englischen Sprachraum auch gern "Unicorn", also Einhorn. Vermutlich, weil es beide meist nur der Sage nach gibt.

Keine Frage, dieser BMW empfiehlt sich mit seinem seidenweich laufenden Antrieb und seiner Sechsgang-Handschaltung vor allem den Auto-Gourmets unter den Familienvätern, die gerne "aus Freude am Fahren" hinterm Steuer sitzen. Für 10.500 Euro gibt es hier ein tolles Paket mit genügend Platz für Frau, Kinder und Gepäck – allerdings nur für Selbstständige und Gewerbetreibende. "Für eine Gewährleistung ist das Auto leider zu alt", sagt Polatzidis. "Das Auto ist aber so gut, dass wir es selbst veräußern, zumal wir nur ganz wenige Autos bis 15.000 Euro auf dem Hof haben. Falls doch, sind die sehr schnell verkauft." Dennoch schätzt der 29-Jährige die Chancen für Gebrauchtkäufer gar nicht so schlecht ein: "Wer flexibel ist bei Marke, Modell und Ausstattung, wird immer etwas Passendes finden!"

Weiter geht es nach Fellbach bei Stuttgart, wo Denis Huptas, Inhaber von KlassikSport Automobile, einen Mercedes E 200 Elegance anbietet – im Auftrag eines Bekannten, was in diesem Fall nicht zum Aushebeln der verschärften Gewährleistungspflicht vorgeschoben ist, sondern tatsächlich zutrifft. "Ich kümmere mich normalerweise um Autos, die keiner braucht, aber alle haben wollen", erzählt der 36-Jährige schmunzelnd, der vorwiegend mit Liebhaberwagen handelt. Dazu gehört offensichtlich auch dieser E 200, denn das Auto präsentiert sich in einem bestechenden Zustand. Innen wähnt man sich in einem Neuwagen, nirgends sind Nutzungsspuren zu erkennen, weder an den Polstern noch am Armaturenbrett.

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Lena Willgalis
Mercedes fahren für wenig Geld: Das muss nicht fadenscheinig sein. In gutbürgerlicher Form macht der W211 mit vernünftigem Vierzylinder auch knapp 20 Jahre nach seinem Debüt noch eine gute Figur. Damit können Sie sich sehen lassen.

Dieser Mercedes wurde geliebt, das steht außer Frage. Und wenig genutzt, gerade mal 50.700 lückenlos dokumentierte Kilometer in gut 17 Jahren sind der Beweis. "Für 9.570 Euro ein gutes Angebot, denn bei gebrauchten Mittel- oder Oberklassemodellen steht der Markt in der Preisregion bis 20.000 Euro enorm unter Druck", weiß Huptas. "Im Schnitt sind Autos dieser Preisklasse derzeit bis zu 3.000 Euro teurer als noch vor einem Jahr."

Benedikt Eckardt vom gleichnamigen Honda-Autohaus in Korb bestätigt diese Einschätzung und mahnt, dass die aktuellen Preissteigerungen nicht für alle Fahrzeuge gerechtfertigt sind. Auch er kauft mangels Neuwagen-Verfügbarkeit aktiv Gebrauchte zu. Darunter einen praktischen Renault Scénic von 2017, der preislich und mit seiner Laufleistung gerade noch in unser Raster fällt. Ein ebenfalls 130 PS starker Honda HR-V, Baujahr 2016, mit 50.300 Kilometern passt etwas besser. Der kleine SUV bietet viel Platz, ist innen variabler und gehört zu den Zuverlässigsten seiner Art. Ein nicht zu verachtendes Argument, meint Benedikt Eckardt, dem eine gute Beratung gerade jetzt besonders wichtig ist, weil auch er bei Kunden "eine große Unsicherheit spürt, in welche Richtung sich die Mobilität entwickelt".

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Jonas Grainer
So ein Scénic ist bei Auto-Enthusiasten nicht die erste Wahl - eine zu verspielte Konstruktion. Doch als Familienauto funktioniert er trotzdem. An der robusten Antriebstechnik gibt es ebenfalls kaum etwas auszusetzen.

Land – Gepflegte Omaautos und ganz verschiedene Händler

Andreas Jüngling: Im schönen Mittelfranken, abseits von Nürnberg, gibt es nicht nur Seen und Brauereien im Überfluss, sondern trotz Krise auch noch günstige Gebrauchte – zumindest mehr als in der Metropole Stuttgart. Oder, Uli?

Mein erster Kandidat ist der beste Beweis für das traute Landleben. Die Supermärkte und Arztpraxen, vor denen der seniorengepflegte Astra J läppische 20.000 Kilometer zusammenfuhr, kenne ich persönlich. Der einzige Service-Aufkleber, der zwischendurch den Weg in den Motorraum gefunden hat, stammt vom Opel-Händler im Nachbarörtchen. Man soll ja schließlich lokal kaufen.

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Lena Willgalis
"Kenn ich!" Wenn der für Erstauslieferung und Wartung zuständige Opel-Händler gleich in der nächsten Ortschaft sitzt, ist das ein echter Vertrauensvorsprung. Zweifel am Auto? Dann fahren Sie doch einfach mal dort vorbei, wo unser Erstbesitzer (mindestens) seit 2010 Stammkunde war.

"Wie kommt man an einen solchen Glücksgriff?", frage ich Verkäufer Sebahattin Bilge. "Normalerweise gar nicht, sondern nur mit viel Glück", antwortet er. "Wenn wir Inzahlungnahmen von Händlern aufkaufen, dann nur beste Ware mit nachvollziehbarer Geschichte. Ungesehene Auktionsautos kann man aktuell vergessen – zu viele versteckte Mängel. Ansonsten beobachten wir akribisch den Markt der Privatverkäufe."

Während sich einige Vertragshändler mit der seit letztem Jahr verschärften Gewährleistungspflicht schwertun, handelt Bilge bewusst nur mit astreinen Fahrzeugen, da er seine Kunden mit gutem Service langfristig an seine dem Autohaus angeschlossene Werkstatt binden möchte. Zuverlässige Familienautos sind derzeit heiß umkämpft. "Privatkäufer wollen sich keine teuren Autos leisten. Nur wer muss, kauft auch", so Bilge. Kompakte und mittlere VW, Seat und Skoda gehören zu den Bestsellern und liegen preislich noch ein Stück über Opel, Ford oder den Asiaten.

Gleiches gilt übrigens auch für ältere Exemplare. Im Schnitt seien die Preise in den letzten Monaten um mindestens 20 Prozent gestiegen, sagt Bilge. Nur teure Luxusautos seien davon ausgenommen und derzeit zudem eher unbeliebt. Der kompakte Astra Fünftürer ist zwar kein Reise-Riese, würde aber auch nach dem Urlaub noch eine gute Figur im Alltag machen. Sparsam, günstig im Unterhalt und mit dem soliden Benzinmotor auch noch zukunftssicher. So geht Vernunft! Trotzdem gibt Bilge offen zu, dass der Wagen vor Corona vielleicht für 7.000 Euro auf dem Hof gestanden hätte. Erstes Fazit vom Lande: Es gibt sie, die vertrauenswürdigen freien Händler, aber gute Autos kosten eben auch gutes Geld. Der Preisbereich "gut und günstig" umfasst zudem praktisch keine der gängigen Bestsellermodelle und Testsieger. Das noch günstigste Beispiel auf Bilges Hof wäre ein karg ausgestatteter Octavia Combi, doch der würde unser Kilometer-Limit sprengen.

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Lena Willgalis
Zugegeben: Das Thema Diesel wollte Familie Mustermann aus reiner Vorsicht lieber ausblenden. Doch in Kombination mit aktueller Abgasnorm und Behörden-Vorbesitz kann das Angebot nur gut sein.

Als Nächstes wagen wir uns in ein etwas weniger familiäres Gewerbegebiet. Bei der Firma PS Kfz-Vertrieb steht noch ein Astra, diesmal der Nachfolger als Kombi – und ausnahmsweise mit sparsamem Euro-6-Diesel. Seine Umweltplakette offenbart, dass es sich um ein Auto aus der Bundesdienstflotte handelt. Nicht verhätschelt, aber dafür beamtenmäßig gewartet. Verkäufer Friedrich Bernwald hat den Hof voll mit unzähligen Gebrauchten, überwiegend in Leasing-Silber oder Außendienst-Schwarz. Er handelt in größeren Kontingenten, verkauft aber auch an privat und hat alle Hände voll zu tun.

Ware im Überfluss trotz Krise, wie kommt’s? Wieder hören wir von den strengeren Gesetzen zur Händlergewährleistung. Für die unzähligen Dienstwagen- und Leasing-Rückläufer bedeutet das: Die Kunden sind gezwungen, ihr Auto vertragsgemäß zurückzugeben, die Markenhändler können sie mit hohen Laufleistungen aber nicht risikofrei verkaufen. Aufkäufer wie Bernwald freuen sich, Neuwagenfahrern fehlt der Nachschub – so verschieben sich Angebot und Nachfrage. Wer bereit ist, sich durch diese Dienstwagen-Offerten zu kämpfen, kann ein Schnäppchen machen. Viel Zeit für Preisverhandlungen bleibt aber nicht. So manchem erscheint das Risiko hier zu hoch, weshalb laut Bernwald unverändert viele Fahrzeuge noch immer in den Export gehen. Das passt wiederum zur Einschätzung von Ford-Händler Bühler.

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Lena Willgalis
Unser behördengepflegter Astra trägt noch sein völlig unbenutztes Gepäckrollo in originaler Eintütung. Um ihn herum: über 100 vergleichbare Gebrauchte aus großen Flotten. Diese Menge erfordert Einarbeitung, birgt aber günstige Angebote.

In der Kleinstadt Zirndorf wartet ein buchhalterisch ausgestatteter Ford Kuga. Schade, trotz telefonischer Voranmeldung ist kein Ansprechpartner da. Es gibt nur eine Vertretung, die uns den Schlüssel zum Schauen aushändigt. Bis auf ein paar Wartungshinweise aus dem Rheinland und penetrantem Zigarettenmief gibt es keinerlei Aufschluss über den Vorbesitz. Auf dem Papier scheint der Ford okay zu sein, aber so ganz ohne weitere Infos wird das nichts mit uns. Wer hier von weit anreist, zieht verärgert von dannen. Auf den Kiesplätzen darf man ohnehin nicht zimperlich sein, Enttäuschungen erlebt man hier öfter.

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Lena Willgalis
Hier geht's nicht um das pixelige Mini-Display des praktisch unausgestatteten Kuga, sondern um die gespeicherten Radiosender. Sie sind von auswärts - gleiches gilt auch für die Handvoll Wartungsbelege, die wir finden. Leider war kein Verkäufer da, der uns sagen konnte, von wo der Wagen stammt.

Also weiter zu Martin Loew. Der BMW-Meister handelt nahe Erlangen mit einer bunten Auswahl der Marke. Auch er beobachtet die Gebrauchtwagenlage intensiv. "Früher wurden so viele teure Neuwagen gekauft, dass der Wertverlust kaum verständlich war. Heute fehlt der Nachschub, die Leute wollen sparsame Vierzylinder im Einser und Dreier. Die sind aktuell richtig teuer, wenn man sie überhaupt bekommt. Für's selbe Geld gäbe es tolle Fünfer oder X5, aber die sind viel weniger gefragt."

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Lena Willgalis
Die Sechszylinder der beiden Glückstreffer-BMWs sind technische Meisterwerke. Absolute Laufruhe, lineare Leistungsentfaltung und toller Turbinenklang - da freuen sich Autobegeisterte. Otto-Normalverbraucher dürfen den Genuss übrigens auch wahrnehmen. Die Triebwerke sind haltbar und mangels Turbo und dergleichen günstig zu warten und recht sparsam im Verbrauch.

Dabei führte mich eigentlich ein BMW 525i aus Seniorenbesitz zu Loew, doch so einen hat ja schon Uli als Max Mustermann im Visier. Bitte, dann eben der etwas biedere, aber ungemein praktische Zweier Active Tourer. Meister Loew hat gleich mehrere auf dem Hof. Obwohl die Kunden derzeit ganz und gar auf Vernunftmodelle setzen, ist dieser Van für viele zu hausbacken. Er bietet dafür auch 2022 eine Menge Auto fürs Geld – und ist daher mein Geheimtipp bei unserer Suche nach einem vernünftigen Familienauto. Im Umfeld ist er der modernste Wagen, wartet zudem mit der reichhaltigsten Ausstattung auf. Der Clou: Unter der Haube rumort ein gerade mal 13.000 Kilometer gelaufener Austauschmotor – ohne das berüchtigte Axiallager früher B38-Dreizylinder. Wäre Moritz Mustermann ein Freund nüchterner Fakten, würde er zugunsten der Familie wohl über das für BMW eher bescheidene Image hinwegsehen. Loew bestätigt die Sicht von Kollege Bilge: Derzeit ist das Bodenständige gefragt, aber ganz ohne Emotionen geht es halt doch nicht.

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Lena Willgalis
Klimaautomatik, Sitzheizung, Edelholz, ja sogar verschiedene Fahrmodi bietet der 2er Active Tourer von Autohaus Loew. Zugegeben: Er ist mit seinem Dreizylinder vielleicht kein Vorzeige-BMW, aber als Angebot fast unschlagbar. Mini-Fazit: Es muss nicht immer cool sein.

Ein Glück für Familie Mustermann, wenn das Herz doch Mitspracherecht hat. Dann lohnt auch der Blick in die Vergangenheit. Bei meinem letzten Stopp geht es um einen Mercedes W210. Die E-Klasse ist luxuriös ausgestattet und trägt einen ebenso feinen wie haltbaren Sechszylinder mit noch tragbarem Durst. Die beworbene Rostfreiheit kann ich zwar schnell widerlegen, die nur leicht gebräunten hinteren Radläufe ließen sich aber in den Griff bekommen. Ein Auto für die Ewigkeit? Dann ist mehr Eile geboten denn je. Hans Szczotok kauft nur noch Preziosen von privat und lässt sich die auch fürstlich bezahlen. Händlerauktionen boykottiert er aus Prinzip, hält viele freie Dealer für Scharlatane. Die Qualität seiner Gebrauchten passt zwar, sie sind aber definitiv kein Fall für Schnäppchenjäger.

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Lena Willgalis
So schöne W210er gibt es - dem schlechten Rost-Ruf zum Trotz. Was hier minimalst angebräunt ist, lässt sich noch mit einem Lackstift in zehn Minuten beheben - da gibt's anderswo schlimmere Jahreswagen. Merke: Alter heißt nicht zwingend Verschleiß oder Abnutzung. Mit normaler Pflege wird dieser Benz länger halten als manch neueres Auto.

Was ist nun der schlaueste Kauf?

Die schauen gerade ohnehin in die Röhre, egal ob in Großstädten oder auf dem Land, der Gebrauchtwagenmarkt ist überall angespannt. Die Lage indes ist keineswegs hoffnungslos, denn unsere Mustermänner hätten hier wie dort ein vernünftiges, sofort verfügbares Urlaubsauto bekommen!

Dafür müssen Second-Hand-Käufer jedoch viel mehr Flexibilität an den Tag legen, was Marke, Modell oder Ausstattung anbelangt. Und rasch zuschlagen, sofern Zustand und Wartungshistorie passen. Nur Stunden nach unserem Besuch waren beispielsweise der Ford Grand C-Max, der Zweier-BMW Active Tourer und der Opel-Astra-Diesel-Kombi verkauft.

Elektro-Gebrauchtwagencheck 21/22
Andreas Jüngling
Leider auch eine Lektion: Die richtig guten Angebote sind zum Teil schon bei Ankunft auf dem Händlerhof vergriffen. Momentan kaufen freie Händler sogar Fremd-Gebrauchte zu. Und die sitzen teils mit Teams vor den Gebrauchtportalen und fischen gute Angebote in Windeseile ab. Seien Sie schnell!

Unter großem Zeitdruck sind Angebote von privat nur zweite Wahl, sofern in den Annoncen – aus verständlichen Gründen – die Telefonnummer fehlt. Statt eine Antwort auf die Kontaktaufnahme per E-Mail abzuwarten, empfiehlt sich eher die Suche bei Vertragshändlern im näheren Umfeld. Die können mitunter über ihr Netzwerk sofort verfügbare Alternativen anbieten, sollte der Gebrauchte auf dem Hof nicht zusagen.

Weiterer Vorteil: Kleinere Reparaturen oder Service-Arbeiten werden rasch erledigt. Das klappt ebenso bei freien Gebrauchthändlern mit eigener Werkstatt, selten jedoch beim klassischen Kiesplatzhändler.

Letzter Tipp: Beim Gebrauchtwagen kommt es nicht auf das Alter an, entscheidend sind vielmehr Zustand und Wartungshistorie. Richtet man die Suchstrategie danach aus, findet sich immer ein passender Ersatz – sollte es Ihnen einmal so ergehen wie unseren beiden Mustermännern.

Gebrauchtwagen SUV Reportage Collage Corona
Gebrauchtwagen

Fazit

Was uns die vertrauenswürdigen Händler berichteten, deckt sich genau mit unserem Bauchgefühl, sowie unserer langjährigen Erfahrung auf dem Gebrauchtwagenmarkt: Billig ist nicht immer günstig. Das heißt: Wer nicht gerade das perfekte Omaauto vor dem gepflegten Seniorendomizil findet, ist mit einem vernünftigen Autohändler gut bedient. Nicht alle sind Scharlatane, und viele freie Händler besitzen zudem eine eigene Werkstatt. Stellen Sie sich einfach die Frage, ob Sie sich hier auch als Werkstattkunde wohlfühlen würden. Das ist im Zweifel mehr wert, als eine fadenscheinige Gebrauchtwagengarantie, die nur auf dem Papier gut aussieht.

Lektion Nummer zwei: Trotz der aktuell äußerst knappen Marktlage gibt's beim Marken-Autohaus (gerade bei deutschen Herstellern) oft nur die allerjüngsten Gebrauchten. Gute Autos von zwei-drei Jahren und älter werden an freie Händler weitergegeben.

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