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Opel Zafira Gebrauchtwagencheck 25/22 Marcus Werner
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Van

Gebraucht-Check: Opel Zafira (Typ C/Tourer; 2011-2019)

Gebrauchtwagencheck: Opel Zafira C (Tourer) Kleine Schwächen, aber Finger weg von diesem Diesel

Zurück zu alten Werten? Der Zafira C ist zwar schon seit 2019 abgelöst, aber trotzdem noch immer ein moderner Van mit vielen Vorzügen. Anders als sein Nachfolger steht er auf einer Pkw-Plattform. Lesen Sie hier, warum das ein Vorteil ist.

Ob der SUV-Boom schuld ist? Den gibt es aber nicht erst seit gestern. Oder liegt es daran, dass sich Vans so schwer als begehrenswert verpacken lassen? Fakt ist: Es gibt kaum noch geräumige Vans mit guten Pkw-Fahreigenschaften und ohne Nutzfahrzeug-Unterbau.

VW baut den Touran, zudem gibt es noch eine Restmenge an Lagerfahrzeugen von Sharan und Alhambra. Auch die einstigen Ford-Bestseller S-Max und Galaxy werden nur noch abverkauft. Und der Opel Zafira, einst ingeniös mit dem von Porsche entwickelten Flex-7-Sitzkonzept auf den Markt gebracht und mit genialem Packaging ein Musterbeispiel an Zweckmäßigkeit? Er trägt seit Sommer 2019 den Zusatz "Life" und markiert damit die Komfortversion eines PSA-Kleintransporters. Klar, dass der viel Platz bietet – die wahre Raumkunst liegt aber im Kompakten.

Hier brilliert der Zafira C. Bei Opel Thomas in Fürth finden wir ein gepflegtes und gut ausgestattetes Exemplar, das prima als Fotomodell taugt. Vertriebsleiter Stefan Stecher freut sich über das Interesse an seinem Gebrauchtwagen. "Das Format ist noch heute superpraktisch. Das sehen auch unsere Kunden so."

Karosserie: Haltbar und clever

Der Fototermin beginnt bei einem Gebrauchten traditionell auf der Hebebühne. Dort präsentiert sich der Zafira von 2019 mit gut 60.000 Kilometern auf dem Tacho mustergültig. Der Unterboden ist frei von Rost, wurde an allen entscheidenden Stellen üppig konserviert. Damit darf man, von seltenen Einzelfällen mal abgesehen, bei den letzten Opel-Modellen der GM-Ära auch rechnen.

Opel Zafira Gebrauchtwagencheck 25/22
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Der Unterbodencheckt entäuscht nicht - gar nicht so untypisch für den Zafira C. Die Karosserie ist erstklassig vor Rost geschützt.

Verarbeitung und Rostschutz sind durch die Bank gut. Als Nächstes fällt auf, dass sich zugunsten der Aerodynamik weite Teile des Unterbodens unter glattflächigen Kunststoffverkleidungen verbergen. Zusammen mit der windschlüpfigen Karosse bringt es der Siebensitzer auf einen bemerkenswerten cW-Wert von 0,30, der sich spürbar positiv auf den Verbrauch auswirkt. Denn der liegt trotz des Mehrgewichts gegenüber dem Astra selten mehr als 0,5 Liter über jenem des Plattformbruders. Dabei wiegt so ein Zafira mindestens 1,6 Tonnen (oft noch mehr) – umso bemerkenswerter seine Effizienz.

Neben Verarbeitung und Verkleidung glänzt die Zafira-Karosse auch mit schlauen Verpackungslösungen. So schufen die Opel-Ingenieure trotz der im Boden versenkbaren dritten Sitzreihe noch Platz für ein echtes Notrad – zwar unterm Auto, aber immerhin. Dieser Ingenieursgeist spiegelt sich auch abseits der Hebebühne beim Entern der großen Türen, beim Fahren ohne laute Windgeräusche oder auch bei der optionalen Panorama-Frontscheibe wider, die das ohnehin schon spacige Raumgefühl in unendliche Weiten rückt. Mit diesem Hochwertgefühl schafft es der Zafira auch, den Enthusiasten über den traditionell – pardon – eher geringen Coolnessfaktor von Familien-Vans hinwegzutrösten. Man fährt ihn gern.

Innenraum: Raumschiffig

Wer das Radio ausstellt und einfach mal den Fahrgeräuschen lauscht, stellt ansonsten nämlich fest, dass der Zafira im Innenraum auffallend leise bleibt. Das ist angesichts des hallenartigen Interieurs durchaus bemerkenswert. Überhaupt hat sich Opel viel Mühe gegeben, um den Aufenthalt im Zafira so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Vordersitze sind neben ihren ergonomischen Vorzügen auch hochwertig und langlebig gemacht. Die Ergonomie passt, und auch die Bedienung gibt keine Rätsel auf.

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Klassisches Opel-Cockpit: Modernes Layout, akzeptable Ergonomie, größtenteils gute Verarbeitung. Nur in Details könnte es hier netter gemacht sein. Sehr gut: Die Sitze.

Schade nur, dass Opel noch recht lang die antiquiert wirkenden, roten Dot-Matrix-Anzeigen in Kombi-Instrument und Zentraldisplay verbaut hat. Sie sind zwar übersichtlich und innovativ, wirken aber im Vergleich zu späteren Modellen arg angestaubt. Weitere Minuspünktchen gibt es für die Verarbeitung des Innenraums. Zwar sind die Materialien überall ausreichend hochwertig, doch kommt es immer wieder zu schlechten Passformen und somit Klappergeräuschen ab Werk. Mehr Sorgfalt wäre hier schön gewesen.

Das gilt ebenso für das optionale Schiebesystem der Mittelkonsole. Es ermöglicht, die Mittelarmlehne und die Becherhalter variabel zu versetzen und den Stauraum darunter effizient zu nutzen. Knarzen und Klappern sind dabei ein Nebeneffekt. Silikonspray schafft Abhilfe. Problemlos sind dagegen die endlos und einzeln verstellbaren Rücksitze. Anders als bei den Vorgängern war die dritte Sitzreihe beim Zafira C optional. Fehlt sie, gewinnt man Bodenfächer und somit noch mehr Stauraum. Ist sie an Bord, passen bis zu sieben Mitfahrer rein. Reihe drei reicht zur Not sogar für normalgroße Erwachsene. Über deren Reisekomfort entscheiden vor allem die Mitfahrer davor, denn die zweite Reihe ist großzügig verschiebbar.

Motoren: Größtenteils ganz gut

Nicht zuletzt dank einer brauchbaren Motorenpalette. Meiden sollte man nur den Zwei-Liter-Diesel bis Mitte 2013. Eine unzureichende Ölzufuhr kann hier für eine Unterversorgung der Kurbelwelle und so zum Motorschaden führen. Ansonsten sind die Aggregate unproblematisch, wobei wir zum noch sparsameren 1.6 CDTI raten, sofern nicht ständig lange Autobahnfahrten anstehen. Wirklich träge ist allein der robuste, eher seltene 1,8-Liter-Saugbenziner. Der ist ähnlich anregend wie Kamillentee, dabei aber ganz schön trinkfreudig. Die 1,4- und 1,6-Liter-Turbobenziner bis 140 PS sind solide und ausreichend temperamentvoll, lassen sich im Alltag zudem problemlos unter acht Litern fahren. Ärger bereiten hier gelegentlich die Zündspulen, seltener auch mal ein Kraftstoffdrucksensor. Die direkteinspritzenden 1,6er bieten ab 170 PS nur kleine Leistungsvorteile, schlucken aber deutlich mehr – das lohnt sich nicht.

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Die schwächeren Turbobenziner 1.4 und 1.6 (letzterer ist im Bild) sind erste Wahl für Wenigfahrer. Dieselkäufer sparen mit dem 1.6 CDTI am meisten.

Nervig: Fast alle Antriebskombinationen fallen bei der HU mit teils starken Ölundichtigkeiten auf. Die stammen dann in der Regel von der Ölwannendichtung oder von lecken Kurbelwellendichtringen.

Getriebe: Automatik macht Raumgleiter

Getriebeseitig heben alte Autohasen bei gebrauchten Opel oft mahnend den Zeigefinger. Das auch im Zafira C verbaute M32-Sechsganggetriebe ist bekannt für die Selbstzerstörung seiner Ausgangswellenlager. Das stimmt zwar, allerdings nur bis 2012, als kleine Fertigungs-Updates das Problem endlich lösten. Merke also: kein ganz frühes Exemplar kaufen. Falls doch, dann nur mit der meist unkritischen Automatik. Letztere hört auf den Namen GM 6T40 und ist ein moderner Wandlerautomat, welcher gleichsam effizient wie verschliffen arbeitet und bei höheren Laufleistungen günstig zu warten ist. Aufgrund eines Joint Ventures vertrauen auch viele Ford-Modelle in ähnlicher Form auf diese Automatik.

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Anders als in der Opel-Vorzeit ist das Schaltgetriebe haltbar und zudem noch halbwegs handlich zu schalten. Mehr Gelassenheit verströmt die Automatik.

Fahrwerk: Schwer in Form

Der Zafira ist konstruktiv aufwendig und kein Leichtgewicht. Dank seiner sauber geführten Schräglenker-Hinterachse mit Wattgestänge gibt er sich aber ausgesprochen spurtreu. Die elektromechanische Servolenkung ist darauf abgestimmt und angenehm direkt. In Kombination wirkt der 1,6-Tonner so überraschend handlich. Wird er auch dementsprechend bewegt, kommt es jedoch unweigerlich zu Verschleißerscheinungen an Fahrwerksteilen, Radlagern und Bremsen. Diese simple Tatsache sorgt für die Minuspunkte, die er in den Statistiken der Prüforganisationen häufig kassiert. Ersatz ist aber nicht allzu teuer und fällt bei schonender Fahrweise auch nicht ständig an. Ein leicht zu prüfendes Gelenk liegt mittig zwischen den Hinterrädern: Der Lagerpunkt des sogenannten Watt-Gestänges, genauer der rotatorischen Parallelstützen sitzt hier. Was ausschlägt, kann poltern. Also bei der Probefahrt stets auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Bereich des Fahrwerks achten.

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So richtig athletisch ist der schwere Zafira natürlich nicht, aber immerhin bemerkenswert flexibel. Er kommt auch hurtig ums Eck, wenn es mal sein muss. Das belastet auf Dauer aber die Fahrwerkskomponenten.

Mängel: Wenige Alterserscheinungen

Und sonst? Nun, trotz all ihrer Qualitäten werden Nutztiere wie der nicht mehr ganz junge Zafira selten geschont. Beim Gebrauchtkauf kommt es also wie immer auf einen schonenden Vorbesitz und einen guten Allgemeinzustand an. Umgekehrt wird es nicht leichter, die zum Teil bereits wirklich verbrauchten Exemplare auszusortieren. Im Netz finden sich zahlreiche Ex-Taxis, die Fahrleistungen um die 400.000 – 500.000 Kilometer aufweisen, und noch immer durch die HU kommen – ein gutes Indiz.

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Mängelbeispiel Flexrohr. Hier kommt es gelegentlich zu Rissen und anderen Undichtigkeiten. Ersatz ist aber preislich kein Weltuntergang. Ganz ähnlich ist es bei den meisten anderen Kleinigkeiten, mit denen der Zafira gelegentlich kämpft.

Dass die Haltbarkeit generell gut ist, haben wir nun zur Genüge gesagt. Eine (kurze) Mängelcheckliste kann wie folgt lauten: Bremsen, Radlager, Fahrwerksgelenke, Kraftstoffdrucksensoren, Rußprobleme im Ansaug-/Turbobereich, gerissenes Flex-Rohr am Auspuffkrümmer, Ölverlust.

Preise: Finden ist schwerer als zahlen

Knapp 1.500 gebrauchte Zafira C finden sich zum Redaktionsschluss im Netz. Beachten Sie den Namenswechsel von Zafira Tourer zurück zu Zafira, sonst entgehen Ihnen einige Kandidaten. Gute Exemplare unter 150.000 Kilometern beginnen bei knapp 10.000 Euro. Mehr Verwöhnaroma gibt es um die 15.000 Euro.

Gemessen an der langen Bauzeit des Zafira C lassen sich gute Gebrauchtexemplare mittlerweile als gesucht bezeichnen. Das Preisniveau ist leicht angestiegen. Der Van bereitet wenige Probleme, ist im Alltag enorm praktisch und lässt sich gut fahren. Diese Eigenschaften und der Mangel an aktuell verfügbaren Kompakt-Vans machen ihn begehrt. Kaufinteressenten sollten zu einem unverbrauchten Exemplar greifen. Gute Qualität schützt nämlich nicht vor Misshandlungen im Familienalltag. Achten Sie auf die Abgasnorm. Die meisten erfüllen bereits Euro 6. Wie ist es um den Fahrwerks- und Bremsenverschleiß bestellt? Reparaturen bewegen sich zwar meist im bezahlbaren Rahmen, summieren sich aber im Extremfall. Rost ist kein Thema. Findet sich dennoch Gammel, kann das durchaus ein Indiz für einen vertuschten Unfallschaden sein.

BMW 220i Active Tourer, BMW 220d Active Tourer
Tests

Vor- und Nachteile

Opel Zafira Gebrauchtwagencheck 25/22
Auf einen Blick: Opel Zafira (Typ C/Tourer; 2011-2019)
  • Sehr viel Platz, hervorragende Raumausnutzung
  • Gute Fahrwerksabstimmung
  • Prima Sitze (auch für Große)
  • Zuverlässige Technik
  • Praxistaugliche Variabilität
  • Großartiges Adaptiv-LED-Licht (optional)
  • Ab 2016 modernes Infotainment- und Assistenz-Angebot
  • Viel Nutzwert zu fairen Preisen
  • Ölundichtigkeiten
  • Anfängliche Getriebeprobleme
  • Kleine Verarbeitungsmängel
  • Teils antiquierte Displays

Fazit

Blicken wir mal zurück auf den Einstieg. Es gibt immer weniger Vans auf Pkw-Basis, die man auch wirklich gern fährt. Wir haben den Zafira genau durchleuchtet und festgestellt: Er fährt nicht nur gut, er hält auch lange und lässt sich ökonomisch bewegen. Der Opelhändler verriet, dass der Zafira C auch in der Gunst der Gebrauchtkäufer hoch steht. Wo ist also der Haken? Es gibt keinen. Übrigens: Bei VW bauen sie neuerdings ihren Multivan auf Pkw-Basis…

Technische Daten

Opel Zafira 1.6 DI Turbo Innovation Opel Zafira 1.6 Diesel Innovation
Grundpreis 33.505 € 31.500 €
Außenmaße 4666 x 1884 x 1660 mm 4666 x 1884 x 1660 mm
Kofferraumvolumen 710 bis 1860 l 710 bis 1860 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 147 kW / 200 PS bei 5500 U/min 88 kW / 120 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h 186 km/h
Verbrauch 7,1 l/100 km 4,7 l/100 km
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