Großer C

Sieben Jahre lang baute Mercedes die alte C-Klasse, stattliche 1,6 Millionen Mal. Nun ist der Nachfolger da, optisch wie aus einer anderen Welt.

Hier ist er, der ultimative Anti-BMW – muskulös gestylt, optisch befreit von aller Biederkeit, die den Vorgänger zunehmend stärker umhüllte. Damit der Einzug in die gerade auch von BMW diktierte Tempo-Welt gut gelingt, hat sich Mercedes zu einer Popularisierung des Kompressors entschlossen. Der mechanische Eaton-Lader hat nun schon im Zweiliter-Vierzylinder Premiere.

163 PS leistet der Vierventiler, dazu kommt ein stolzes Drehmoment von 230 Nm bei nur 2500/min. Büffelcharakteristik, gepaart mit gutem Drehvermögen, dazu ein exakt schaltbares, auch im größten Gang nicht zu lang übersetztes Sechsganggetriebe. Null auf 100 km/h in 9,6 Sekunden, in 23,3 Sekunden auf 160 km/h, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h – da müsste sich sogar der legendäre Flügeltürer 300 SL mühen, um dranzubleiben.

So brav das Auto wirkt, so ausgefeilt ist es gerade im Hinblick auf die erreichbare Dynamik. Nur 0,26 beträgt der cw-Wert, und man spürt ihn förmlich. Mit einer Leichtigkeit, die es bislang in dieser Klasse noch nicht gab, stürmt der C 200 Kompressor auf 180 km/h und macht mehr als viele Konkurrenten den Blick auf den neu gestylten Tacho nötig. Das eigentliche Tempoerlebnis gibt es nicht – dazu haben die Techniker zu gute Arbeit geleistet. Der Vierzylinder läuft auch bei hohen Drehzahlen schwingungsarm, die Rollgeräusche sind gut gedämpft, störende Windgeräusche gibt es nicht. Zehn Liter genehmigt sich der Kompressormotor bei forcierter Fahrt, bei zurückhaltendem Gasfuß sind es nur knapp neun Liter. Noch nie war man in einem Kompakt-Mercedes mit so wenig Treibstoff so schnell.

Und noch nie reiste man unter dem Strich so komfortabel: Die Sitze sind gut geformt, die Sitzposition ist perfekt, der Federungskomfort ist sehr gut. Auch bei den verbesserten Handlingeigenschaften spürt man die neue Güte. Die relative Schwerfälligkeit des Vorgängers ist passé, die neue Agilität orientiert sich ganz klar an der bayerischen Konkurrenz: Mühelos lenkt der C 200 ein, die Fahreigenschaften zählen zum Besten, was es auf vier Rädern überhaupt gibt.

Die neuen Instrumente stellen mit dem winzigen Drehzahlmesser zwar keine Verbesserung dar, gleichwohl spürt man, dass dies alles Mercedes ist. Über die Verarbeitungsgüte kann man nicht klagen, ebenso wenig wie über das Platzangebot. Die neue C-Klasse ist kein Raumwunder, aber vier Leute finden bequem Platz und freuen sich über viele Ablagen, das zweistöckige Handschuhfach und den glattflächigen 450-Liter-Kofferraum. Anstelle des Reparatursets Tirefit gibt es auf Wunsch ohne Aufpreis ein vollwertiges Reserverad, und auch die Unfallvorsorge wurde weiter optimiert: Neben den Front- und Sidebags vorn gibt es jetzt zusätzlich vier Windowbags.

Fazit

Hinter dem progressiven optischen Auftritt stecken wahre Mercedes-Tugenden. Der Kompressor-Motor überzeugt durch Leistung und Ökonomie, neigt aber zum Ruckeln. Fahreigenschaften und Federungskomfort sind von großer Klasse.

Technische Daten
Mercedes C 200 Kompressor Elegance
Grundpreis 30.102 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4526 x 1728 x 1426 mm
KofferraumvolumenVDA 455 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 120 kW / 163 PS bei 5300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
0-100 km/h 9,6 s
Verbrauch 9,7 l/100 km
Testverbrauch 9,9 l/100 km
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