Himmel hilf - Smart Cabrio

Mit dem Smart Cabrio tritt die zu Daimler-Chrysler zählende Micro Car Company die Flucht nach vorn an. Die offene Version soll zusätzliche Käuferschichten erschließen.

Kürzer als der Smart ist kein Auto auf deutschen Straßen, und mit dem Smart Cabrio rollt jetzt eine neue Einmaligkeit an – ein preisgünstigeres Auto dieser Gattung gibt es nicht auf dem Markt. 22.190 Mark weist die Liste aus, selbst der offene Fiat Punto ist mit 27.700 Mark deutlich teurer.

Dabei ist der offene Smart nicht nur Cabrio, sondern er wird, wenn man so will, mit einem Kombinations-Verdeck geliefert, das dreifach Frischluft-Freuden offeriert. Stufe eins entspricht dem, was einen auch in einer Faltdach-Limousine erwartet. Per Knopfdruck lassen zwei Elektromotoren das qualitativ hochwertige Stoffdach leise sirrend nach hinten fahren. Eigentlich würde schon diese milde Vorstufe reichen. Man sitzt an der Sonne, der Wind fächelt sanft, die Frisur sitzt. Was will man mehr? Da es sie gibt, Stufe zwei. Nun sind leichte Bauarbeiten nötig. Nach erneutem Knopfdruck kann das Endteil des Verdecks entriegelt und hinter dem Überrollbügel arretiert werden. Mit der Durchlüftung nimmt das Offengefühl zu. Eigentlich würde auch dies reichen, doch man kann weiter strippen. Nach manueller Entriegelung lassen sich die Dachholme entfernen und im Heck verstauen. Nun ist alles offen, Scherwinde fallen ein, die Sache wird turbulent.

Die Technik bietet Smart-Bekanntes. Im Wagenheck, wo der aufgeladene Dreizylinder mit nur 600 Kubikzentimeter Hubraum und 55 PS sitzt, rumort es unternehmungslustig. Das fleißige Turbo-Lieschen hat auch mit dem Smart Cabrio keine Mühe. Und auch an dem sequenziellen Sechsganggetriebe, das sich in Automatikversion oder von Hand schalten lässt, hat sich nichts geändert. Geblieben sind zu lange Schaltpausen, der Übersetzungssprung von der Fünf in die Sechs ist zu groß.

Bei 135 km/h ist, elektronisch abgeregelt, auch beim Cabrio Schluss. Eine weise Entscheidung, die die grundsätzliche Fahrwerksproblematik eines zu kurzen Autos reflektiert. Zwar kann die elektronische Stabilitätshilfe namens Trust plus dem Ausbrechen der Antriebsräder entgegenwirken, doch gegen starke Seitenwinde ist das System machtlos. Um ein Verreißen der automobilen Miniatur schon im Keim zu unterbinden, arbeitet die ohne Servounterstützung auskommende Lenkung sehr indirekt. Auch das Cabrio ist gemessen am Wagenformat also extrem unhandlich. Und auch die unübliche Untersteuerneigung in engen Kurven trübt die Fahrfreude. Bei Trockenheit fällt der fehlende Grip weniger auf, aber regennasse Haarnadelkurven verlangen Umsicht.

Der Federungskomfort ist durch Abstimmungsarbeiten zwar besser geworden, aber er ist längst nicht gut. Die Cabrio-Karosse selbst erweist sich als absolut verwindungssteif. Das kleinste und kürzeste Offen-Auto der Welt kann sich in diesem Punkt mit Rasse-Pferden à la Mercedes SLK oder Porsche Boxster messen.

Fazit

Mit dem Smart-Cabrio ist ein Superlativ entstanden. Ein billigeres Offen-Auto gibt es nicht. Hohe Verwindungssteifigkeit und gute Verdeckqualität überzeugen, typische Smart-Mängel wie Unhandlichkeit und Komforteinschränkung blieben erhalten.

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Technische Daten
Smart smart cabrio pulse
Grundpreis 11.346 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 2500 x 1515 x 1529 mm
KofferraumvolumenVDA 150 bis 260 l
Hubraum / Motor 599 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 40 kW / 55 PS bei 5250 U/min
Höchstgeschwindigkeit 135 km/h
0-100 km/h 17,2 s
Verbrauch 4,8 l/100 km
Testverbrauch 6,2 l/100 km
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