Honda Accord 2.2 i-CTiD Sport

Spät-Zündung

Als letzter großer Hersteller bringt Honda einen eigenen Turbodiesel. Die Entwicklungszeit betrug acht Jahre. Klar, dass die Erwartungen an den 2,2-Liter-Vierzylinder hoch sind.

Um Dieseltriebwerke haben Honda-Entwickler jahrelang einen großen Bogen gemacht. Genauso wie der japanische Käufer – für ihn sind Selbstzünder nichts als übel riechende Lastwagen-Motoren. Wer in Nippon Kraftstoff sparen will, kauft einen topmodernen Hybriden. Der wiederum hat auf der anderen Seite des Erdballs kaum Bedeutung. Hier, in deutschen Diesellanden, sehnte der Honda-Importeur stattdessen einen Selbstzünder herbei. Er wurde endlich erhört – in Form des i-CTDi. Ab sofort ist das Diesel- Erstlingswerk in Deutschland erhältlich. Zunächst ausschließlich im Accord, in Limousine und Tourer. Später soll der 140 PS starke Common-Rail-Vierzylinder mit 2,2 Liter Hubraum auch im Allradler CRV eingesetzt werden.

Acht Jahre saß ein Team rund um Tüftler Kenichi Nagahiro, Schöpfer der hondaeigenen Nockenwellen-Verstellung VTEC, im stillen Kämmerlein und entwickelte den neuen Motor. Sogar ein neues Fertigungsverfahren wurde ersonnen: Der Motorblock wird aus halbfester statt flüssiger Aluminium- Legierung gegossen, was Luft- Einschlüsse verringern soll. Das ermöglicht geringe Wandstärken und somit ein kompaktes Triebwerk. Heraus kam ein echter Honda- Vierzylinder. Wie der Motor flink hochdreht, den Leistungszenit bei 4000/min passiert und noch immer weiterstrebt – diese Leichtfüssigkeit hat so gar nichts Dieseltypisches.

Auch der Einsatz des Turboladers ist eher untypisch. Sanft, aber nachdrücklich schiebt der Vierzylinder. Fast ist man ein wenig enttäuscht, dass die 340 Nm bei 2000/min die Nackenmuskulatur so überhaupt nicht auf die Probe stellen wollen. Es ist kein vehementer Reißer à la TDI. Wo dieser jedoch nach anfänglichem Brachialschub drehunwillig gegen eine imaginäre Bremse läuft und der Fahrer in den nächsten Gang schalten muss, jubelt das Honda-Triebwerk vergnügt weiter. Schalten während des Überholens? Dank der guten Elastizität überflüssig. Ebenso ein sechster Gang. Fünf Fahrstufen, gepaart mit einer langen Gesamtübersetzung, reichen dem i-CTDi völlig. 

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gute Platzverhältnisse klar gestaltete Instrumente hohe Verarbeitungsqualität
  • eingeschränkte Rundumsicht hohe Ladekante
Fahrkomfort
  • niedriges Geräuschniveau Sitze mit gutem Seitenhalt
  • mäßiger Federungskomfort eckige Sitzwangen
Antrieb
  • sehr kultivierter und drehfreudiger Vierzylinder-Diesel exakte Schaltung gute Fahrleistungen
  • verzögert ansprechender Turbo
Fahreigenschaften
  • agiles Fahrverhalten gute Beherrschbarkeit hohe Traktion
Sicherheit
  • Seitenairbags vorn sowie Kopfairbags vorn und hinten serienmäßig standfeste, gut dosierbare Bremsen
Umwelt
  • schadstoffarm nach Euro 4 sehr niedriger Verbrauch
  • noch kein Rußpartikelfilter lieferbar
Kosten
  • noch angemessener Kaufpreis
  • sehr kurze Wartungsintervalle ungünstige Kasko-Einstufung

Fazit

Hut ab vor diesem Erstlingswerk. Hätte der i-CDTi nicht das Turboloch, so würde es sich um den Vorzeige-Diesel schlechthin handeln. Verbesserungswürdig: hohe Wartungs- und Versicherungskosten sowie der mäßige Komfort.

Übersicht: Honda Accord 2.2 i-CTiD Sport
Technische Daten
Honda Accord 2.2i-CTDi Sport
Grundpreis 26.460 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4665 x 1760 x 1445 mm
KofferraumvolumenVDA 459 l
Hubraum / Motor 2204 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
0-100 km/h 9,3 s
Verbrauch 5,5 l/100 km
Testverbrauch 7,1 l/100 km
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