Honda Jazz Dani Heyne
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Honda Jazz im Gebrauchtwagen-Check

Er macht sie alle glücklich!

Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich den Honda Jazz mal genauer an: kompakte Abmessungen, variabler Innenraum und dazu eine Technik, die selten zickt. Damit macht der kompakte Japaner auch als Gebrauchtwagen Freude.

Oha!„ ruft Meister Wünsch, als er den Honda Jazz entdeckt. “Die Farbe ist bei dem Auto ja wohl Programm. Ihr wisst schon, wegen der weißen Weste„, fügt er hinzu, schmunzelt – und erklärt ausführlicher: “Wenn ein Honda Jazz bei uns in die Werkstatt kommt, braucht er entweder frisches Öl oder neue Reifen. Mehr ist da selten zu tun. Honda scheint bei diesem Modell ziemlich viel richtig gemacht zu haben, ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass wir bei so einem mal intensiv auf Fehlersuche gehen mussten. Weder beim Fahrwerk noch in Sachen Elektronik. Die laufen und laufen und laufen.„

Hört, hört! Starke Worte aus dem Mund des Meis-ters. Doch seine Erfahrung deckt sich mit den Infos aus den jährlichen Mängelstatistiken von TÜV und DEKRA, in denen der kleine Honda seit Jahren gut abschneidet.

Wie kommt das? Bevor wir dem 3,90 Meter langen Fünftürer genau aufs und unters Blech schauen, eine generelle Anmerkung: Honda verfolgt beim Jazz einen konventionellen Ansatz: Weder kommt neumodische Fahrwerkstechnik zum Einsatz, noch gibt es moderne, aber eventuell störanfällige Motoren. Nicht mal ein Diesel ist im Programm – der bei einem Automobil dieser Größe auch keinen Sinn ergibt. Stattdessen setzt Honda auf gute Verarbeitungsqualität im Detail, das wird uns der Meister gleich zeigen.

Wie gut ist die Karosserie in Schuss?

Wie zu jedem Gebrauchtwagen-Check begibt sich Meister Wünsch auf die Knie – und schaut sich die Karosserie ganz genau an. Fans dieser Serie wird das mittlerweile langweilen, aber je gründlicher hier überprüft wird, umso mehr lässt sich vielleicht erkennen. Viele Lackabplatzer an den Türkanten zum Beispiel sind ein gutes Indiz dafür, dass der Besitzer eben nicht sonderlich vorsichtig mit seinem Fahrzeug umgegangen ist. Und das wohl nicht nur beim Aus- und Einsteigen ...

Ungleiche Spaltmaße an den Stoßfängern sind entweder ein Zeichen für schlechte Parkmanieren oder für einen miserabel instand gesetzten Unfall. Handelt es sich um Letzteres, dann finden sich garantiert weitere Spuren – im Zweifel unter dem Fahrzeug. Tragen die Dichtungen entlang der Fensterkante deutliche Moosspuren, parkte der Wagen eben nicht jede Nacht in der warmen Garage, sondern ziemlich sicher unter einem Baum. Es sind diese vermeintlichen Kleinigkeiten, die Meister Wünsch ein besseres Gefühl dafür vermitteln, was für eine Beziehung der Vorbesitzer zu seinem Wagen pflegte. Und das hat in den meisten Fällen auch eine Auswirkung auf den mechanischen Pflegezustand.

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Der Checker: Meister Wünsch inspiziert den Unterboden des Jazz, kann aber nichts finden. Weder Rost noch Spiel in der Lenkung: "Gutes Auto!"

Deshalb schauen wir genau an dieser Stelle immer nach dem Serviceheft, um zu erkennen, wie regelmäßig gewartet wurde. Im Fall unseres Jazz gibt es keinen Grund zur Sorge: Er weist keine Parkrempler auf, hat keine angeschrammten Felgen, keine Spuren schlampig behobener Unfallschäden. Und er war laut Serviceheft immer pünktlich beim Boxenstopp. Zufrieden zückt Meister Wünsch daher den Schlüssel und startet zur obligatori- schen Probefahrt.

Die 90 PS des Basisbenziners sind sofort hellwach, die Kupplung weist einen ordentlichen Druckpunkt auf, und die Gänge lassen sich nörgelfrei wechseln.

Schon am Ortsausgangsschild ist sich Meister Wünsch sicher, dass das Fahrwerk in einem guten Zustand und keine der vier Federn gebrochen ist. Die Lenkung reagiert ohne großes Spiel, und der Motor zieht anständig. Auf der Landstraße reicht es locker für ein flottes Überholmanöver, dazu braucht es lediglich etwas höhere Drehzahlen. Zurück in der Werkstatt ruft Meister Wünsch: “Ab auf die Hebebühne! Mal sehen, ob wir da etwas finden.„

Rost am Unterboden oder an den Leitungen?

Den Bremsen kann er nichts Schlechtes nachsagen. Die 50.000 Kilometer Laufleistung sieht man weder den Belägen noch den Scheiben an. “Die haben normale Verschleißspuren, mehr aber auch nicht„, murmelt Meister Wünsch, zückt die Taschenlampe und leuchtet langsam Motor und Getriebe ab. Dabei sucht er vor allem nach Undichtigkeiten, kann aber nichts finden. Auch die Achs- manschetten sind wunderbar weich und dicht.

Die Trag- und Spurgelenke der Vorderachse überprüft er gewissenhaft auf Spiel, aber auch hier ist nichts Unregelmäßiges zu finden. Brems- und Kraftstoffleitungen bekommen ein Extra-Lob: “Schaut mal, wie gut die mit Kunststoff ummantelt sind.„ Da hat Rost keine Chance, was sich in der Langzeithaltbarkeit bemerkbar macht. Das Gleiche gilt für den breit aufgebrachten Nahtdichter im Schwellerbereich. Gutes Material, da kann sich kein Rost bilden. “Und werft mal einen Blick auf den Endschalldämpfer: Der ist aus Edelstahl. Komplett, inklusive den Rohren. So muss das aussehen, wenn es lange halten soll.„ Womit wir beim anfänglichen Thema wären: Qualität im Detail. “Die findet man leider nicht mehr allzu oft„, sagt der Meister und sieht zufrieden aus. “Dieser kleine Honda macht jedenfalls einen super Eindruck„, so sein heutiges Fazit.

Werfen wir noch einen Blick auf die Preise: In den gängigen Fahrzeugbörsen im Internet starten Honda Jazz, Baujahr 2013 (90 PS, rund 50.000 Kilometer), bei 6.300 Euro. Soll es der größere Motor sein, wird es um einige Hunderter teurer. Aber das muss ja nicht sein, da bereits das Basisherz erfreut.

Fazit

Der Jazz ist für Sie der Richtige, wenn Sie ein Auto unter vier Meter suchen, das erstaunlich viel Platz bietet. Und nicht nur das: Auch in puncto Variabilität kann der kleine Honda auftrumpfen. Nicht nur, dass die Lehne seiner Rückbank umklappbar ist – auch die Sitzfläche lässt sich bei Bedarf hochstellen. Und da kein Mitteltunnel stört, gibt es viel Platz. Noch was vergessen? Natürlich: seine zuverlässige Technik. Ob Antriebe oder Lenkung/ Fahrwerk – der Jazz nervt nicht mit irgendwelchen Wehwehchen. Er hält und hält und hält. So muss das sein!

Das gefällt uns:

Sein stilles Wesen. So ein Honda Jazz hält sich optisch stets zurück. Er ist kein Poser, keiner, der sich optisch ins Licht drängelt. Er parkt gern in der zweiten Reihe – und überzeugt mit inneren Werten. Davon hat er schließlich eine ganze Menge zu bieten: Allen voran gefällt uns seine gute Raumausnutzung und Variabilität. Hinzu kommt seine zuverlässige Technik.

Das stört uns:

Dass Honda ihn in der aktuellen Ausbaustufe aufgeblasen hat. Das steht dem freundlichen Jazz irgendwie gar nicht. Auf einmal wirkt er so aufdringlich. Und musste natürlich auch ein paar Zentimeter wachsen. Als ob wir das gebraucht hätten. War doch gerade der Jazz einer, der trotz übersichtlicher Abmaße erstaunlich viel Platz zu bieten hatte. Braucht da wirklich jemand mehr?

So ist die Marktlage:

Obwohl man vergleichsweise wenige Honda Jazz im Straßenverkehr antrifft, lassen sich in den gängigen Gebrauchtwagenbörsen einige Hundert Anzeigen mit dem kompakten Modell der zweiten Generation finden. Das Angebot ist dabei überraschend gut – vor allem an gerade mal drei bis vier Jahre alten Fahrzeugen mit rund 50.000 Kilometern Laufleistung.

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