Honda S 2000

Die Roadster-Gemeide bekommt Zuwachs. Der Honda S 2000 vetritt mit längs eingebautem Frontmotor und Hinterradantrieb klassische Werte.

Ein Superlativ sollte her, etwas, was die anderen nicht haben. Für die Honda-Techniker, die nicht nur einen Fuß in der Formel 1 haben, sondern mit ihren Rennmaschinen schon in den sechziger Jahren mit Drehzahlorgien für Furore sorgten, lag es nahe, den Vorsprung im Motorbereich zu suchen.

Sehr gut liegende Roadster gibt es ja schon, sehr gut laufende ebenfalls, auch sehr gut aussehende. Doch keiner dreht 9000 Touren. Und mit der für einen zwei Liter großen Vierzylindermotor ungewöhnlich hohen Drehzahl geht ein weiterer Superlativ einher. Keiner der Saugmotor-Konkurrenten hat annähernd eine solche Literleistung, nämlich 120 PS. Mal zwei, bei jenen 1997 cm3 des ganz aus Aluminium gefertigten Triebwerks, macht das effektiv 240 PS bei 8300/min. Auch die Höhe des maximalen Drehmoments ist für unaufgeladene Vierzylinder dieser Kategorie beachtlich: 208 Newtonmeter.

Die dazugehörige Drehzahl scheint zunächst eher zu Motorradmotoren zu passen: 7500/min. Wer die Gedanken weit zurückschweifen lässt, dem kommen die Drehzahlen vertraut vor. Ende der sechziger Jahre baute Honda einen zweisitzigen Roadster, der die nadelgelagerte Kurbelwelle seines 800 cm3-Vierzylinders auch mit 8000 Touren rotieren ließ. Und was die Leistungsausbeute angeht, genügt ein Blick in die jüngere Vergangenheit, um das aktuelle Honda-Motorenwerk ins rechte Licht zu rücken. Porsche brauchte vor wenigen Jahren beim 968 drei Liter Hubraum, um die 240 PS des aktuellen Honda S 2000 zu erreichen.

Ein Leuchtdiodenband signalisiert, zusammen mit der digitalen Geschwindigkeitsanzeige direkt im Blickfeld liegend, wie schnell die Kurbelwelle rotiert. Der Vierventiler mit seiner variablen, elektronisch gesteuerten Ventiltechnik, den beiden eng zusammenliegenden obenliegenden Nockenwellen, Rollenschlepphebeln und Kolben aus geschmiedetem Aluminium, die 11:1 verdichten, darf als Musterbeispiel an Kompaktheit gelten. Auch seine Einbaulage, weit zurückversetzt innerhalb eines y-förmigen Rahmens, der den Mitteltunnel als tragendes Element benutzt (siehe „Technik erklärt“), trägt zur Eigenständigkeit bei.

Man spricht hier von einem sogenannten Frontmittelmotor-Konzept, wie Opel es schon in den sechziger Jahren beim GT anwandte. Der hatte übrigens, bei praktisch gleichem Hubraum, 90 PS. Nun also 240 PS, immer noch 100 mehr, als Mazda im stärksten MX-5 offeriert.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • hohe Verwindungssteifigkeit gute Sitzposition funktionelle Bedienung
  • unpraktische Persenning kleiner, zerklüfteter Kofferraum keine Ablagen magere Ausstattung billiger Qualitätseindruck
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze
  • hoher Innengeräuschpegel insgesamt harte Federung
Antrieb
  • ausgezeichnete Fahrleistungen sehr hohes Drehvermögen befriedigende Laufkultur gute Elastizität exakte Schaltung
  • stark anschwellende Geräusche bei hohen Drehzahlen Lastwechselruckeln
Fahreigenschaften
  • guter Geradeauslauf unproblematisches Kurvenverhalten exakte Servolenkung sehr gute Handlichkeit gute Traktion
  • bei Nässe Übersteuertendenz
Sicherheit
  • wirksame, standfeste Bremsen Fahrer- und Beifahrer-Airbag Überrollschutz serienmäßig
  • keine Sidebags lieferbar
Umwelt
  • angemessener Verbrauch
Kosten
  • drei Jahre Garantie lange Inspektionsintervalle
  • hoher Preis

Fazit

Mit dem neuen S 2000 hat Honda einen Sportwagen im wahren Wortsinn gebaut, wobei der ungewöhnlich drehfreudige und leistungsstarke Vierzylinder zweifellos den größten Anteil hat. Es fehlt ihm aber im Detail an Feinschliff. Der Preis ist zu hoch.

Übersicht:
Technische Daten
Honda S2000 2.0
Grundpreis 35.450 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4135 x 1750 x 1285 mm
KofferraumvolumenVDA 143 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 176 kW / 240 PS bei 8300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 241 km/h
0-100 km/h 6,4 s
Verbrauch 9,9 l/100 km
Testverbrauch 11,4 l/100 km
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