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i40, Mazda 6, Insignia und Talisman im Test

Geräumige Kombis mit kraftvollen Benzinmotoren

Hyundai i40 Kombi, Mazda 6 Kombi, Opel Insignia Sports Tourer, Renault Talisman Grandtour, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 45 Bilder

Es muss nicht immer Premium sein, in der bürgerlichen Mittelklasse sind geräumige Kombis mit kraftvollen Benzinmotoren zu Recht sehr beliebt. Wir haben Hyundai i40, Mazda 6, Opel Insignia und Renault Talisman zu einem Vergleichstest gebeten, diesmal ohne die Seriensieger aus dem VW-Konzern.

02.05.2018 Heinrich Lingner

Nein, Sie haben richtig gelesen. Der VW Passat ist bei diesem Vergleich nicht dabei. Sonst ist er ja immer da, wenn Mittelklasse-Familienkombis verglichen werden, er dominiert die Vergleichstests und die Zulassungsstatistiken in diesem Segment seit Jahrzehnten. Also darf er hier einmal fehlen, denn es gibt ja jenseits der VW-Konzernprodukte – der Skoda Superb ist ja eine Fortsetzung des Passat mit anderen Mitteln – Kombis, die man sich ruhig mal näher anschauen kann.

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Hyundai i40 Kombi, Mazda 6 Kombi, Opel Insignia Sports Tourer, Renault Talisman Grandtour, Exterieur
i40, Mazda 6, Insignia und Talismann im Test Geräumige Kombis mit kraftvollen Benzinmotoren
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In diesem Vergleichstest sind das Hyundai i40 Kombi, Mazda 6 Kombi, Opel Insignia Sports Tourer sowie Renault Talisman Grandtour. Allesamt angetrieben von Benzinmotoren mit 165 PS, eine Ausnahme macht da nur der Renault. Der ist lediglich mit 150 oder 200 PS verfügbar, reist hier also als TCe 200 an, wie alle Talisman-Benziner mit dem Doppelkupplungsgetriebe EDC. So ist er – etwas überraschend – das teuerste Auto im Test, in der hier vorgefahrenen Intens-Ausstattung kostet er mindestens 35.950 Euro. Falls Sie nun ein wenig erschrecken: Ein Passat Variant TSI mit 180 PS und Doppelkupplungsgetriebe in der vergleichbaren Highline-Ausstattung ist rund 4.000 Euro teurer. Dagegen nehmen sich die Preise der anderen Kombis fast bescheiden aus: Ab rund 30.000 Euro stehen sie in den Preislisten.

Renault Talismann Grandtour, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
In dieser Runde ist der Renault Talisman Grandtour TCe 200 Limited mit 200 PS der am stärksten motorisierte Anwärter auf den Mittelklasse-Kombithron, jedoch auch der teuerste.

Und zwar beim Hyundai i40, dem ja ohnehin der Ruf besonderer Preiswürdigkeit vorauseilt. In der Style-Ausstattung sind es immerhin 33.610 Euro, freilich bleibt dann als sinnvolle Sonderausstattung nicht viel mehr als das Licht-und-Sicht-Paket (1.150 Euro) sowie das Komfort-Paket (2.250 Euro) übrig. Beide Pakete seien empfohlen, das erste umfasst im Wesentlichen Bi-Xenon-Scheinwerfer, das zweite elektrisch verstellbare Ledersessel vorn und die elektronische Fahrwerksregelung an der Hinterachse. Der Testwagen kommt jedoch ohne das Komfort-Paket, entsprechend straff präsentiert sich das Fahrwerk. Es quittiert Unebenheiten nicht ohne eine gewisse Polterigkeit, eine Tendenz, die sich mit zunehmender Beladung verstärkt. Dazu nimmt der Hyundai Biegungen mit beträchtlicher Seitenneigung. Kein Auto für Hobbydynamiker, denn auch die etwas indifferente und synthetisch rückmeldende Lenkung animiert nicht gerade zu engagierter Fahrweise.

Der Motor ist ebenso kein wilder Dreher. Er entstammt der Nu-Motorenfamilie des Konzerns, verzichtet auf Turboaufladung, ist aber ansonsten mit Direkteinspritzung, Nockenwellenverstellung und variablem Ansaugtrakt ein durchaus moderner Benziner. Im i40 zeigt er nur bescheidene Begabungen, bleibt bei Leistungsentfaltung, Laufkultur und Geräuschentwicklung eher durchschnittlich. Zudem verbraucht er mehr Kraftstoff als die Triebwerke der Konkurrenz.

Geräumiger Hyundai

Das ausgesprochen gute Raumangebot zählt dann zu den erfreulicheren Seiten des Hyundai. Das gilt nicht nur für den wirklich sehr üppigen Laderaum, sondern ebenso für die fünf Sitzplätze. Weniger befriedigend: die Qualität des Mobiliars. Vor allem größer gewachsene Insassen vermissen vorn wie hinten ausreichende Oberschenkelauflage und Schulterabstützung.

Nicht ganz optimal ist zudem die Sitzposition des Fahrers, die geriet etwas zu hoch. So hat man stets das Gefühl, zu aufrecht über dem Lenkrad zu thronen, was sich immer etwas nach Van anfühlt. Immerhin kann sich der Pilot über die recht einfache und übersichtliche Bedienung freuen, das hat der Koreaner den meisten Konkurrenten immer noch voraus.

Eleganter Renault

Dem Renault Talisman beispielsweise, bei dem man schon eine Weile benötigt, um die Logik hinter der etwas verwirrenden Mischung aus Tasten- und Touchscreen-Bedienung zu entdecken. Der Renault hat in der zum Test angetretenen Limited-Ausstattung ja schon den 8,7 Zoll messenden Monitor aufrecht in der Mittelkonsole, ist ansonsten eher mager ausgestattet. Voll-LED-Licht, Sitzheizung und 18-Zoll-Alus zählen zu den wesentlicheren Beigaben der Limited-Ausstattung. Die edle Topversion Initiale Paris ist genau 6.000 Euro teurer.

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Die Einparkhilfe für 150 Euro sollte man dem Talisman Initial in jedem Fall gönnen, wie die anderen Kombis in diesem Vergleich ist der Grandtour eher unübersichtlich gestaltet. Wesentlich kostspieliger ist dafür eine andere Beigabe des Testwagens, das 4Control-Paket für 1.700 Euro.

Es umfasst neben den 19-Zoll- Rädern und den 4Control-Schriftzügen am Auto Adaptivfahrwerk und Allradlenkung. Die soll dem großen Grandtour (immerhin 4865 mm lang) zu agilerem Fahrverhalten verhelfen, ein Versprechen, welches das System nicht vollends erfüllt.Zwar lenkt der große Renault ziemlich zackig ein, wirft dann das Heck mit den mitlenkenden Hinterrädern flott hinterher, doch insgesamt mangelt es an Präzision und Rückmeldung, einschließlich der sehr feedbackarmen Lenkung. So kurvt er beispielsweise merklich langsamer durch die Pylonen als der fahraktivere Insignia Sports Tourer.

Immerhin bescheren die Adaptivdämpfer dem großen Renault einen sehr akzeptablen Federungskomfort, er schunkelt etwas gemächlich, jedoch nicht unangenehm über Unebenbeiten. Dazu ist der Talisman deutlich kräftiger motorisiert als seine Konkurrenten, die Fahrleistungen spürbar besser, trotz des eher verhalten agierenden EDC-Doppelkupplungsgetriebes. Das reicht freilich nur für Platz drei, denn der kompaktere Mazda 6 Combi kann doch einiges besser als der große Renault.

Sportlicher Mazda

So ist der Mazda deutlich preiswerter als der teure Renault, obwohl er in der nobelsten Ausstattungsvariante vorfährt. Als Sports-Line verfügt er serienmäßig unter anderem über Einparkhilfe vorn und hinten samt Rückfahrkamera, 19-Zoll-Leichtmetallräder, schlüsselloses Startsystem und adaptives LED-Licht.

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Zudem ist das 650 Euro teure Sicherheitspaket mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung und Pre-Crash-Safety nur für die Topversion verfügbar. Serienmäßig dabei sind die Spurassistenten namens BMS und LAS sowie die City-Notbremsassistenten für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt. Damit ist der Mazda gut gerüstet. Lediglich der Opel kann mit der Assistenzausstattung etwas besser punkten. Leider bremst der Kombi nur mäßig, sonst könnte er im Sicherheitskapitel noch besser punkten.

Gern wird der 6 ja für seine Fahreigenschaften gelobt, das lässt sich bei diesem Testwagen nicht unbedingt nachvollziehen. Die Lenkung wirkt etwas hibbelig, agiert nervös aus der Mittellage. Das täuscht zwar vordergründig Agilität vor, doch frühes Untersteuern und fixes Eingreifen der Fahrdynamikregelung bremsen den Mazda rasch ein.

Nicht förderlich ist die nervöse Lenkung zudem dem Geradeauslauf auf der Autobahn. Da will der Kombi bewusst auf Kurs gehalten werden, auch weil die stößig ansprechende Federung den Wagen immer wieder leicht versetzt. Das fällt allerdings nur im direkten Vergleich mit den viel stoischer geradeaus laufenden Konkurrenten in diesem Test so richtig auf. Beim Federungskomfort kann sich der Mazda demnach ebenfalls nicht so richtig auszeichnen, er wirkt leer wie beladen recht straff und eher unwillig ansprechend. Das können Opel und Renault deutlich besser.

Ganz klar vorn liegt der Mazda 6 hingegen beim Testverbrauch, 1,1 Liter benötigt er weniger als der durstige Hyundai. So scheint sich die Skyactiv-Technologie mit dem hochverdichteten und turbolosen Benziner hier spürbar auszuzahlen. In Sachen Laufkultur und Leistungsentfaltung kann der sparsame Skyactiv-Benziner dennoch nicht mit den drehmomentstarken Turbos von Opel und Renault mithalten.

Ausgewogener Opel

So ist der Opel am Ende dieses Tests ganz vorn, sehr deutlich vor der Konkurrenz aus Korea, Japan und Frankreich. Der Insignia Sports Tourer ist insgesamt der ausgewogenste Kombi. Freilich auch der größte, das zahlt sich unter anderem beim Ladevolumen aus. Ebenso luftig ist das Raumangebot für die Passagiere, vorn wie hinten fühlen sie sich besser untergebracht als bei der Konkurrenz.

Ebenso top sind die Sitze im Opel, da hat nur der Renault etwas Besseres zu bieten. Das gilt allerdings nicht für den Federungskomfort, da spricht alles für den Insignia. Er verfügt über das optionale Flexride-Fahrwerk (955 Euro), das den Sports Tourer leer wie beladen gelassen federn lässt, allzu große Karosseriebewegungen verhindert und ansonsten den Eindruck eines sauber liegenden, gut abgestimmten Fahrzeugs vermittelt.

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Der Eindruck verstärkt sich bei näherer Bekanntschaft mit dem Insignia, er wedelt am fixesten durch Kurven, untersteuert nur im Extremfall, zeigt wenig Neigung zu hektischen Lastwechselreaktionen und flößt so Vertrauen ein. Dazu passt die leichtgängige, doch rückmeldungsfreudige Lenkung – insgesamt ein sehr gelungener Auftritt.

Da bleibt nicht viel, was man dem Opel in diesem Vergleich vorwerfen könnte. Die Übersichtlichkeit ist mäßig, auch weil der Heckabschluss bei beinahe fünf Metern Länge recht weit vom Fahrer entfernt ist.

Und die Bedienung hat man anderswo bereits übersichtlicher gesehen. Da schneidet der Hyundai i40 etwas besser ab. Beim Verbrauch liegt der Opel etwas hinter dem Mazda zurück (0,3 Liter im Testmittel), doch der Opel-Turbo hängt nicht nur besser am Gas und bietet die etwas besseren Fahrleistungen, er läuft auch geschmeidiger und leiser.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Opel in einem Vergleichstest in Sachen Qualität und Verarbeitung vorn liegt, hier ist das so. Was auch ein klein wenig dazu beiträgt, dass dieser Vergleich einen souveränen Sieger findet. Selbst ohne VW Passat.

Fazit

1. Opel Insignia ST 1.5 DI Turbo
425 Punkte

Der Insignia Sports Tourer gewinnt, weil er sich kaum eine Schwäche erlaubt. Fahrwerk und Lenkung überzeugen, das Raumangebot ebenso.

2. Mazda 6 Kombi G 165
398 Punkte

Knapp setzt sich der Mazda vor den Renault, auch wegen des niedrigen Verbrauchs und des günstigeren Preises. Eher beengt ist hier der Raum.

3. Renault Talisman Gr.TCe 200
388 Punkte

Komfortables Fahrwerk und kräftiger Motor sind die Stärken des großen Talisman, Schwächen hat er beim Verbrauch, Bedienung und Preis.

4. Hyundai i40 Kombi 2.0 GDI
368 Punkte

Trotz günstigen Preises und sehr guten Raumangebots wird der i40 in diesem Test Letzter. Fahrkomfort, Antrieb und Sicherheitsausstattung enttäuschen.

Technische Daten
Hyundai i40 Kombi 2.0 GDI StyleMazda 6 Kombi Skyactiv-G 165 Sports-LineOpel Insignia Sports Tourer 1.5 DI Turbo Business InnovationRenault Talisman Grandtour TCe 200 Limited
Grundpreis33.610 €34.790 €34.655 €35.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4775 x 1815 x 1470 mm4805 x 1840 x 1480 mm4986 x 1863 x 1500 mm4865 x 1868 x 1465 mm
KofferraumvolumenVDA553 bis 1719 l522 bis 1664 l560 bis 1665 l572 bis 1681 l
Hubraum / Motor1999 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder1490 cm³ / 4-Zylinder1618 cm³ / 4-Zylinder
Leistung121 kW / 165 PS bei 6200 U/min121 kW / 165 PS bei 6000 U/min121 kW / 165 PS bei 5600 U/min147 kW / 200 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit210 km/h214 km/h218 km/h231 km/h
0-100 km/h9,7 s9,7 s9,4 s
Verbrauch7,5 l/100 km5,9 l/100 km5,8 l/100 km6,0 l/100 km
Testverbrauch9,2 l/100 km8,1 l/100 km8,4 l/100 km
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Neuester Kommentar

Schön, daß der Opel zeigt daß auch im (sogenannten) Hochlohnland Deutschland noch gute und preiswerte Autos gebaut werden können. Alle einheimischen Hersteller scheinen ja derzeit wie besessen von der Idee in aller Herren Länder Autos produzieren zu müssen um sie dann bei uns teuer zu verkaufen. Opel zeigt, daß es auch andersherum geht.

jpnyc 17. Juni 2018, 10:05 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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