Hyundai Tucson gegen Kia Sportage

Unter Brüdern

Foto: Reinhard Schmid 26 Bilder

Zwei Softroader aus Korea und aus dem selben Konzern: In Tucson und Sportage schlagen nicht nur die gleichen Diesel-Herzen, sie sind technisch überhaupt nahezu identisch. Welcher ist der bessere Kauf?

Die Softroader Hyundai Tucson und Kia Sportage sind gleich, aber nicht identisch. Auf den ersten Blick sehen sie immerhin leicht verschieden aus.

Am besten zu erkennen ist die Gleichteile-Politik unter den Motorhauben. Hier ist tatsächlich ein und dasselbe Triebwerk zu Hause: ein Zweiliter-Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Einspritzung und 113 PS, verborgen unter einer Plastik-Abdeckung, einmal von Hyundai, das andere Mal von Kia abgestempelt.

Wo gleiche Teile in hoher Stückzahl eingebaut werden, purzeln die Preise. Zwar kosten die hier getesteten Allradler bei Hyundai 24.590 und bei Kia 25.340 Euro, doch der Einstieg in die Klasse der Kompakt-SUV gelingt bei beiden Marken schon deutlich unter 19.000 Euro. Dann allerdings treibt ein durstigerer Zweiliter-Benziner mit 141 PS jeweils nur die Vorderräder an.

Die sanft gestylten Karosserien lösen nicht gerade den Wunsch nach einer Sahara-Durchquerung aus. Die Fahrt zum örtlichen Angel-Weiher dürfte der extremste Offroad-Trip sein, den Tucson- und Sportage-Fahrer ihrem Auto zumuten. Auch am Sölden-Slalom durch die verschneiten Alpen können beide bedenkenlos teilnehmen.

Bei Tucson und Sportage müssen Einzelradaufhängung mit Frontantrieb sowie per Lamellenkupplung elektronisch zugeschaltete Hinterachse genügen – aus der Traum vom schweren Terrain. Schon kleine Hänge keuchen die Softies unter asthmatischem ESP-Getöse hinauf. Selbst auf nasser Straße überfordert ein forsch angefahrener Tucson die Regelelektronik. Was jedoch nicht etwa an einem kaum kontrollierbaren Drehmoment-Schwall liegt – der Vierzylinder-Diesel geht beschaulich ans Werk.

Schweres Terrain ist beiden Allradlern nicht zu empfehlen

Folgerichtig wagt man sich erst gar nicht in unwegsames Gelände. Was auch vernünftig ist. Abseilhilfe in Form von Untersetzung oder Hill-Descent-Control? Fehlanzeige. Ein Druck auf die Lock-Taste sperrt zwar die Lamellenkupplung. Doch bereits ab 35 km/h löst die Elektronik den starren Durchtrieb wieder selbsttätig.

Die störrisch zu schaltenden Fünfgang-Getriebe unterwandern sportliche Ambitionen. Doch die optionale Viergang-Automatik ist keine bessere Alternative: Sie stiehlt dem Diesel den letzten Funken Temperament. Weil der Kia auf größerem Fuß lebt, lässt er sich zielgenauer um die Kurven zirkeln als der Hyundai. Unter den Breitreifen leidet der Wendekreis, glücklicherweise jedoch nicht der Komfort des Sportage.

Da wie dort findet eine vierköpfige Familie Platz. Die Gepäckräume lassen sich dank der geteilt umklappbaren Rücksitze großzügig erweitern, es entstehen ebene, gut nutzbare Ladeflächen.

Der Tucson ist preiswerter

Beim Auslitern des Gepäckabteils geht der Sportage leicht in Führung. Zudem ist sein Rollo als Kofferraum-Abdeckung deutlich komfortabler und schicker als die nach Presspappe aussehende und labberige Klapp-Hutablage im Tucson. Generell glaubt man, im Kia eine Klasse höher zu reisen. Dagegen sieht der graue Kunststoff im Hyundai so matt und ausgeblichen fahl aus, als hätte er bereits ein langes Autoleben hinter sich.

Bei der Serienausstattung schenken sich die Konkurrenten aus dem gleichen Konzern mit elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln, Bordcomputer, Nebelscheinwerfern, Dachreling, Schubfach, Cupholdern, Ablagen, Verzurrösen, Gepäcknetzen und Zwölf-Volt-Steckdosen wenig.

Bei der Sicherheit erlauben sich beide keine Blöße. Serienmäßige Front-, Seiten- und seitliche Kopfairbags mildern Unfallfolgen. ESP versucht dafür zu sorgen, dass die Luftsäcke erst gar nicht zum Einsatz kommen.

Dem höherwertigen Interieur des Kia Sportage zum Trotz: In der preissensiblen SUV-Kompaktklasse ist der Hyundai Tucson der bessere, weil günstigere Kauf.

Technische Daten
Hyundai Tucson 2.0 CRDi 4WD GLS Kia Sportage 2.0 CRDi EX
Grundpreis 24.290 € 27.285 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4325 x 1795 x 1730 mm 4350 x 1840 x 1730 mm
KofferraumvolumenVDA 325 bis 1375 l 332 bis 1411 l
Hubraum / Motor 1991 cm³ / 4-Zylinder 1991 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 83 kW / 113 PS bei 4000 U/min 83 kW / 113 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 168 km/h 168 km/h
0-100 km/h 14,4 s 14,4 s
Verbrauch 7,1 l/100 km 7,1 l/100 km
Testverbrauch 10,0 l/100 km 8,6 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Neues Heft
Top Aktuell 190 E, 3.2 AMG-C32, C43 AMG, Exterieur 190E 3.2, C 32, C 43 AMG AMG-Sechszylinder aus 3 Epochen
Beliebte Artikel Opel Insignia Country Tourer, Volvo V90 Cross Country, Exterieur Opel Insignia CT, Volvo V90 CC Welcher Allradkombi ist besser? Kompakt gegen SUV, Vergleich, ams2218 Kompaktklasse gegen SUV 6 Paarungen im Konzeptvergleich
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Lamborghini SC18 Alston Lamborghini SC18 Alston Einzelstück aus der Sportabteilung Porsche 911 991 (2018) GT3 Touring-Paket Porsche 911 Carrera bis GT2 RS Elfer-Einmaleins in 5 Minuten
Allrad 11/2018, DAMD Suzuki Jimny Little G Suzuki Jimny Tuning G-Klasse-Look für den Japan-Offroader Jeep Gladiator JT Pickup Jeep Wrangler Gladiator (2019) Erste Bilder durchgesickert
Oldtimer & Youngtimer Mercedes 280 SE 3.5 Cabriolet W111 (1970) Wiesenthal Mercedes-Auktion Wiesenthal Familiensammlung unterm Hammer Porsche Carrera GT Werksrestaurierung Porsche Classic Carrera GT 13 Jahre alt, aber jetzt fabrikneu
Promobil Dreamer Camper Van XL (2019) Dreamer Campingbusse 2019 Camper Van XL, Cap Land & Co. Mobile Menschen im Hymercar 323 Von der Auszeit zum Vanlife Zwei Vollzeit-Nomaden im Camper
CARAVANING Tabbert Vivaldi 550 E Tabbert Vivaldi im Supertest Neues, modernes Design für 2019 Bleder Insel Caravan-Tour Slowenien Schöne Städte und Landschaften