Fiat Multipla JTD 105 ELX im Test

Neues Konzept, neues Glück?

Mit dem Fiat Multipla JTD 105 ELX entstand ein Sechssitzer, bei dem sich die Passagiere auf nur zwei Sitzreihen verteilen. Geht das neue Konzept auf und kann sich das Auto endlich in Deutschland durchsetzen? Wir wollten es genau wissen und haben im Test genau hingeschaut.

Die Psychologen sprechen von Wahrnehmung, wenn es um die Verarbeitung von optischen Eindrücken geht, und dieses Feld funktioniert mitunter nicht ohne Täuschungen. Dass der Fiat Multipla mit 1,67 Meter ein hochgewachsenes Automobil ist, wird ohne Verzerrung deutlich. Anders verhält es sich mit dem Längeneindruck. Nur knapp vier Meter zeigt hier das Maßband ungeachtet der Stattlichkeit der optischen Erscheinung – das ist weniger als Golf-Format. Die Auto-Welt ist bunter geworden, und der Multipla trägt dazu bei. Braucht man, um sechs Personen mit Anstand verreisen zu lassen, ein Viermeterfünfzig-Automobil? Mitnichten hieß die Antwort schon vor dem Multipla. Ihm gebührt allerdings das Verdienst, sechs ausgewachsene Sitze auf lediglich zwei Reihen zu verteilen. Diese Besonderheit ist die eigentliche Attraktion des neuen Fiat-Vans, weniger die Variabilität der Sitze, deren Aus- und Einbau leicht vonstatten geht.

Neu ist also der dritte Mann vorne, mittig, gut gesichert mit einem Automatikgurt. Klappt man die mittleren Sitzlehnen um, entstehen pflegeleichte Vespertafeln mit jeweils vier Cupholdern und einer kleinen, genoppten Anrichte für Brötchen. Viel Gemütlichkeit verströmt diese Imbissbude nicht – ödes Plastik und billig wirkende Stoffimitate, wohin das Auge reicht. Die Sitze selbst sind sehr schmal und recht hart gepolstert. Trotzdem ist der Sitzkomfort nicht schlecht, zumal die Fondpassagiere mit üppigem Beinraum entschädigt werden. Der Kofferraum, durch eine riesige Klappe zugänglich, bietet mit 430 Litern zunächst Mittelklasse-Format, der Ausbau der hinteren Sitze macht den Multipla jedoch zum veritablen Kleintransporter.

Bei so viel Nutzwert vergisst man fast, dass der Multipla auch fahren soll. Der im Testwagen eingesetzte 1,9-Liter-Diesel ist eine gelungene Mischung aus alten Konstruktionsmerkmalen (nur zwei Ventile, langer Kolbenhub von 90,4 mm bei 82 mm Bohrung) und High-Tech-Elementen (Common-Rail-Einspritzung). Heraus kommen mit Turboaufladung 105?PS Leistung und stämmige 200?Nm Drehmoment bei 1500/min, die in akzeptablen Fahrleistungen (null auf 100?km/h in 14 Sekunden) und einem günstigen Verbrauch (Testverbrauch: 7,6 L/100 km) münden. Und weil sich auch das Fahrverhalten als mustergültig entpuppt – geringe Untersteuerneigung, keine Lastwechselreaktionen – ist der Multipla ein Fahrer-Auto, das Freude macht.

Das ändert nichts dran, dass man ihn kaufen wird, weil er so geräumig ist, weil er einen günstigen Basispreis hat und weil er im Interieur neue Wege geht. Fiat hat mit dem Multipla das Automobil nicht neu erfunden, aber weit mehr auf die Räder gestellt als einen modischen Nischenfüller.

Fazit

Mit dem Fiat Multipla JTD 105 ELX hat kommt Bewegung in die Minivan-Szene. Zu seinen Vorzügen zählen das große, variable Raumangebot ebenso wie die unerwarteten fahrdynamischen Talente. Der Multipla ist ein Nutzautomobil, das Fahrfreude bereitet und in unserem Test durchaus überzeugen konnte.

Technische Daten
Fiat Multipla JTD 105 ELX
Grundpreis 20.196 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3994 x 1871 x 1695 mm
KofferraumvolumenVDA 430 bis 1850 l
Hubraum / Motor 1910 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 77 kW / 105 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
0-100 km/h 14,0 s
Verbrauch 6,4 l/100 km
Testverbrauch 7,6 l/100 km
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