Jaguar XKR im Test

Der Jag-Pot

Mit dem XKR begibt sich Jaguar in eine Region, in der sich die Hautevolee der Sportwagenwelt tummelt. Es ist wie zu alten E-Type-Zeiten: Der XKR beschleunigt wie ein ausgewachsener Ferrari, ist schön wie ein Ferrari, kostet aber weniger als die Hälfte.

Nick Scheele weiß, was Journalisten wollen. Sie wollen wissen, warum ausgerechnet Jaguar den Zwölfzylinder beerdigte. Entsprechend locker kommt die Antwort. „Weil ein Zwölfzylinder“, so der Jaguar- Chef, „mehr wiegt und mehr verbraucht, aber nicht mehr leistet als ein aufgeladener V8- Motor.“ Und wenn demnächst schon Massenhersteller wie VW Zwölfzylindermotoren anböten, dann sei es mit dem Prestige-Vorteil auch nicht mehr weit her. Dem XK8 zumindest haben die fehlenden vier Zylinder offensichtlich nicht geschadet. Der Absatz der 1996 vorgestellten Baureihe ist vorzüglich.

Im vergangenen Jahr konnten weltweit 14 629 Exemplare der luxuriösen Coupés und Cabrios an den Mann gebracht werden, für einen Kleinhersteller ein beachtliches Ergebnis. Vor allem die US-Amerikaner können dem Vernehmen nach gar nicht genug davon bekommen (7223 Exemplare), während speziell aus Deutschland, sagt Scheele, bei allem Zuspruch (1536 Exemplare) des öfteren auch der Wunsch nach mehr PS vernommen worden sei. Angesichts der Tatsache, daß der XK8 als Jaguar reichlich zahm geraten ist, ein verständlicher Wunsch. Nun geht er in Erfüllung. Zum XK8 gesellt sich der XKR, dessen 363 PS (ein Zuwachs von 79 PS) Leistungsprobleme fürs erste aus der Welt schaffen.

Dazu brauchte Jaguar nur ins Regal zu greifen: Im neuen XKR steckt das gleiche Aggregat, das bisher schon der XJR-Limousine Beine machte. Folglich handelt es sich auch nicht, wie unbelehrbare Jaguar-Fans bedauern werden, um einen neuen V12, sondern um den V8 im Vierliter-Format, dem ein mechanisch angetriebener Verdichter, sprich Kompressor, Flügel verleiht. Die Kraftübertragung obliegt einem Fünfgang-Automatikgetriebe von Mercedes-Benz, das Jaguar mit der firmentypisch U-förmigen Wählhebelkulisse versieht. Das genügt, um den XK in neue Sphären zu befördern, denn die Schubkraft des Kompressormotors verschafft dem XKR-Fahrer Beschleunigungserlebnisse auf Weltklasse-Niveau. Beeindruckend vor allem die Gelassenheit, mit der die üppigen Leistungsreserven mobilisiert werden. 

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • reichhaltige, luxuriöse Ausstattung gute Verarbeitung relativ großer Kofferraum
  • knapp bemessenes Platzangebot schlechte Übersichtlichkeit
Fahrkomfort
  • niedriges Geräuschniveau relativ guter Langsamfahrkomfort
  • eingeschränkter Sitzkomfort bei hohem Tempo eingeschränkter Federungskomfort
Antrieb
  • hervorragende Fahrleistungen bullige Kraftentfaltung gut angepaßte Automatik vibrationsarmer Motor
  • lästiges Kompressorgeräusch
Fahreigenschaften
  • sicheres, nur leicht untersteuerndes Kurvenverhalten präzise Lenkung guter Geradeauslauf
  • deutliche Lastwechselreaktionen bei hohem Tempo hohe Lenkkräfte
Sicherheit
  • standfeste Bremsen Fahrer- und Beifahrer-Airbag Gurtstraffer vorn
  • Seitenairbags nicht lieferbar
Umwelt
  • Einsatz wasserlöslicher Lacke
  • erfüllt nicht D3-Abgasnorm hoher Verbrauch keine Rücknahmegarantie
Kosten
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gute Serienausstattung drei Jahre Garantie
  • hohe Unterhaltskosten kleines Händlernetz

Fazit

Der Kompressor-V8 verleiht dem XKR Fahrleistungen der Spitzenklasse, die vom verbesserten Fahrwerk problemlos verkraftet werden. Beim Komfort müssen dagegen Abstriche gemacht werden. Vergleichsweise günstig ist der Preis.

Übersicht: Jaguar XKR im Test
Technische Daten
Jaguar XKR Coupé
Grundpreis 72.194 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4760 x 2015 x 1296 mm
KofferraumvolumenVDA 327 l
Hubraum / Motor 3996 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 267 kW / 363 PS bei 6150 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 5,5 s
Verbrauch 12,2 l/100 km
Testverbrauch 16,8 l/100 km
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