Jaguar XKR-S im Test

Neuheiten im Fahrbericht des limitierten Sondermodells

Foto: Rossen Gargolov 5 Bilder

Das auf 200 Stück limitierte Jaguar-Sondermodell namens XKR-S bleibt dem europäischen Markt vorbehalten. 100 der an Bremse und Fahrwerk gründlich modifizierten Coupés gehen nach Deutschland.

Im Supertest attestierte sport auto-Chef Horst von Saurma dem Jaguar XKR Ende 2006 „einen kraftvollen Auftritt – gepaart mit großer Würde“. Eine Meinung, die seine Kollegen zu teilen scheinen: Seit eine blümchenblaue Variante des 416 PS starken Zweisitzers den Dauertestfuhrpark der Redaktion bereichert, stehen dessen Räder kaum mehr still. Der Jag hat sich binnen kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Reiseautos entwickelt. Wer den Sidestep auf die Rennstrecke plante, griff bislang hingegen eher zu BMW & Co.

Das könnte sich nun ändern. Zwar hat Jaguar die verlockende Idee einer komplett überarbeiteten Lightweight-Variante auf XKRBasis aus Kostengründen verworfen. Der Fading- Neigung der auch kalt nur auf mittelmäßigem Niveau operierenden Bremsanlage und dem für sportliche Belange zu kommod geratenen Fahrwerkssetup wollte man dennoch zu Leibe rücken. Gesagt, getan. Mit tatkräftiger Unterstützung des Jaguar Testzentrums am Nürburgring haben die Briten über den Winter mit großer Ernsthaftigkeit versucht, das dem XKR anno 2006 von Supertest-Autor von Saurma bescheinigte „beachtliche sportliche Enwicklungspotenzial“ herauszuabeiten.

Das Sondermodell XKR-S

In Form des auf 200 Stück und den europäischen Markt begrenzten Sondermodells XKR-S wurde das Ergebnis anlässlich des Genfer Automobilsalons im März der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach ersten Presse-Fahrmöglichkeiten in England stellte sich das grundsätzlich „Ultimate Black“ gewandete Coupé dem Urteil der sport auto-Tester. Neben dem R-S-Typenschild ist der zwar weder stärker noch leichter, wohl aber deutlich schneller gewordene Top-XK (die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit wurde von 250 auf 280 km/h angehoben) an minimalen Änderungen des Karosseriedesigns zu identifizieren. Der Frontsplitter, die Schwellerverbreiterungen, der Heckspoiler, -stoßfänger und -diffusor, sowie der Maschendraht-Kühlergrill und die Lufteinlässe wurden modifiziert und zum Teil farblich abgesetzt. Luftige 20-Zöller und eine dezente Tieferlegung um 10 Millimeter runden den eine Spur dynamischer gewordenen optischen Auftritt ab.

Mehr Gelassenheit durch CATS-Fahrwerk

Unverhohlenes Muskelspiel ist also nicht das Ding des XKR-S. Wie signifikant anders der Charakter des limitierten Sportlers tatsächlich ist, zeigt sich erst am Messtag in Hockenheim. Obwohl der Newcomer sich im Alltag kaum minder stark dem Komfort verpflichtet fühlt als der Serien-XKR, ist die beim Supertest-Auto einst bemängelte starke Seitenneigung in Kurven nun kein Thema mehr. Das auf speziell entwickelte Federn, Dämpfer und Stabilisatoren vertrauende neu abgestimmte CATS-Fahrwerk beschert dem XKR-S deutlich mehr Gelassenheit.

Wo der Standard- XKR im 18-Meter-Slalom zum Aufschaukeln neigte und in der Folge gern einmal das hübsche Heck heraushängen ließ, schnürt die Limited Edition deutlich ruhiger und damit ein beachtliches Stück schneller durch die 180 Meter lange Pylonengasse. 67,7 statt 64,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit sind ein Wort und zeigen, dass die Jaguar-Entwickler ihre Hausaufgaben gründlich erledigt haben. Das beweist auch die sowohl bezüglich des Typs als auch des Formats deutlich klügere Reifenwahl. Statt auf Dunlop Sportmaxx der Dimension 255/35 ZR 20 vorn und 285/30 ZR 20 hinten geht der XKR mit hinten 295/30 ZR 20 messenden Pirelli P Zero an den Start.

116.900 Euro gut angelegt

Vorn blieb das Format unverändert, allerdings spannen sich die Gummis vorn wie hinten nun auf ein halbes Zoll breitere Felgen. So gerüstet knöpft der XKR-S dem minimal leichteren Supertest- XKR auf dem Kleinen Kurs eine ganze Sekunde ab. Die ab Modelljahr ’09 gegen 4.850 Euro Aufpreis auch für das Serienmodell erhältliche Alcon R-Bremse trägt ein Übriges zu der beachtlich verbesserten Performance bei.

Sie gibt sich auch nach mehreren Runden auf dem Kleinen Kurs keine Blöße und operiert dank der vorn und hinten jetzt 400 und 350 statt wie bislang rundum 355 Millimeter messenden radial belüfteten Scheiben insgesamt auf einem deutlich höheren Niveau. Kalt packen die Sechskolbensättel des Black Jag nun mit 10,7, warm mit 10,3 m/s2 zu. Im Supertest lasen sich die Verzögerungswerte mit 10,3 m/s2 kalt und 9,8 m/s2 warm noch deutlich weniger gut. So gesehen sind die für den XKR-S fälligen 116.900 Euro also allemal gut angelegt. Schade nur, dass es nicht allzu viele davon gibt.

Zur Startseite
Technische Daten
Jaguar XKR-S
Grundpreis 116.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4791 x 1892 x 1312 mm
KofferraumvolumenVDA 300 l
Hubraum / Motor 4196 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 306 kW / 416 PS bei 6250 U/min
Höchstgeschwindigkeit 280 km/h
0-100 km/h 5,0 s
Verbrauch 12,5 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Die neue Ausgabe als PDF
SUV Erlkönig Land Rover Discovery Sport Land Rover Discovery Sport (2019) Künftig auch als Hybrid-SUV BMW Niere groß Retusche BMW-Nieren XXL Guck mal BMW, es geht noch breiter
Promobil
Reisemobile optimieren: Fahrkomfort Wohnmobil-Fahrwerk optimieren Mehr Komfort und Sicherheit Gebrauchtcheck: Hymer Camp Alkovenmobil Hymer Camp im Gebrauchtcheck Der jahrelange Bestseller
CARAVANING
Hero Camper Ranger Seite Hero-Camper von Kronings Zwei neue Modelle aus Dänemark Platz 1: Camping Jesolo International Top 10 hundefreie Campingplätze Top Ten Campingplätze ohne Hund
Anzeige
Alle Autos von A-Z
BMW oder doch VW?