Jeep Grand Cherokee 5.2 V8, Range Rover 4.6, Toyota Landcruiser Station

Mit stattlichem Format, großen Motoren, üppiger Leistung und hohem Preis definieren Jeep Grand Cherokee V8, Range Rover 4.6 HSE und Toyota Landcruiser Station eine Oberklasse unter den Geländewagen – jeder auf seine Art.

Was alle drei verbindet, ist die souveräne Motorisierung der kultivierten Art nach Nikolaus Otto, jeweils mit großzügig verteiltem Hubraum nicht unter viereinhalb Liter und einer Leistung klar über 200 PS. Was die drei klarer als die meisten anderen Konkurrenten trennt, ist der Charakter. Der Range Rover ist mehr denn je ein Herrschaftssitz und die gesellschaftlich unumstritten beste Verbindung zwischen ländlichem Wasserschloss und städtischem Opernhaus. Der Toyota Landcruiser überwindet sein Heimweh nach exotischen Schotterpisten hierzulande gern im Gespann mit einem schweren Pferdeanhänger. Er ist das feine Auto für die grobe Arbeit. Die Welt des Grand Cherokee reicht von Manhattan bis Manaus. In der asphaltierten Zivilisation spielt er den dynamischen Geschäftswagen, und tief im Dschungel besinnt er sich darauf, ein Jeep zu sein.

Nicht minder unterschiedlich sind die räumlichen Qualitäten der drei Strapazier-Automobile. Der Range Rover ist der wahrhaftige Salonwagen für vier Passagiere mit nicht allzu sperrigem Gepäck. Im Toyota gibt es vorn eine erste und hinten eine zweite Klasse, dahinter gibt’s Gepäckraum, wie man ihn für Expeditionen braucht. Der Grand Cherokee ist für die vierköpfige Durchschnittsfamilie konzipiert, hinter den eindeutig privilegierten Eltern haben heranwachsende Kinder Platz. Im Kofferraum muss sich das Gepäck den vergleichsweise knappen Platz mit einem Notrad teilen. Bei der Karosserie-Qualität kehrt sich die Reihenfolge um: Die europäische Ausführung des Grand Cherokee ist made in Graz und von einer ganz unerschütterlichen Verwindungsfestigkeit. Selbst der altgediente Pistenprofi Landcruiser beherrscht den knisterfreien Geländegang nicht gleichermaßen geräuschlos. Den Range Rover kennzeichnet auf grobem Untergrund das Geräuschbild eines englischen Spukschlosses, in dem es knackt in allen Ecken. Im Interieur verbindet alle drei die Glätte eines gegen jede Art von Schmutz beschichteten Leders. Kaum konturierte Sitze in Range und Cherokee beschleunigen die Rutschpartie in Kurven und auf Buckelpisten.

Allein beim Toyota bietet das vordere Gestühl einen ordentlichen Seitenhalt. Die Bedienungs-Elemente bei Jeep und Toyota zeigen im großen und ganzen eine Übersichtlichkeit, die internationalen Gepflogenheiten folgt. Beim Rover darf der Mensch ein wenig lernen, bevor er ihn dann endgültig beherrscht. An Übersichtlichkeit mangelt es bei keinem der drei, das stattliche Kaliber immer gut abzuschätzen. Aber in der Praxis ist die Breite des Toyota (1,93 Meter) auf engen Straßen und in schmalen Parkhausbuchten recht hinderlich. Beim Landcruiser spürt man beim Einparken auf der Straße, dass er mit der Länge (4,82 m) schon in die Oberklasse strebt. Der kompakte Jeep (4,49 m) ist im Verkehrsgewühl und auf der Jagd nach dem Parkplatz das mit Abstand angenehmste, weil normalste Auto. In der Motorenwertung treffen die V8-Maschinen von Jeep und Rover auf den Reihen- Sechszylinder von Toyota. Dabei kommt es zum Generationenkonflikt, denn die V8 sind von klassisch einfacher Bauweise mit zentraler Nockenwelle und Zweiventil-Brennräumen, während der neue Sechszylinder-Benziner von Toyota ganz modern mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Vierventiltechnik antritt.

Fazit

1. Toyota Landcruiser Station
98 Punkte

Als Profi für die schwere Arbeit ist der Landcruiser von solchen Konkurrenten nicht zu schlagen.Ideal ist der Toyota als geräumiges Expeditions-Vehikel oder alsZugwagen imGespann mit Diesel. Auch mit dem kultivierten Benzinmotor gelingt dem Toyota der Aufstieg in die Nobelklasse nicht perfekt, im Fach Fahrleistungen verfehlt er das Klassenziel ganz klar.

2. Range Rover 4.6 HSE
100 Punkte

Kein anderer Geländewagen dieser Klasse befördert seine Passagiere in einem so feinen und so großen Ambiente,und keiner erreicht das adlige Image des großen Briten. Den ersten Platz verspielt der Rover durch einen Preis,der weit über dem Niveau von Konkurrenten liegt,die ausgerechnet beim Komfort besser sind als das traditionelle Vorbild Range.

3. Jeep Grand Cherokee V8
102 Punkte

Seinen knappen Punktsieg erringt der Grand Cherokee durch ausgewogene Qualitäten und einen klaren Vorsprung bei der Motorisierung und den Fahreigenschaften. Beim Raumangebot erreicht der Jeep nicht die großzügigen Maße der Konkurrenten.Punktabzug gibt’s auch bei der Sicherheit: Der zweite Airbag kommt erst im Herbst 1995.

Übersicht:
Technische Daten
Toyota Landcruiser FZJ80 Range Rover 4.6 HSE Jeep Grand Cherokee 5.2 4x4 Limited
Grundpreis 40.075 € 58.850 € 37.606 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4820 x 1930 x 1890 mm 4713 x 1853 x 1817 mm 4489 x 1800 x 1649 mm
KofferraumvolumenVDA 832 bis 1368 l 520 bis 1640 l 1136 bis 2254 l
Hubraum / Motor 4477 cm³ / 6-Zylinder 4553 cm³ / 8-Zylinder 5210 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 152 kW / 205 PS bei 4400 U/min 165 kW / 224 PS bei 4750 U/min 158 kW / 215 PS bei 4750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h 196 km/h 180 km/h
0-100 km/h 12,5 s 8,8 s
Verbrauch 17,6 l/100 km 16,3 l/100 km
Testverbrauch 16,4 l/100 km
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