Kia Optima Sportswagon Plug-in-Hybrid, VW Passat Variant GTE, Exterieur Arturo Rivas
Kia Optima Sportswagon Plug-in-Hybrid, VW Passat Variant GTE, Exterieur
Kia Optima Sportswagon Plug-in-Hybrid, VW Passat Variant GTE, Exterieur
VW Passat Variant GTE, Exterieur
VW Passat Variant GTE, Exterieur
VW Passat Variant GTE, Exterieur 24 Bilder

Kia Optima Sportswagon gegen VW Passat Variant GTE

Mittelklasse-Kombis mit Plug-in-Hybrid

Familientaugliche Plug-in-Kombis sind immer noch selten, zwei Kandidaten sind der VW Passat Variant GTE und die Plug-in-Variante des Kia Optima Sportswagon. Wir testen Reichweite, Ladevolumen und Sparpotenzial der Teilzeit-Elektriker.

Freitagfrüh rein elektrisch mit Max und Mara zum Waldkindergarten, anschließend zum Biomarkt und ins Büro. Dann wieder zur Kita, endlich nach Hause und am Samstag mit vier Fahrrädern auf dem Dach fix zum Bodensee – ja, derart flexible Begleiter gibt’s tatsächlich. Und sie stammen nicht von schwäbischen, schwedischen oder bayerischen Premium-Marken, sondern sind noch halbwegs bezahlbar. 45.250 Euro ruft VW für seinen seit 2015 verfügbaren Passat Variant GTE auf. Klar, ein hoher Preis, aber nicht übertrieben, ein 2.0 TSI Highline mit 220 PS kostet 42.550 Euro. Der im letzten Jahr eingeführte Kia Optima Sportswagon ist als Spirit mit 45.940 Euro ähnlich teuer, dafür aber extrem gut ausgestattet. Dazu später mehr.

Antriebstechnik

Jetzt wenden wir uns erst mal der Antriebstechnik der beiden Plug-in-Hybride zu. Im Kia kommt ein Zweiliter-Benziner (156 PS) sowie ein an die Sechsgangautomatik gekoppelter E-Motor zum Einsatz, der es auf 50 kW bringt. Systemleistung: 205 PS. Die zugehörigen Lithium-Ionen-Polymer-Akkus mit einem Speichervolumen von 11,3 kWh lagern unter dem Kofferraumboden.

Kia Optima Sportswagon Plug-in-Hybrid, VW Passat Variant GTE, Exterieur
Arturo Rivas
Rein elektrisch kommen der Passat Variant GTE passable 41 und der Kia Optima Sportswagon stolze 54 Kilometer weit.

Die Batterien im Heck des VW speichern maximal 9,9 kWh, während unter der Fronthaube der bekannte Turbobenziner (1.4 TSI) sowie ein 85 kW starker E-Motor ihre Dienste verrichten. Systemleistung: 218 PS. Als Getriebe dient ein Sechsgang-DKG plus Trennkupplung, die den Benziner bei Bedarf entkoppelt. Über Schaltpaddel am Lenkrad kann der Fahrer wie bei einem konventionellen 1.4 TSI gewohnt flott die Gänge wechseln oder den „Retarder“ einlegen. Dann rekuperiert der Passat so kräftig, dass die eigentliche Bremsanlage innerstädtisch nahezu obsolet ist. Wer häufig am Paddel zieht, dürfte am ersten Satz Bremsbeläge entsprechend lange Freude haben. Auffällig ist zudem, wie gleichmäßig und mit welch geringem Kraftaufwand der Passat bis zum Stillstand verzögert.

Im weniger stark rekuperierenden Kia wirkt das Zusammenspiel zwischen E-Motor, Verbrenner und Bremsanlage längst nicht so harmonisch und auch die Bremsen liefern nur mäßige Verzögerungswerte ab. Im Vergleich zum Passat, der beispielsweise mit warmen Bremsen aus 130 km/h schon nach knapp 61 Metern steht, benötigt der Optima 5,2 Meter mehr. Das kostet gewaltig Punkte.

Elektrische Reichweite

Leider nein. Beide Kombis lassen sich – so denn die Akkus vollgeladen und die Außentemperaturen angenehm sind – vom Start weg bis Tempo 130 rein elektrisch bewegen und kommen im Test bei moderater Fahrweise zumindest 41 (VW) und 54 Kilometer (Kia) weit.

Ein deutlicher Vorteil für den Kia, der allerdings zu sensibel auf Gaspedalbewegungen reagiert und seinen etwas rau laufenden Benziner früh anwirft. Dagegen vertraut der Passat beständiger auf die Kraft seines E-Motors (250 Nm).

Selbst außerorts kann man so getrost kräftiger aufs Pedal drücken, ohne den Benziner gleich aufzuwecken. Beschleunigt man jedoch tatsächlich rein elektrisch auf 130 km/h, leeren sich die Akkus rapide. Koppelt der Passat seinen Benziner schließlich doch an, ist davon selten etwas zu spüren und erst ein Blick auf die obligatorische Kraftverteilungsanzeige schafft Gewissheit. Klasse: Wer mag, kann seine Batterien auf Knopfdruck auch während der Fahrt laden, sodass man, falls nötig, die letzten Kilometer rein elektrisch fahren kann. Der jüngere Kia kann damit nicht dienen.

Toyota Prius Plug-in Hybrid, VW Golf GTE Front

Am häufigsten dürften die Kombis jedoch im Hybrid-Modus unterwegs sein. Dann nutzen sie nach Möglichkeit die Schubkraft der E-Motoren, koppeln die Vierzylinder an und ab oder laden bei zu niedrigem Ladestand die Akkus kaum vernehmlich während der Fahrt. Dass die Autos eine gewisse Eigeninitiative entwickeln, kann durchaus faszinieren.

Mächtig Vortrieb im GTE

Soll es richtig flott vorangehen, kann der Sportswagon trotz ähnlicher Systemleistung dem 56 Kilogramm leichteren Passat nicht folgen. Drückt man im VW die GTE-Taste in der Mittelkonsole, nutzt er all seine Power und spurtet von 0 auf 100 km/h in beachtlichen 7,4 Sekunden. Der Optima ist mit 9,1 Sekunden deutlich träger unterwegs. Ähnlich gravierend sind die Unterschiede im Zwischenspurt. Zudem ist beim Optima bei 192 km/h Schluss, während der VW auch über 200 km/h noch zulegen kann. Dabei tönt der Turbobenziner kernig, aber nicht störend, während der Vierzylinder im Kia immer etwas überfordert klingt.

Erfreulicherweise verbraucht der antrittsstarke Passat nicht viel mehr. Im reinen E-Betrieb reichen ihm 22,2 kWh pro 100 Kilometer, der Optima liegt 1,5 kWh darunter. Auf der im Hybrid-Modus gefahrenen Eco-Runde ist der VW mit 5,6 l/100 km sogar minimalst sparsamer, und die ermittelten Testverbräuche nach ams-Profil liegen ebenso nah zusammen.

Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid, Exterieur
Fahrberichte

Leichte Schwächen erlaubt sich der mit selbstversiegelnden Reifen bestückte Variant allerdings in puncto Federungskomfort. Trotz seiner aufpreispflichtigen Adaptivdämpfer (1.200 Euro) sind selbst im Komfort-Modus Querfugen stärker spürbar als gewohnt, während der Kia Straßenschäden konsequent kaschiert und mehr Komfort bietet. Doch Achtung: So soft abgestimmt, hebt er sich in kurzen Wellen auch mehr aus den Federn.

Solches Verhalten kennt der Passat GTE nicht. Vielmehr liegt er satt auf der Straße und lässt sich präzise und wankarm durch Kurven dirigieren. Drückt man dann noch die erwähnte GTE-Taste, spricht die Antriebskombination noch feinfühliger an, und der Kombi fährt sich mehr wie ein GTI als wie ein GTE. Da passt es gut, dass die Sitze ordentlich Beinauflage bieten und seitlich gut abstützen. Im Kia sind flotte Kurvenmanöver weniger spaßig. Dafür fehlt es den bequemen Ledersitzen an Seitenhalt, der Lenkung an Rückmeldung und dem Fahrwerk an Präzision. Dazu zwei Werte von den Testern: Den doppelten Spurwechsel meistert der VW mit 125 km/h, während der Kia acht km/h langsamer hindurcheilt.

Kia Optima Plug-in Hybrid Sportswagon 2017 Fahrbericht

In puncto Antrieb und Fahrverhalten kann der 4,86 Meter lange Sportswagon mit dem neun Zentimeter kürzeren Variant also kaum mithalten. Gleichstand herrscht dafür hinsichtlich Raumangebot, Ladevolumen und Praxistauglichkeit. Beide Plug-in-Hybride bieten ihren Insassen viel Platz und trotz Akkus immer noch ausreichend große Laderäume (440 und 483 Liter). Dreigeteilte Lehnen mit Fernentriegelung erhöhen zudem die Variabilität, und falls nötig, schleppen die Kombis auch noch Pferde- und Bootsanhänger hinter sich her. Bis zu 1,6 Tonnen darf der Passat ins Schlepp nehmen, der Kia immerhin noch 1,5.

Mehr Ausstattung im Kia

Lob verdient der Optima zudem für seine Bedienung. Denn der Passat wirkt mit seinen virtuellen Instrumenten plus gläsernem Touchscreen ohne Knöpfe zwar nobel. Wer aber die Systeme, die alle zusätzlich bezahlt sein wollen, nicht kennt, muss sich erst mal zurechtfinden. Der Kia begnügt sich hingegen mit klassischen Rundinstrumenten, einem ausreichend großen Monitor, vier nützlichen Drehknöpfen und praktischen Direktwahltasten – einfach und gut. Dabei ist er top ausgestattet: Navi, Harman-Kardon-Soundsystem, LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und viele Assistenzsysteme – alles Serie. Summa summarum ergibt sich ein Preisvorteil von 6.000 Euro. Dazu sieben Jahre Garantie auf Fahrzeug und Akku – der Sieg im Kostenkapitel ist dem Koreaner so nicht zu nehmen. Der bessere Plug-in-Kombi ist aber klar der Passat GTE.

Fazit

1. VW Passat Variant GTE 465 Punkte

Einen so praktischen und zudem sportlichen Kombi mit einem derart harmonischen und sparsamen Antriebskonzept findet man derzeit nur bei VW. Klar der Testsieger.

2. Kia Optima Sportswagon Plug-in-Hybrid Spirit 420 Punkte

Komfortabler, viel günstiger und ähnlich geräumig, aber mit Schwächen bei Antrieb und Bremsen, hat der junge Optima gegenüber dem ausgereiften Passat wenig Chancen.

Technische Daten

VW Passat Variant GTE GTE Kia Optima Sportswagon 2.0 GDI Plug-in-Hybrid Spirit
Grundpreis 45.250 € 45.940 €
Außenmaße 4767 x 1832 x 1516 mm 4855 x 1860 x 1470 mm
Kofferraumvolumen 483 bis 1613 l 440 bis 1574 l
Hubraum / Motor 1395 cm³ / 4-Zylinder 1999 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 160 kW / 218 PS bei 2500 U/min 113 kW / 154 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h 192 km/h
0-100 km/h 7,4 s 9,1 s
Verbrauch 1,7 l/100 km 1,4 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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