Kia Picanto

Pikant gekürzt

Foto: Uli Jooß

Kia ist scharf darauf, mit dem Kleinen einen kräftigen Akzent in der Kleinwagenklasse zu setzen. 10.350 Euro lautet sein Kampfpreis. Er soll aber mehr sein als nur ein Geiz-ist-geil-Produkt.

Wertverlust-reduzierend ist  Silber. Der Kia Picanto aber  ist Gold. Oder eher Kupfer-  Orange-Metallic. So heißt  die knallige Farbe, mit welcher der Kleinwagen  Picanto so wunderbar aus der Phalanx  der in Silber lackierten Mittelklasseautos  herausstrahlt. Und Orange ist auch gut  für die Linie: Die Front mit dem Schnauzergrill  ist noch nicht der Hit. Je weiter man  aber nach hinten schaut, umso besser: Breite  Schweller und tiefe Sicken betonen die  Seite, die Fensterlinie kurvt fröhlich nach  oben, und das Heck wirkt mit den großen  Klarglasleuchten so süss möchte-gern-stämmig.  Wenn man sich in den Picanto setzt, ist  der Lederschaltknauf das Erste, was auffällt.  Fast tennisballgroß ist er und ebenso  rutschig wie das Lenkrad aus dem gleichen  Material. Gerne würde man die possierlichen  Tierchen sehen, die ihre Haut dafür opfern  müssen. Vielleicht geht man aber auch  als Entdecker der Plastikkühe in die Geschichte  ein.

Dabei gefällt der Picanto-Innenraum  mit einem übersichtlichen Cockpit und der  leicht zum Fahrer hin geneigten Mittelkonsole.  Das verwendete Hartplastik ist sicherlich  nicht teuer, sieht aber so aus. Alles ist  sauber und klapperfrei verarbeitet.  In den zahlreichen Ablagen, vom Cupholder  bis zur Schublade unter dem Beifahrersitz,  findet der Inhalt mehrerer Handtaschen  Platz, aber leider keinen Halt. Denn  die Oberflächen aller Ablageflächen bestehen  aus rutschigem Plastik. Ansonsten ist  die Bedienung prima, und bis auf die etwas  geringe Ellenbogenfreiheit hat man in der  ersten Reihe nie den Eindruck, in einem  Kleinwagen zu sitzen.

Mehr noch beeindruckt, dass selbst auf  den Rücksitzen genügend Platz für zwei Erwachsene  ist, auch für längere Fahrten. Ehrlich  ist Kia obendrein, denn der Picanto ist  serienmäßig nur als Viersitzer zugelassen –  eine weise Entscheidung. Für 150 Euro Aufpreis  gibt es den Picanto auch als Fünfsitzer.  Das Geld kann man sich sparen, zu dritt wird  es hinten ungemütlich eng.  Der Einstieg in den Fond ist dafür durch  die zwar schmalen, aber serienmäßigen hinteren  Türen sehr bequem. Die beiden asymmetrisch  geteilten Rücksitzlehnen lassen  sich zur weiteren Bequemlichkeit jeweils in  drei Stufen neigen, wobei auch in der steilsten  Stellung noch genügend Kopffreiheit  bleibt. Zu niedrig sind aber die Kopfstützen.  

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • sehr gutes Raumangebot ordentliche Verarbeitung größtenteils gute Materialauswahl umfangreiche Ausstattung
  • kleiner Kofferraum
Fahrkomfort
  • akzeptables Geräuschniveau
  • harte Federung zu weiche Dämpfung Sitze mit wenig Seitenhalt
Antrieb
  • muntere Beschleunigung geringe Motorgeräusche
  • geringes Drehmoment schlechte Elastizität im V. Gang
Fahreigenschaften
  • guter Geradeauslauf sicheres Kurvenverhalten
  • starke Untersteuertendenz beladen schwerfälliges Handling und sehr unkomfortable Federung
Sicherheit
  • Front- und Seitenairbags vorne
  • ESP nicht erhältlich
Umwelt
  • erfüllt Euro 4-Abgasnorm angemessener Verbrauch
Kosten
  • günstiger Einstiegspreis niedrige Unterhaltskosten verbraucht Normalbenzin

Fazit

Der Kia Picanto ist erstwagentauglich, bietet ausreichend Platz für vier und niedrige Unterhaltskosten zu einem sehr günstigen Preis. Nachteil: schwacher Motor.

Übersicht: Kia Picanto
Technische Daten
Kia Picanto 1.1 EX
Grundpreis 11.415 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3495 x 1595 x 1480 mm
KofferraumvolumenVDA 127 bis 882 l
Hubraum / Motor 1086 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 48 kW / 65 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 154 km/h
0-100 km/h 14,7 s
Verbrauch 5,2 l/100 km
Testverbrauch 6,7 l/100 km
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