Kia Soul, Mini Countryman, Nissan Juke im Vergleich

Ausgefallene Kompaktwagen-Alternativen

Kia Soul, Mini Cooper Countryman, Nissan Juke, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 32 Bilder

Mit allen Wassern sind Kia Soul, Nissan Juke und Mini Countryman nicht gewaschen. Sie surfen auf der SUV-Welle, sind aber vor allem clevere Sub-Kompakte.

Das gefühlte Draußen ist das neue Drinnen. Der Outdoor-Trend bringt uns dazu, Dinge zu tun, gegen die wir uns früher wehrten. Wie oft mahnte Mutter, wir sollten uns warm anziehen. Heute traben wir mit Outdoor-Jacken, wasserfesten Stiefeln und atmungsaktiven Wanderhosen ins Büro. Dazu kaufen wir vernünftige Autos wie den Mini Countryman. Ja, wirklich vernünftig, man müsste nur seine Vernunft besser bewerben. Etwa mit einer Kampagne wie: "Du bist ja auch nicht mehr der Jüngste." Die könnte dann gute Rundumsicht oder den bequemen Einstieg sowie die Viertürigkeit ("Damit die anderen Oldies auch reinkommen") thematisieren. So ließe sich auch der Soul bewerben und ..., tja, der Juke nicht. Weil er der Juke ist und aufgefrischt zum Vergleich fordert.

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Nissan Juke bietet 354 Liter Kofferraumvolumen

Gerne zitieren wir Sir Peter Ustinov, der meinte, mit Propheten spreche man besser erst drei Jahre später. Kaum länger brauchte Nissan, um eine halbe Million Juke zu verkaufen, was 2010 keiner vorhersah. Aus diesem Erfolgsgrund beschränkte sich die Pflege im Juni außen auf kleine Retuschen. Wichtiger: Beim 2WD stieg das Ladevolumen durch den neu geformten Kofferraum von 251 auf 354 Liter. Unverändert uninspiriert bleibt die Variabilität: nur die Rücksitzlehne klappt. Im Fond reisen Erwachsene wegen des knappen Kopfraums beengt. Auf den haltschwachen Vordersesseln sitzen Pilot und Co. ungedrängt, integriert und inmitten grellbunter Plastikverschalungen.

Hat man sich damit und mit der wirren Bedienung arrangiert – dem kleinen Touchscreen, der recht sinnlosen Drehmomentanzeige oder der zugigen Klimaanlage –, geht es los. Startknopf, und der 1,2-Liter-Direkteinspritzer macht Alarm. Ja, denn bei Stadttouren klingt der Turbo mit auf- und abebbendem Pfeifen wie ein US-Polizeiauto. Doch der kleine Motor zieht homogener und energischer als die Sauger der Rivalen. Wegen des frühen Drehmoments stuften die Techniker den sechsten Gang der mitunter sperrig schaltbaren Sechserbox lang ab. Das mindert Drehzahl- und Geräuschniveau sowie den Verbrauch (8,6 l/100 km).

Auch das Handling passt. Über die Kotflügelkanten kannst du Biegungen anpeilen, die der hoppelig abgestimmte Viertürer mit etwas wenig Präzision in der Lenkung umkurvt. Dabei regelt ESP gegen sachtes Untersteuern an. Doch wie der Note (Heft 23/2013) fällt der Nissan Juke mit schwachen Bremsen auf – ein Mangel, den weder die reichhaltige Sicherheits- und Komfortausstattung noch der günstige Preis wettmachen. Mini Coutryman und Kia Soul mögen keinen so verwegenen Auftritt beherrschen, dafür den Alltag.

18-Zoll-Räder vervollständigen den Kia Soul

Das Design des Kia Soul ist eigentlich nur Kulisse. Er sieht abenteuerlustig aus, gelangt aber schon auf schroffen Feldwegen an seine Kraxelgrenzen. Auf der Basis des Cee’d unterwegs, treibt der Soul ausschließlich die Vorderräder an und sich am liebsten auf festen Straßen herum. Gar nicht mal besonders dynamisch dazu. So variieren die drei Kennlinien der Lenkung den Grad der Servounterstützung, ändern aber nichts am synthetischen Ansprechen und dem fast kompletten Mangel an Rückmeldung – fast komplett deshalb, weil es der Lenkung doch gelingt, Unebenheiten stößig weiterzugeben. Ansonsten kurvt der Kia unambitioniert-untersteuernd übers Land, vom ESP rigide eingebremst.

Dabei rumpelt er mit flachflankigen 18-Zoll-Rädern herb ab, wankt schwach gedämpft über die Landstraße. Mit voller Zuladung wiederum gibt der Kia Soul Schläge hart weiter. Und auch wegen des dröhnigen, zäh ziehenden, verbrauchsintensiven 1,6-Liter-Saugbenziners ist dieser Kia kein Auto, bei dem das Fahren an sich vergnügt.

Stattdessen wird er all jene begeistern, denen es auf modernes Infotainment, leichte Bedienung oder viel Platz ankommt. So bringt er seine Passagiere auf den bequemsten Sitzen unter. Vorn wie hinten bietet er das beste Raumangebot, dazu noch einen ausreichend großen Kofferraum, aber keine besonderen Variabilitätsideen. Doch mit den vehementen Bremsen, ordentlicher Sicherheits- und umfassender Komfortausstattung sowie sieben Jahren Garantie beweist der Soul, dass es gar nicht abwegig ist, einen geländescheuen SUV zu fahren.

Schlaue Variabilität im Mini Countryman

2010 präsentierte Mini den Countryman im österreichischen Melk. Dort gab es zwar kaum Kühe, doch die erstaunliche Feststellung, der Countryman wolle den Golf angreifen. Huch, dachte man da, kleiner haben sie es nicht? Hatten sie nicht, mussten sie auch nicht, so brillant wie sich der Viertürer verkauft. Schon wegen cleverer Variabilität: Die Rückbank lässt sich verschieben, die Lehne neigungsverstellen. Mit ein wenig Hin- und Hergerücke reicht der Platz sogar für das Urlaubsgepäck einer vierköpfigen Familie – und die vierköpfige Familie.

Die wird bei voller Zuladung auf schlechten Straßen ordentlich durchgerüttelt. Leer spricht der straff abgestimmte Cooper am sorgsamsten an. Drinnen wirkt er seit dem Facelift im Juli etwas solider. Wobei die Bedienung wirr blieb, die Dreh-Drücker-Adaption bringt immerhin Ordnung ins Infotainment. Es kostet mit 1.800 Euro – wie eigentlich alles – erstaunlich viel Aufpreis. Mit gleicher Ausstattung kostet der Mini Cooper Countryman fast 6.500 Euro mehr als der Kia Soul.

Mini Countryman bietet optionalen Allrad-Antrieb

Doch bietet er dafür sein unbezahlbares Handlingtalent. Weil er eben kein Geländegefährt ist, sondern ein Mini, biegt er unmittelbarer und beherzter, leichtfertiger und neutraler in Kurven. Auf Lastwechsel drängt er mit dem Heck – vom ESP routiniert ausbalanciert. Wegen der enorm genauen, gefühlvollen Lenkung und der Präzisionsschwere der Sechsgangbox ist es fast egal, welchen Motor der Mini Countryman hat. Weil wie bei jedem echten Mini auch bei ihm das Handling das Tempo macht.

Umso besser, motorisiert den Mini Cooper Countryman doch der 1,6-Liter-Sauger mit 122 PS. Der ist ein stets bemühter Abkömmling der verblühten Kooperation mit PSA, engagiert sich bei Durchzug und Drehvermögen, ohne jedoch ganz vorn dabei zu sein. Er erfüllt Euro 6, bleibt mit 8,3 l/100 km sparsam, aber, Freunde, nehmt lieber den durchzugsstämmigeren, sogar 450 Euro günstigeren Diesel mit 90 PS. Als Einziger hier lässt sich der Cooper mit Allradantrieb ausstatten – für 1.750 Euro. Dann kommt er sogar dorthin, wo sich draußen nicht nur nach draußen anfühlt. Sondern draußen ist.

Fazit

1. Mini Cooper Countryman
445 Punkte

Abseits des Abseits überzeugt der Mini immer mit brillantem Handling und ordentlichem Komfort. Obwohl der Kürzeste, variiert er den Raum am cleversten. Sehr müder Motor.

2. Kia Soul 1.6 GDI
441 Punkte

Abseits des Markenimages erweist sich der Kia Soul als cleverer, geräumiger und moderner Klein-SUV. Er bremst hervorragend, aber der Motor ist so schläfrig wie das Handling.

3. Nissan Juke 1.2 DIG-T
434 Punkte

Abseits des Gewöhnlichen erfreut der gut ausgestattete, günstige Nissan Juke mit fixem Handling und kräftigem Motor. Doch er bremst mäßig, bietet wenig Platz und Komfort.

Technische Daten
Kia Soul 1.6 GDI Spirit Mini Countryman Cooper Cooper Nissan Juke 1.2 DIG-T Tekna
Grundpreis 22.790 € 22.700 € 21.090 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4140 x 1831 x 1618 mm 4097 x 1789 x 1547 mm 4135 x 1765 x 1565 mm
KofferraumvolumenVDA 354 bis 1367 l 450 bis 1170 l 354 bis 1189 l
Hubraum / Motor 1591 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder 1197 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 97 kW / 132 PS bei 6300 U/min 90 kW / 122 PS bei 6000 U/min 85 kW / 115 PS bei 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h 191 km/h 178 km/h
0-100 km/h 11,4 s 11,6 s 10,3 s
Verbrauch 6,7 l/100 km 5,9 l/100 km 5,6 l/100 km
Testverbrauch 8,9 l/100 km 8,6 l/100 km
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